{"id":27041,"date":"2016-05-24T09:00:45","date_gmt":"2016-05-24T07:00:45","guid":{"rendered":"http:\/\/www.zentrum.hu\/?p=27041"},"modified":"2016-05-24T09:00:45","modified_gmt":"2016-05-24T07:00:45","slug":"die-familie-wuschik-szoke","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/2016\/05\/die-familie-wuschik-szoke\/","title":{"rendered":"Die Familie Wuschik-Sz\u0151ke"},"content":{"rendered":"<h5>M\u00f6chten Sie \u00fcber \u00e4hnliche Themen erfahren?<br \/>\nDr\u00fccken auch Sie ein Like auf die \u2013&gt; <a title=\"Ungarndeutsche Nachrichten\" href=\"http:\/\/facebook.com\/zentrumhu\" target=\"_blank\">Zentrum Facebook-Seite<\/a><\/h5>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>\u00d6denburger Familien im Portr\u00e4t<\/strong><br \/>\n<strong> \u2028Die Familie Wuschik-Sz\u0151ke<\/strong><\/p>\n<p>Unl\u00e4ngst lernte ich Dr. L\u00e1szl\u00f3 Sz\u0151ke kennen. Er war Schulkollege meines Onkels, dadurch kannte er auch meine Mutter gut. Ich war sehr erfreut, dass er auf viele offene Fragen meinerseits eine Antwort wusste, denn mich interessiert die Vergangenheit dieser Stadt, die Orte, \u00fcber die meine Mutter auch oft sprach. So kam es, dass L\u00e1szl\u00f3 seine Lebensgeschichte erz\u00e4hlte.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/szo-ke-la-szlo-354x266.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-27042 alignnone\" title=\" L\u00e1szl\u00f3 Sz\u0151ke verewigte seine Erinnerungen in seinem \u201eLebensroman\u201c\" alt=\"szo-ke-la-szlo-354x266\" src=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/szo-ke-la-szlo-354x266.jpg\" width=\"354\" height=\"266\" \/><\/a><\/p>\n<p>L\u00e1szl\u00f3s Vater, J\u00e1nos Sz\u0151ke, stammt aus Murakereszt\u00far, seine Mutter, Janka Wuschik, aus \u00d6denburg. Ihre Eltern hatten aber einen langen Weg bis hierher. Der Gro\u00dfvater m\u00fctterlicherseits, Andreas Traugott Wuschik, geh\u00f6rte der sorbischen Minderheit an, lebte in Malsitz (Neumalsitz), in der N\u00e4he von Bautzen. Er war Zuckerb\u00e4cker von Beruf und fand in K\u00f6nigsberg (heute Kaliningrad) Anstellung. Dort lernte er Johanna Preuss kennen und lieben und bald heirateten die beiden. 1876 siedelte sich das Ehepaar in \u00d6denburg an, wo Traugott Wuschik auch bald in einer Bonbonfabrik zu arbeiten begann. 1885 verschwand er auf Nimmerwiedersehen in Deutschland und seine Frau musste die vier Kinder alleine aufziehen. Frau Wuschik hat sich etabliert und wurde bald eine angesehene und gefragte Hebamme in der Stadt. 1903 legten sie und ihre Kinder den B\u00fcrgereid ab, dessen deutschsprachiger Text folgenderma\u00dfen lautete: \u201eIch, Johanna Wuschik, geb. Preuss, schw\u00f6re zu Gott dem Allm\u00e4chtigen, dass ich zu Sr.k.u.k\u00f6n. apostolischen Majest\u00e4t, dem K\u00f6nige von Ungarn und der Verfassung der L\u00e4nder der ungarischen Krone treu sein werde\u2026\u201c<\/p>\n<p>Die Eltern von L\u00e1szl\u00f3, J\u00e1nos Sz\u0151ke und Janka Wuschik, heirateten 1916. Dieser Ehe entstammten f\u00fcnf Kinder, eines von denen war der 1921 geborene L\u00e1szl\u00f3. Wie er erz\u00e4hlte, hatte er eine sch\u00f6ne, unbeschwerte Kindheit: Die Familie machte oft Ausfl\u00fcge in das nahe gelegene Gebirge von \u00d6denburg, aber auch in die Berge in \u00d6sterreich. Zu Letzterem brauchte man nur einen Ausweis um 60 Fill\u00e9r f\u00fcr den Grenz\u00fcbertritt, und etwas Kleingeld. Der offizielle Wechselkurs war damals 1,1:1, doch in \u00d6denburg bekam man schon einen Schilling f\u00fcr 0,8 Peng\u0151. Die Wanderungen um \u00d6denburg endeten im Allgemeinen in einem Wirtshaus, in dem die Erwachsenen bei einem Bier, die Kinder bei einem \u201ekrachedli\u201c = Kracherl, einem Himbeersaft, den Tag ausklingen lie\u00dfen. Beliebte Ausflugsziele waren damals im \u00d6denburger Gebirge der Herrentisch oder der Himmelsthron, beide an der \u00f6sterreichisch-ungarischen Grenze gelegen, wo abends die Grenzwache beider L\u00e4nder gerne das Tanzbein schwang.<\/p>\n<p>Nachdem L\u00e1szl\u00f3 seinen Vater fr\u00fch verloren hatte, musste die Familie jede Arbeit annehmen, um ein Zubrot zu verdienen. L\u00e1szl\u00f3 gab seinen Mitsch\u00fclern Nachhilfestunden, seine Mutter strickte f\u00fcr ein Gesch\u00e4ft Pullover, aber gespart wurde auch bei den Lehrb\u00fcchern. L\u00e1szl\u00f3 kaufte diese gebraucht, in einem Antiquariat. Nach der Matura studierte L\u00e1szl\u00f3 an der Universit\u00e4t in \u00d6denburg H\u00fcttenwesen. Da musste die Familie wieder auf vieles verzichten: Die Inskribierung kostete damals 85 Peng\u0151. Diese Summe stand aber den Sz\u0151kes nicht zur Verf\u00fcgung, deshalb verkaufte die Mutter ihr Klavier. W\u00e4hrend des Krieges ging es keinem besonders gut, es herrschte \u00fcberall Lebensmittelknappheit. Die Familie hatte Gl\u00fcck, L\u00e1szl\u00f3 absolvierte sein Praktikum in einem Bergbau, so stand ihm eine Extraportion Schmalz zu, was f\u00fcr die Familie ein f\u00fcrstliches Geschenk war.<\/p>\n<p>1943 bekam L\u00e1szl\u00f3 mit dem Diplom f\u00fcr H\u00fctteningenieur in der Tasche an der Universit\u00e4t in \u00d6denburg am Lehrstuhl f\u00fcr Metalltechnologie eine Stelle, die er aber bald verlassen musste: 1944 bekam er einen Einr\u00fcckungsbefehl zur Artillerie. Es ging bald Richtung Deutschland, nach Paderborn, wo er zum Bau eines Flugplatzes eingeteilt wurde. Zu Ostern befand er sich schon in amerikanischer Gefangenschaft. Er nutzte diese Situation aus und lernte Englisch, was ihm sp\u00e4ter bei seinen Publikationen und wissenschaftlichen Arbeiten zugute kam. Alles nimmt einmal ein Ende, so auch die Gefangenschaft. Im M\u00e4rz 1946 machte der Zug mit den Gefangenen Richtung Ungarn in Wiener Neustadt halt, wo L\u00e1szl\u00f3 Augenzeuge war, wie die vertriebenen Ungarndeutschen tr\u00e4nen\u00fcberstr\u00f6mt in Waggons nach Deutschland transportiert wurden.<\/p>\n<p>In \u00d6denburg angekommen, wurde er mit weiteren Schicksalsschl\u00e4gen konfrontiert: Die Bombardements hatten Teile der Stadt dem Erdboden gleichgemacht, auch seine Mutter war w\u00e4hrend eines Bombenangriffes ums Leben gekommen. L\u00e1szl\u00f3 nahm seine Arbeit an der Universit\u00e4t wieder auf, doch leicht hatten es damals die Leute nicht. Infolge der Geldabwertung bekam er manchmal f\u00fcr seinen Monatslohn blo\u00df f\u00fcnf Eier. Deshalb hat er beschlossen, sich einen Weingarten zu pachten, den zu bewirtschaften, um sich etwas leisten zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Bald wurde L\u00e1szl\u00f3 von der Universit\u00e4t entlassen, die Begr\u00fcndung lautete: \u201eIn der amerikanischen Gefangenschaft hat er viele kapitalistischen Ideen kennen gelernt und sich diese angeeignet.\u201c Er fand aber bald in Budapest, in den Manfred Wei\u00df-Werken in Tschepele eine Stelle. Da lernte er seine zuk\u00fcnftige Ehefrau Margit Ankovics kennen. Sein Wissen wurde bald anerkannt, viele Studienreisen und Auslandsauftr\u00e4ge sind Entsch\u00e4digung f\u00fcr manche Entt\u00e4uschungen und praktisch eine Wiedergutmachung in Form eines erfolgreichen Berufslebens.<\/p>\n<p>L\u00e1szl\u00f3 ist seiner Heimatstadt \u00d6denburg immer treu geblieben, viele Urlaube mit der Familie, mit seinen Kindern, Erzsi und L\u00e1szl\u00f3, zeugen auch von dieser Treue.<\/p>\n<p><em>Judit Bertalan<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>M\u00f6chten Sie \u00fcber \u00e4hnliche Themen erfahren? Dr\u00fccken auch Sie ein Like auf die \u2013&gt; Zentrum Facebook-Seite \u00d6denburger Familien im Portr\u00e4t \u2028Die Familie Wuschik-Sz\u0151ke Unl\u00e4ngst lernte ich Dr. L\u00e1szl\u00f3 Sz\u0151ke kennen. Er war Schulkollege meines Onkels, dadurch kannte er auch meine Mutter gut. 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