{"id":27152,"date":"2016-05-26T17:19:35","date_gmt":"2016-05-26T15:19:35","guid":{"rendered":"http:\/\/www.zentrum.hu\/?p=27152"},"modified":"2016-05-26T17:56:24","modified_gmt":"2016-05-26T15:56:24","slug":"ein-bundel-geht-auf-die-reise","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/2016\/05\/ein-bundel-geht-auf-die-reise\/","title":{"rendered":"Ein B\u00fcndel geht auf die Reise"},"content":{"rendered":"<h5>M\u00f6chten Sie \u00fcber \u00e4hnliche Themen erfahren?<br \/>\nDr\u00fccken auch Sie ein Like auf die \u2013&gt;\u00a0<a title=\"Ungarndeutsche Nachrichten\" href=\"http:\/\/facebook.com\/zentrumhu\" target=\"_blank\">Zentrum Facebook-Seite<\/a><\/h5>\n<p style=\"text-align: center;\"><b>Der Projekttag am Valeria-Koch-Gymnasium<br \/>\nzur Verschleppung der Ungarndeutschen<\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em>Eine unfreiwillige Reise\u2026<\/em><br \/>\n<em> Was nimmt man mit?<\/em><br \/>\n<em> Was l\u00e4sst man zur\u00fcck?<\/em><br \/>\n<em> Was bleibt?<\/em><br \/>\n<em> Fotos von Zur\u00fcckgebliebenen.<\/em><br \/>\n<em> Das Zuhause, die Familie, die Heimat.<\/em><br \/>\n<em> Erinnerungen an bittere Jahre \u2013 und die Hoffnung darauf, dass nicht der Staub der Geschichte verwehen m\u00f6ge, was Menschen einst gepr\u00e4gt hat.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/Kaestchen_ins_Buendel.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-26271\" title=\"Ein B\u00fcndel geht auf die Reise (Foto: LdU)\" alt=\"Kaestchen_ins_Buendel\" src=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/Kaestchen_ins_Buendel-510x286.jpg\" width=\"510\" height=\"286\" srcset=\"https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/Kaestchen_ins_Buendel-510x286.jpg 510w, https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/Kaestchen_ins_Buendel.jpg 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 510px) 100vw, 510px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Die Erinnerungen an die Verschleppung und Vertreibung der Ungarndeutschen waren das Thema des Projekttages im Valeria Koch Gymnasium. Im Zentrum stand die \u201emalenkij robot\u201c, die viele Angeh\u00f6rige der ungarndeutschen Minderheit in den weit entfernten Gebieten des Donezbeckens, des Urals und Sibiriens ableisten mussten. Die Gedenkstunde und der Schulprojekttag waren f\u00fcr uns Sch\u00fcler eine Geschichtsstunde zum Anfassen. Historisch betrachtet sind die Zeit der letzten Kriegsjahre und die nachfolgende Zeit f\u00fcr uns Sch\u00fcler eine Ewigkeit her. Aber doch nah in unseren Gedanken und Empfindungen. Dies brachte auch unsere Direktorin Frau Ibolya Hock-Englender in ihrer bewegenden Rede zum Ausdruck, in der sie darauf hinwies, dass aus der Generation derer, die Verschleppung und Vertreibung am eigenem Leib erleben mussten, nur noch wenige am Leben sind.<\/p>\n<p>Anl\u00e4sslich des Geburtstages der Namenspatronin unserer Schule \u2013 Valeria Koch \u2013 waren einige der inzwischen betagten Zeitzeugen zu Gast: Anna Trunk, Josef Rott und Lujza Gy\u0151ri hatten ihr B\u00fcndel mit in die Schule gebracht. Ein gro\u00dfes, rotes B\u00fcndel, wie es die Verschleppten mit auf den Weg nahmen, packten die Zeitzeugen Frau Lujza Gy\u0151ri und Herr Josef Rott unter Tr\u00e4nenvor den G\u00e4sten aus. Zum Vorschein kamen: Bettzeug, T\u00f6pfe, Besteck, Heiligenbilder, eine Bibel und ein Rosenkranz. Nachdem das B\u00fcndel erneut vor den Anwesenden verschn\u00fcrt worden war, setzte sich die r\u00fcstige Greisin, die traditionell in die Schomberger Tracht gekleidet war, das B\u00fcndel auf den Kopf, um es ein paar Schritte bis zum Vorsitzenden der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen, Herrn Otto Heinek, zu tragen und es ihm zu \u00fcbergeben.<\/p>\n<p>Dieser erinnerte in seiner Rede an das, was nicht im B\u00fcndel mitgenommen werden konnte: Die Heimat, die Ger\u00fcche, die Menschen. Auch Herr Dr. J\u00e1nos Hargitai, Parlamentsabgeordneter aus der Branau, beschwor in seinen Worten, die Erinnerungskultur nicht zu vernachl\u00e4ssigen.<\/p>\n<p>Ganz in diesem Sinne wurde auch der Projekttag der Schule von den verantwortlichen Lehrern \u00c1gnes Pesti-Amrein und Josef Weigert ausgerichtet. Im Anschluss an den Festakt haben wir Sch\u00fcler in einem Stationenlernen vielseitige und interessante Aufgaben zur Verschleppung l\u00f6sen k\u00f6nnen. Danach haben wir uns einen Dokumentarfilm \u00fcber pers\u00f6nliche Schicksale in diesen schweren Jahren nach dem Krieg angesehen. Anschlie\u00dfend hat uns Nikolett Szikszai von ihrer Reise in den Ural berichtet, die sie im Jahr 2000 auf den Spuren der Verschleppten unternommen hat.<\/p>\n<p>Zur Erinnerung an diesen Teil der ungarndeutschen Geschichte geht nun symbolisch das B\u00fcndel aus Schomberg auf die Reise. Die erste Station des B\u00fcndels ist das Valeria-Koch-Schulzentrum, von hier aus wird es seinen Weg in alle deutschen Nationalit\u00e4tenschulen bis nach Werischwar nehmen. Die Sch\u00fcler jeder Schule, die das B\u00fcndel empf\u00e4ngt, f\u00fcgen dem B\u00fcndel eine Gabe hinzu. Die Valeria-Koch-Sch\u00fcler haben dem B\u00fcndel eine Schatulle mit selbstverfassten Gedichten beigegeben.<\/p>\n<p>Anl\u00e4sslich des Erinnerungsjahres und des Projekttages am Valeria-Koch-Schulzentrum wurde eine neue Gedenktafel in der Aula eingeweiht. Auf der Tafel aus schwarzem Marmor f\u00fchren Gleise ins Ungewisse, die den Transport in das Donezbecken, in den Ural und nach Sibirien andeuten. Links neben den Gleisen ist der Satz: \u201eUnsere einzige Schuld war unsere Abstammung\u2026\u201c zu lesen. Rechts unten erscheint die Jahreszahl des Beginns der Verschleppung: 1944. Auffallend ist, dass es keine Jahreszahl gibt, die das Ende der Verschleppung markiert. Dass viele, gerade auch j\u00fcngere Sch\u00fcler neugierig stehen bleiben, um die Gedenktafel und die Ausstellung der Projektarbeiten anzuschauen, bezeugt das breite Interesse am Schicksal der Verschleppten.<\/p>\n<p>Wenn in diesen Tagen die Absolventen des Valeria-Koch-Gymnasiums auch ihr B\u00fcndel schn\u00fcren, werden sie leicht daran zu tragen haben:<\/p>\n<p>Unser B\u00fcndel, von uns \u201eTarisznya\u201c genannt, enth\u00e4lt nur eine M\u00fcnze, ein Zitat, ein Schulfoto und eine Pogatsche. Wir sind in Friedenszeiten aufgewachsen, nehmen eine ausgezeichnete Schulbildung mit und verlassen die Schule mit Hoffnung und Zuversicht.<\/p>\n<p>Aber in unserem Gep\u00e4ck sind auch die Erinnerungen derer aufgehoben, die an ihrem B\u00fcndel schwer zu tragen hatten.<\/p>\n<p>Wir werden sie bewahren.<\/p>\n<p><em>Klaudia K\u0151szegi, Gabriella Kiss<\/em><br \/>\n<em>Klasse 11,\u00a0Valeria-Koch-Gymnasium<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>M\u00f6chten Sie \u00fcber \u00e4hnliche Themen erfahren? Dr\u00fccken auch Sie ein Like auf die \u2013&gt;\u00a0Zentrum Facebook-Seite Der Projekttag am Valeria-Koch-Gymnasium zur Verschleppung der Ungarndeutschen Eine unfreiwillige Reise\u2026 Was nimmt man mit? Was l\u00e4sst man zur\u00fcck? Was bleibt? Fotos von Zur\u00fcckgebliebenen. Das Zuhause, die Familie, die Heimat. 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