{"id":27189,"date":"2016-05-30T14:26:39","date_gmt":"2016-05-30T12:26:39","guid":{"rendered":"http:\/\/www.zentrum.hu\/?p=27189"},"modified":"2016-05-30T14:29:17","modified_gmt":"2016-05-30T12:29:17","slug":"interview-mit-viktoria-muka","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/2016\/05\/interview-mit-viktoria-muka\/","title":{"rendered":"Interview mit Vikt\u00f3ria Muka"},"content":{"rendered":"<h5>M\u00f6chten Sie \u00fcber \u00e4hnliche Themen erfahren?<br \/>\nDr\u00fccken auch Sie ein Like auf die \u2013&gt; <a title=\"Ungarndeutsche Nachrichten\" href=\"http:\/\/facebook.com\/zentrumhu\" target=\"_blank\">Zentrum Facebook-Seite<\/a><\/h5>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>\u201eEs ist wichtig erkl\u00e4ren zu k\u00f6nnen, was es bedeutet,<br \/>\nungarndeutsch zu sein\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Vikt\u00f3ria Muka (Foto) studiert Germanistik an der E\u00f6tv\u00f6s-Lor\u00e1nd-Universit\u00e4t in Budapest und schreibt ihre BA-Diplomarbeit mit dem Titel \u201eDie vergleichende Untersuchung des Sankt-Johanner Kodex\u201c unter der Leitung von Prof. Dr. Karl Manherz und Dr. Maria Erb. Sie wurde in Budapest geboren, ihre Familie stammt aus Wudersch. Neben der Universit\u00e4t ist sie Mitglied des Germanistischen Seminars am E\u00f6tv\u00f6s-J\u00f3zsef-Collegium, besch\u00e4ftigt sich mit mittelalterlichen deutschsprachigen Handschriften, und spielt in der Wuderscher Passion mit.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/viktoria-muka_cut-160526092039-388x266.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-27190\" title=\"Vikt\u00f3ria Muka\" alt=\"viktoria-muka_cut-160526092039-388x266\" src=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/viktoria-muka_cut-160526092039-388x266.jpg\" width=\"388\" height=\"266\" \/><\/a><\/p>\n<p><strong>Liebe Vikt\u00f3ria, Sie sind gerade aus Deutschland zur\u00fcckgekehrt. Was haben Sie dort gemacht?<\/strong><\/p>\n<p>Ich habe mit einem DAAD-Stipendium ein Semester an der Ludwig-Maximilians-Universit\u00e4t in M\u00fcnchen verbracht. Ich hatte da viele Lehrveranstaltungen, die an meiner Heimatuniversit\u00e4t nicht angeboten werden, und die Stadt war auch sehr sch\u00f6n, es hat mir wirklich Spa\u00df gemacht. Jetzt arbeite ich gerade an meiner BA-Diplomarbeit.<\/p>\n<p><strong>K\u00f6nnten Sie \u00fcber Ihre Diplomarbeit erz\u00e4hlen?<br \/>\n<\/strong><br \/>\nWeil ich mich seit drei Jahren mit Pal\u00e4ographie besch\u00e4ftige, wollte ich in meiner Abschlussarbeit auch einen Kodex analysieren, n\u00e4mlich den Sankt-Johanner Kodex aus Zanegg\/Mosonszolnok. Es ist eine Handschrift aus dem\u00a0 Jahr 1808 und wurde von zwei ungarndeutschen Bauern vom Heideboden geschrieben. Sie hatten zwei gedruckte B\u00fccher als Vorlage gehabt und kopiert, das waren der Geistliche Gl\u00fcckshafen von Jacob Bohr und die Sonntagsevangelia von Nikolaus Hermann. Ich analysiere diese Handschriften und gehe dabei besonders auf die dialektalen Unterschiede zwischen den Originaltexten und den Kopien ein.<\/p>\n<p><strong>Was sind die Schwerpunkte der Arbeit?<br \/>\n<\/strong><br \/>\nIch stelle die Bauernkodex-Literatur am Heideboden vor und beschreibe die Entstehungsumst\u00e4nde der Handschrift. Die Kultur und Geschichte der Ungarndeutschen am Heideboden werden auch erl\u00e4utert, und kurz schreibe ich auch \u00fcber Remig Sztachovics, einen M\u00f6nch aus Martinsberg, der diese Handschriften gesammelt hat. Sein Nachlass ist in Martinsberg zu sehen, und dar\u00fcber wurde 1941 auch eine Dissertation verfasst, die ich noch untersuchen und als Quelle benutzen m\u00f6chte. Meine Arbeit wird eine Interpretation dieser Handschrift sein.<\/p>\n<p><strong>Sie sind Mitglied des E\u00f6tv\u00f6s-Collegiums. Haben Sie da entsprechende Kurse?<br \/>\n<\/strong><br \/>\nJa, ich arbeite jetzt seit drei Jahren mit der \u00d6sterreichischen Akademie der Wissenschaften zusammen, weil uns das in einem Seminar seitens des Collegiums erm\u00f6glicht wurde. Deshalb besch\u00e4ftige ich mich mit neun mittelalterlichen deutschsprachigen Handschriften, die sich in \u00f6sterreichischen Kl\u00f6stern und Abteien befinden.<\/p>\n<p><strong>Wieso haben Sie sich f\u00fcr Deutsch als Minderheitenfach entschieden?<\/strong><\/p>\n<p>Die Fachrichtung habe ich deshalb gew\u00e4hlt, weil ich etwas machen wollte, was nicht viele machen, und die Kultur und Sprache der Ungarndeutschen haben mich schon immer interessiert. Ich halte es f\u00fcr wichtig, dass unsere Kultur bewahrt wird, und wichtig ist auch, dass die jungen Leute, die ungarndeutscher Abstammung sind, die eigene Sprache und Kultur kennen lernen und dass sie erkl\u00e4ren k\u00f6nnen, was es bedeutet, ungarndeutsch zu sein.<\/p>\n<p><strong>Und was bedeutet es f\u00fcr Sie pers\u00f6nlich?<br \/>\n<\/strong><br \/>\nJa, also es ist interessant. Als ich und mein Bruder noch klein waren, haben wir \u00fcberhaupt nicht gewusst, dass wir Ungarndeutsche sind. Als ich in Wudersch die Grundschule besucht habe, 2006, wurden da nach langer Pause die ersten Passionsspiele abgehalten, wo ich als Laiendarsteller mitgespielt habe. Ich habe mich danach mit meiner Oma viel dar\u00fcber unterhalten und glaube, dass es mir damals in der Oberstufe der Grundschule bewusst geworden ist, dass auch ich selbst Ungarndeutsche bin.<\/p>\n<p><strong>Haben Sie auch sp\u00e4ter in den Passionsspielen mitgemacht?<br \/>\n<\/strong><br \/>\nJa, danach war ich einmal als T\u00e4nzerin dabei, damals hatte ich die Rolle der Martha, das war die Schwester von Lazarus. Wir hatten auch eine Jugendvorstellung, wo ich die heilige Maria gespielt habe. Ich bin seitdem oft dabei und mache es gern, viele meiner Bekannten und Verwandten machen da mit. Wir haben eine internationale Organisation, EuroPassion, da ist Wudersch auch dabei, wir fahren oft nach Deutschland und treffen uns da mit anderen Gruppen, die auch Passion spielen.<\/p>\n<p><strong>Was sind Ihre Pl\u00e4ne f\u00fcr die Zukunft? M\u00f6chten Sie ein Masterstudium an der ELTE machen?<br \/>\n<\/strong><br \/>\nNein, ich habe andere Pl\u00e4ne. Vor drei Jahren habe ich mich bewusst f\u00fcr das E\u00f6tv\u00f6s-Collegium beworben, denn ich wollte unbedingt die dort angebotenen Kurse besuchen. Es war eine sehr gute Entscheidung, denn ich konnte verschiedene Bereiche der Germanistik kennen lernen. Seitdem wei\u00df ich, dass ich mich mit Pal\u00e4ographie besch\u00e4ftigen m\u00f6chte. Ich werde mich f\u00fcr ein Studium in Historischen Hilfswissenschaften oder Germanistik an der Uni Wien und auch f\u00fcr ein Studium an der Andr\u00e1ssy-Uni f\u00fcr die Fachrichtung Kulturdiplomatie bewerben. Vielleicht ist es nicht unm\u00f6glich, an zwei Universit\u00e4ten gleichzeitig zu studieren.<\/p>\n<address><em>Vielen Dank f\u00fcr das Gespr\u00e4ch!<\/em><\/address>\n<address><em><br \/>\nGabriella S\u00f3s<\/em><\/address>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>M\u00f6chten Sie \u00fcber \u00e4hnliche Themen erfahren? 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