{"id":29616,"date":"2016-10-04T14:34:14","date_gmt":"2016-10-04T12:34:14","guid":{"rendered":"http:\/\/www.zentrum.hu\/?p=29616"},"modified":"2016-10-04T14:42:04","modified_gmt":"2016-10-04T12:42:04","slug":"minderheiten-unter-der-lupe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/2016\/10\/minderheiten-unter-der-lupe\/","title":{"rendered":"Minderheiten unter der Lupe"},"content":{"rendered":"<h5>M\u00f6chten Sie \u00fcber \u00e4hnliche Themen erfahren?<br \/>\nDr\u00fccken auch Sie ein Like auf die \u2013&gt;\u00a0<a title=\"Ungarndeutsche Nachrichten\" href=\"http:\/\/facebook.com\/zentrumhu\" target=\"_blank\">Zentrum Facebook-Seite<\/a><\/h5>\n<p>\u00dcber die Situation der Minderheiten in den europ\u00e4ischen L\u00e4ndern wurde am 29. September 2016 an der Andr\u00e1ssy Universit\u00e4t Budapest im Rahmen der internationalen Konferenz <i>Minderheiten in Europa<\/i> diskutiert. Besonderheit dieser Veranstaltung war, dass nicht nur die Referenten ihren Vortrag hielten und anschlie\u00dfend das Publikum Fragen stellen konnte, sondern auch einige Studierende eine Antwort auf den Beitrag gaben und durch ihre Nachfragen neue Perspektiven gewonnen werden konnten.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/IMG_3811.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-29612\" title=\"Prof. Bernhard Vogel, deutscher Ministerpr\u00e4sident a.D.\" alt=\"img_3811\" src=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/IMG_3811-510x378.jpg\" width=\"510\" height=\"378\" srcset=\"https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/IMG_3811-510x378.jpg 510w, https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/IMG_3811.jpg 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 510px) 100vw, 510px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Den ersten Vortrag hielt Prof. Bernhard Vogel, deutscher Ministerpr\u00e4sident a.D., in dem er die Geschichte der Einigung von Europa kurz skizzierte, um das heutige, neue Nationalbewusstsein zu erkl\u00e4ren. Als ehemaliger Politiker konnte er dem Publikum nahelegen, dass Parteien sich zurzeit nur darum bem\u00fchen, W\u00e4hler zu gewinnen, aber verfehlen ein Ziel zu setzen, das sie verfolgen k\u00f6nnen. Er hob ihre Notwendigkeit hervor und wies darauf hin, dass die wichtigen und unerl\u00e4sslichen Entscheidungen in Deutschland zuerst bei der Bev\u00f6lkerung auch auf keine Zustimmung gesto\u00dfen h\u00e4tten. Bez\u00fcglich der Zukunft der Europ\u00e4ischen Union bef\u00fcrwortet er keinen Bundesstaat als solcher, sondern einen loseren Staatenbund und schloss seinen Vortrag mit den Worten: \u201eMan muss nur Mut haben, die Schwierigkeiten zu l\u00f6sen, schlie\u00dflich haben wir fr\u00fcher auch schon Schwierigkeiten gel\u00f6st.\u201d<\/p>\n<p>Hartmut Koschyk MdB, Beauftragter der Bundesregierung f\u00fcr Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten, nannte die f\u00fcr jede Nationalit\u00e4t bedeutende Begriffstrias: die Verbindung von Heimat, Identit\u00e4t und dem Glauben. In diesem Zusammenhang berichtete er \u00fcber die Geschichte der verschiedenen Minderheiten in Europa, auch \u00fcber die eingefrorenen ethnischen Konflikte in Jugoslawien, die nach der Wende wieder auftauten. Er betonte, dass, im Zusammenhang mit verschiedenen Nationalit\u00e4ten, der Begriff \u201eToleranz\u201d vermieden werde sollte, da er f\u00fcr Dulden und Ertragen stehe und eine innerliche Ablehnung andeutet. Stattdessen sollte \u201eAkzeptanz\u201d verwendet werden, die auch die Bereitschaft in der Gesellschaft f\u00f6rdert, sich selber nicht zu leugnen. Ferner schilderte er die Rolle Ungarns in Minderheitenfragen, weil dieses Land bedeutungsvolle Impulse f\u00fcr die anderen L\u00e4nder und der Europ\u00e4ischen Union gegeben hat und immer noch gibt, vor allem was die Gesetzgebung und die Bildung betrifft. Die auf den Vortrag folgenden Anregungen der Studierenden der Andr\u00e1ssy Universit\u00e4t und der Universit\u00e4t Passau betrafen die nationalen Minderheiten in Deutschland und ihre fehlende Pr\u00e4senz im Unterrichtsstoff, die Identit\u00e4t des Einzelnen, das Recht auf Heimat, sowie das Entstehen von neuen Minderheiten.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/IMG_3821.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-29611\" title=\"Hartmut Koschyk MdB, Beauftragter der Bundesregierung f\u00fcr Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten\" alt=\"img_3821\" src=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/IMG_3821-510x307.jpg\" width=\"510\" height=\"307\" srcset=\"https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/IMG_3821-510x307.jpg 510w, https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/IMG_3821.jpg 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 510px) 100vw, 510px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Nach diesem umfassenden \u00dcberblick wurden die Themen auf die einzelnen L\u00e4nder gerichtet. Zuerst berichtete Prof. Ferdinand Trauttmansdorff, \u00f6sterreichischer Botschafter a.D. in Prag, \u00fcber die sechs gesetzlich anerkannten Volksgruppen in \u00d6sterreich: Slowenen, Kroaten, Ungarn, Roma und Sinti, Tschechen und Slowaken. Pr\u00e4gend war der Jahre lang andauernde, sogenannte \u201eOrtsnamen-Streit\u201d. Nachdem neben den deutschen auch kroatische und ungarische Ortsschilder bei einigen Gemeinden angebracht worden waren, forderten die Angeh\u00f6rigen der slowenischen Minderheit dasselbe in der slowenischen Sprache und dies erreichten sie schlie\u00dflich auch. Auf die studentische Frage bez\u00fcglich der Stereotypisierung in \u00d6sterreich antwortete Prof. Trauttmansdorff, dass sie bei den gesetzlich anerkannten Volksgruppen eher weniger zu beobachten, jedoch eine steigende Tendenz des Antisemitismus zu sehen sei.<\/p>\n<p>Danach folgte der Vortrag von Otto Heinek, dem Vorsitzenden der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen. Als Erstes z\u00e4hlte er die verschiedenen Bezeichnungen der deutschen Nationalit\u00e4t in Ungarn auf und verwies auf ihre Bedeutung f\u00fcr die Identit\u00e4t. Dann folgte eine Zusammenfassung der Geschichte der Ungarndeutschen, er griff den Gedanken von Hartmut Koschyk wieder auf, indem er die ungarischen Minderheitengesetze der 90er Jahre als positives Beispiel f\u00fcr die Nachbarl\u00e4nder einordnete. Otto Heinek betonte auch die Wichtigkeit der Bildung und nannte die niveauvollen Bildungszentren und Institutionen der Ungarndeutschen. Er berichtete \u00fcber die steigende Zahl dieser Volksgruppe, \u00fcber die Verschiebung der Schwerpunkte vom Land zur Hauptstadt, aber er \u00e4u\u00dferte auch seine Sorge bez\u00fcglich der Auswanderung. Auf die Anregungen der Studierenden sprach er \u00fcber die M\u00f6glichkeit der jungen Ungarndeutschen, im Rahmen der Gemeinschaft Junger Ungarndeutschen und des Ausschusses f\u00fcr Jugend sich politisch zu engagieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/IMG_3814.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-29610\" title=\"Die Vortr\u00e4ge der Konferenz \u201eMinderheiten in Europa\u201d interessierten viele G\u00e4ste\" alt=\"img_3814\" src=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/IMG_3814-510x382.jpg\" width=\"510\" height=\"382\" srcset=\"https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/IMG_3814-510x382.jpg 510w, https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/IMG_3814.jpg 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 510px) 100vw, 510px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Anschlie\u00dfend machte Benjamin J\u00f3zsa, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Demokratischen Forums der Deutschen in Rum\u00e4nien in Hermannstadt, das Publikum mit der deutschen Nationalit\u00e4t in Rum\u00e4nien vertraut, indem er als Einstieg drei pers\u00f6nliche Geschichten erz\u00e4hlte, die sich auf das Angeh\u00f6ren zu einer Minderheit bezogen. Er beschrieb die Situation und Optionen der Deutschen in Rum\u00e4nien, die w\u00e4hrend des Sozialismus gute Gelegenheiten hatten an einer deutschsprachigen Bildung teilzunehmen und den Wissenstransfer zwischen Deutschland und Rum\u00e4nien, der mittlerweile einseitig geworden ist. Des Weiteren stellte er die Lage der Volksgruppen in diesem Land als ein friedliches Nebeneinander-, und kein Untereinandersein dar, und hob hervor, dass man Europa nicht aufbauen, nur gestalten m\u00fcsste. Als Antwort auf die Frage bez\u00fcglich der Auswanderung sprach Benjamin J\u00f3zsa schlie\u00dflich \u00fcber die Revitalisierungstendenzen, also dar\u00fcber, wie in Deutschland unter anderem im Fernsehen darum geworben wird, dass Migranten nach Rum\u00e4nien zur\u00fcckkehren.<\/p>\n<p>Diese europaweite Darstellung der Lage der Minderheiten mit dem Einbezug der Studierenden trug dazu bei, dass das Publikum nicht nur mehr von diesem Thema erfuhr, sondern es sich auch damit kritisch auseinandersetzte, seine Erfahrungen auf das Geh\u00f6rte reflektierte und somit sehr vieles von dieser Konferenz mit auf den Weg nahm.<\/p>\n<p><i>Aliz Horv\u00e1th<\/i><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>M\u00f6chten Sie \u00fcber \u00e4hnliche Themen erfahren? Dr\u00fccken auch Sie ein Like auf die \u2013&gt;\u00a0Zentrum Facebook-Seite \u00dcber die Situation der Minderheiten in den europ\u00e4ischen L\u00e4ndern wurde am 29. 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