{"id":434,"date":"2013-06-28T16:34:48","date_gmt":"2013-06-28T14:34:48","guid":{"rendered":"http:\/\/www.zentrum.hu\/?p=434"},"modified":"2013-12-21T15:31:00","modified_gmt":"2013-12-21T14:31:00","slug":"in-der-hauptrolle-die-ungarndeutschen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/2013\/06\/in-der-hauptrolle-die-ungarndeutschen\/","title":{"rendered":"In der Hauptrolle: die Ungarndeutschen"},"content":{"rendered":"<p>Auch die erstickende Sommerhitze hinderte die Hedje\u00dfer nicht daran, sich im Kulturhaus der Gemeinde zu versammeln, wo am 22. Juni 2013 die Wanderausstellung BlickPunkt vom Ungarndeutschen Kultur- und Informationszentrum er\u00f6ffnet wurde.<\/p>\n<p>Das Zentrum startete den Wettbewerb der Bilder in 2008 und sammelte in den letzten f\u00fcnf Jahren schon \u00fcber 1500 Fotographien von der deutschen Nationalit\u00e4t. Die aktuelle Ausstellung wurde aus den sch\u00f6nsten und aussagekr\u00e4ftigsten Bildern der Ausschreibung aus dem letzten Jahr zusammengestellt. Die ausgestellten Fotos sind ausnahmslos ein Beweis daf\u00fcr wie bunt, sch\u00f6n, abwechslungsreich und interessant das Leben einer Nationalit\u00e4t sein kann. Die G\u00e4ste konnten in der Form einer Projektion auch eine Auswahl aus den besten Bildern von 2008-2011 sehen bzw. alle Bilder die in 2012 ins Rennen geschickt worden sind. Grossen Beifall ernteten auch die Abgedreht!-Filme. Denn auf Wunsch der Organisatoren brachte Zentrum-Direktorin Monika Ambach auch einige Werke des Ungarndeutschen JugendFilmfestes mit. Passend zu der heiteren Atmosph\u00e4re pr\u00e4sentierte sie musikalische und humorvolle Filme von Mittelsch\u00fclern, die seit der Gr\u00fcndung des Filmfestes in 2006 entstanden sind, dabei durften auch die interessanten Spots der jungen Filmemacher nicht fehlen, die sich an der Kategorie U35sec (Unter 35 Jahre &#8211; unter 35 Sekunden) beteiligten. Die Anwesenden staunten wie talentiert die jungen Leute sind, und auch dar\u00fcber wie sie die deutschen Nationalit\u00e4t sehen bzw. ihre eigene Identit\u00e4t erleben. Sie bewunderten welche Kunstwerke mit Hilfe einer Filmkamera oder eines Fotoapparats entstehen k\u00f6nnen wenn die Hauptrolle die Ungarndeutschen spielen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/IMG_5316.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-432 aligncenter\" alt=\"IMG_5316\" src=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/IMG_5316-510x381.jpg\" width=\"510\" height=\"381\" srcset=\"https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/IMG_5316-510x381.jpg 510w, https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/IMG_5316.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 510px) 100vw, 510px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Unter den ausgestellten Bildern befand sich auch eine Aufnahme aus den 1930er Jahren. Das Bild stellt ungarndeutsche Bauern und B\u00e4uerinnen in der herrschaftlichen G\u00e4rtnerei des Grafen Apponyi in Hedje\u00df dar. Das Bild wurde von Martha Homor\u00f3di, f\u00fcr den Wettbewerb in 2012 eingesandt und erhielt mit Recht einen Platz im Wandkalender BlickPunkt 2013. Sie leitet auch die Hedje\u00dfer Deutsche Nationalit\u00e4tenselbstverwaltung, welche seit 2001 die Hedje\u00dfer Schw\u00e4bische Sammlung betreut.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/IMG_5335.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-431 aligncenter\" alt=\"IMG_5335\" src=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/IMG_5335-510x381.jpg\" width=\"510\" height=\"381\" srcset=\"https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/IMG_5335-510x381.jpg 510w, https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/IMG_5335.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 510px) 100vw, 510px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Im kleinen Museum werden die Wohnung einer Bauernfamilie bzw. ihre Gegenst\u00e4nde vorgestellt. Ein anspruchsvoll zusammengestelltes Fotoalbum auf dem Tisch des Wohnzimmers erz\u00e4hlt mit Hilfe der Momentaufnahmen kleine Geschichten \u00fcber die Menschen der Gegend. Manche von den in den Bildern festgehaltenen Trachten sind auch in der Ausstellung zu bewundern. Die ausgestellten Kleidungen aus Hedje\u00df, Berien, Duschau, Marke und Kallas beweisen wie unterschiedlich man sich von Dorf zu Dorf kleidete. Eine der sch\u00f6nsten Sch\u00e4tze ist die weisse Tracht eines M\u00e4dchens, die in diesem Kleid zum Wei\u00dfball ging. Dieser war der erste Ball der viert\u00e4gigen Faschingszeit und fand am Samstag statt. Er war den ledigen jungen Damen vorbehalten, die dort nur in weissen Kleidern erscheinen durften. Die wei\u00dfe Tracht erhielten die M\u00e4dchen zu der Erstkommunion und sie wurde so gen\u00e4ht, dass sie dem Gr\u00f6sse des M\u00e4dchens wie sie wuchs angepasst werden konnte. Interessant ist auch die herrschaftliche Stickerei an den Hedje\u00dfer Trachten zu beobachten. Dies ist wahrscheinlich der Haush\u00e4lterin des Grafen Mercy zu verdanken. Die aus Wien stammende Frau lehrte den Hedje\u00dfer M\u00e4deln die filigrane Stickmotive, welche sie auf die Altart\u00fccher der im sp\u00e4tbarocken Stil errichteten Kirche sticken sollten. Die geschickte und modebewusste junge Frauen \u00fcbernahmen die Motive der schmalen Zweigen und Blumen aber auch auf f\u00fcr ihre Kleidung.<\/p>\n<p>Die herrschaftliche Atmosph\u00e4re von Hedje\u00df bestimmt auch das wundersch\u00f6ne Schloss, welches im Auftrag vom Grafen Claudius Florimundus Mercy in den 1720-er Jahren erbauen liess und sp\u00e4ter in den Besitz der Familie Apponyi \u00fcberging. F\u00fcr die Bauarbeiten holte der Graf neben den deutschen Bauern auch deutsche Handwerker nach Hedje\u00df und siedelte sie in der Gemeinde und auf seinen Landg\u00fctern an. Die Gegend bl\u00fchte nach der T\u00fcrkenherrschaft schnell auf und Hedje\u00df erhielt bald das Marktrecht.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/IMG_5346.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-430 aligncenter\" alt=\"IMG_5346\" src=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/IMG_5346-510x381.jpg\" width=\"510\" height=\"381\" srcset=\"https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/IMG_5346-510x381.jpg 510w, https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/IMG_5346.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 510px) 100vw, 510px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Es hat sich leider w\u00e4hrend den Jahrhunderten, besonders infolge der tragischen Ereignisse des 20 Jhs. vieles ver\u00e4ndert. Der Gro\u00dfteil der Deutschen wurde vertrieben, das Schloss kam in Staatsbesitz, es wurde u.a. als Kinderheim genutzt, sp\u00e4ter kaufte es ein Investor und \u00f6ffnete ein Schlosshotel, welches sich aber nicht als rentabel erwies. Blickt man heute aber durch das verriegelte Eisentor in den Garten hinein, entdeckt man die Spuren vom Reichtum der ehemaligen Gutsbesitzern, welcher auch auf das Leben der Bev\u00f6lkerung auswirkte.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/IMG_5308.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-429 aligncenter\" alt=\"IMG_5308\" src=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/IMG_5308-510x381.jpg\" width=\"510\" height=\"381\" srcset=\"https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/IMG_5308-510x381.jpg 510w, https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/IMG_5308.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 510px) 100vw, 510px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Die Nachfahren der Ungarndeutschen sind stolz auf ihre sch\u00f6ne Gemeinde, aber besonders auf ihre Kultur und die Mundart. Auch die Mitglieder des Chors Vergissmeinnicht f\u00fchlen sich verpflichtet das deutsche Liedgut zu pflegen und weiterzugeben. Sie wirkten auch auf Ausstellungser\u00f6ffnung von BlickPunkt mit und sicherten einen melodischen Auftakt. Die Damen brachten selbst gebackene Kuchen und die Herren Wein mit. Folglich klang der Nachmittag in guter Stimmung aus. Beim Betrachten der Bilder wurden Erinnerungen wach gerufen, man erz\u00e4hlte Geschichten, und die alten Zeiten wurden wieder lebendig.<\/p>\n<p>Die BlickPunkt-Ausstellung kann noch zwei Wochen lang im Kulturhaus besichtigt werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/IMG_5313.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-428 aligncenter\" alt=\"IMG_5313\" src=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/IMG_5313-373x500.jpg\" width=\"373\" height=\"500\" srcset=\"https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/IMG_5313-373x500.jpg 373w, https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/IMG_5313.jpg 747w\" sizes=\"auto, (max-width: 373px) 100vw, 373px\" \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auch die erstickende Sommerhitze hinderte die Hedje\u00dfer nicht daran, sich im Kulturhaus der Gemeinde zu versammeln, wo am 22. 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