{"id":53783,"date":"2020-04-03T09:28:12","date_gmt":"2020-04-03T07:28:12","guid":{"rendered":"http:\/\/www.zentrum.hu\/?p=53783"},"modified":"2020-04-03T15:51:35","modified_gmt":"2020-04-03T13:51:35","slug":"friedrich-anna-miert-warum","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/2020\/04\/friedrich-anna-miert-warum\/","title":{"rendered":"Friedrich Anna: Mi\u00e9rt? Warum?"},"content":{"rendered":"<h5>M\u00f6chten Sie \u00fcber \u00e4hnliche Themen erfahren?<br \/>\nDr\u00fccken auch Sie ein Like auf die \u2013&gt; <a title=\"Ungarndeutsche Nachrichten\" href=\"http:\/\/facebook.com\/zentrumhu\" target=\"_blank\">Zentrum Facebook-Seite<\/a><\/h5>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Egy jugoszl\u00e1viai l\u00e1gert t\u00fal\u00e9lt<\/strong><br \/>\n<strong> magyar-n\u00e9met asszony t\u00f6rt\u00e9nete<\/strong><\/p>\n<p>Das Leben f\u00fchrt uns \u00f6fters in Situationen, die auf den ersten Blick als Gl\u00fccksf\u00e4lle erscheinen. Wenn man aber die Geschehnisse der Gegenwart mit offenen Augen betrachtet, tauchen diese oft anders als reine Zuf\u00e4lle auf. Ein solcher Fall war auch die Beschaffung dieses Buches. Dem Bibliothekar der Ungarndeutschen Bibliothek fiel eines Morgens auf dem Weg zur Arbeit in einer Bushaltestelle in Budapest auf, dass eine Dame <a href=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/de\/2018\/10\/schwabische-schicksalsgemeinschaft-im-spiegel-einer-deutschen-familie-aus-der-batschka\/\" target=\"_blank\">ein im Haus der Ungarndeutschen vorgestelltes Buch<\/a> \u00a0liest. Es war die Lebensgeschichte des aus Besdan stammenden Antal Mayers. Er sprach sie darauf an und es stellte sich heraus, dass sie ebenfalls aus Besdan stammt und selbst einen Roman schrieb, der auch zum Sammelkreis der Bibliothek geh\u00f6rt. Nach ein paar Wochen brachte Anna Friedrich ein Freiexemplar in die Bibliothek.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/Miert-warum.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-53779\" alt=\"Miert warum\" src=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/Miert-warum-346x500.jpg\" width=\"346\" height=\"500\" srcset=\"https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/Miert-warum-346x500.jpg 346w, https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/Miert-warum.jpg 693w\" sizes=\"auto, (max-width: 346px) 100vw, 346px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Die Autorin ist 1953 in der einst auch von Donauschwaben bewohnten Batschkaer Siedlung geboren und im ehemaligen Jugoslawien aufgewachsen. Nach ihrem Studium war sie als Journalistin und Psychotherapeutin t\u00e4tig, und \u00fcbt als Rentnerin ihre journalistische T\u00e4tigkeit auch heutzutage noch aus.<\/p>\n<p>In diesem Buch geht es um eine fiktive Geschichte einer Frau namens Rosa Emling, die das Konzentrationslager von Jarmosch (J\u00e1rek\/Ba\u010dki Jarak) \u00fcberlebt. Als Quelle dienten verschiedene Menschenschicksale, insoweit spiegelt das Werk doch die Wirklichkeit wider.<\/p>\n<p>Die Ich-Erz\u00e4hlerin beginnt die Geschichte mit einer Szene beim Denkmal des Vernichtungslagers in Gakowa, wo um die 8000 Donauschwaben ums Leben gekommen sind. Rosa &#8211; schon als alte Frau &#8211; besucht diese Gedenkst\u00e4tte mit ihrem Sohn.<\/p>\n<p>Danach entfaltet sich die Geschichte in zwei Erz\u00e4hlstr\u00e4ngen. In einem wird der Leser nach aus den Tr\u00fcmmern des Zweiten Weltkriegs schnell aufgebautem Deutschland gebracht, wo Rosa ihr Leben nach den erlebten Trag\u00f6dien aufzubauen versucht. Hier trifft sie sich mit dem Bruder wieder, und probiert sich sowohl existenziell als auch psychisch durchzuschlagen. Am schwersten f\u00e4llt ihr als Frau eine richtige Beziehung mit einem Mann einzugehen. Den Grund ihrer psychischen Probleme erfahren wir aus dem anderen, parallel laufenden Erz\u00e4hlstrang.<\/p>\n<p>Der andere \u201ePfad\u201d beginnt w\u00e4hrend des Zweiten Weltkriegs, als die kleine Rosa mit dem \u00e4lteren Bruder, der ungarischen Mutter und dem donauschw\u00e4bischen Vater in einem auch von Ungarn und Deutschen bewohnten Dorf in der N\u00e4he von Neusatz lebt. In der Erz\u00e4hlung kommt es ziemlich schnell zu den tragischen Geschehnissen: Die Familie wird zerrissen. Der Vater zieht in den Krieg, der Bruder verschwindet, die deutschen Gro\u00dfeltern werden nach Gakowa, die Mutter, Tante Ancsa und Rosa werden ins Vernichtungslager von Jarek geschleppt, wo die Protagonistin von den Partisanen mehrmals vergewaltigt wird, aber letztlich doch \u00fcberlebt.<\/p>\n<p>Diese zwei Erz\u00e4hlstr\u00e4nge wechseln einander ab und werden letztlich zusammengef\u00fcgt. Hier wird dem Leser klar, warum Rosa so schwer f\u00e4llt ihre psychischen Probleme zu \u00fcberwinden bzw. warum sie keine normale Beziehung mit M\u00e4nnern haben und somit es nicht zur Familiengr\u00fcndung kommen kann. Hilfe und Unterst\u00fctzung erh\u00e4lt die bildh\u00fcbsche junge Frau von Freunden und Verwandten &#8211; darunter sind auch Ungarndeutsche -, die in gewisser Hinsicht auch ihre Schicksalsgenossen sind. Ob und wie sie in diese neue Welt letztlich klarkommt, was die schon \u00fcber 80 gewordene alte Rosa \u00fcber ihr Schicksal denkt, wird auf den letzten Seiten enth\u00fcllt.<\/p>\n<p>Wir empfehlen das Buch Allen, die einen Roman mit\u00a0fiktiver, aber realistisch geschilderter Geschichte lesen m\u00f6chten, der den Lebensweg einer Donauschw\u00e4bin erz\u00e4hlt, deren Schicksal von Tausenden geteilt wird, und den Opfern der jugoslawischen Vernichtungslager ein w\u00fcrdiges Denkmal setzt.<\/p>\n<p>Friedrich Anna: Mi\u00e9rt? Warum?<br \/>\nEgy jugoszl\u00e1viai l\u00e1gert t\u00fal\u00e9lt magyar-n\u00e9met asszony t\u00f6rt\u00e9nete<br \/>\n(Die Geschichte einer ungarisch-deutschen Frau, die einen Vernichtungslager in Jugoslawien \u00fcberlebt hat)<br \/>\nBudapest: Keskeny\u00faton Alap\u00edtv\u00e1ny, 2016.<br \/>\n184 S., Ill.<br \/>\nSprache: Ungarisch<\/p>\n<p><em>Die empfohlenen B\u00fccher sind in der Sammlung der Ungarndeutschen Bibliothek \u2013 wenn nichts weiteres Angegeben- nur zur Leihe zug\u00e4nglich.<br \/>\nWeitere Informationen:\u00a0<a href=\"mailto:info@bibliothek.hu\">info@bibliothek.hu<\/a><br \/>\nWebseite: <a href=\"http:\/\/www.bibliothek.hu\" target=\"_blank\">www.bibliothek.hu<\/a><\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Roman mit fiktiver, aber realistisch geschilderter Geschichte \u00fcber den Lebensweg einer Donauschw\u00e4bin, deren Schicksal von Tausenden geteilt wird, und der den Opfern der jugoslawischen Vernichtungslager ein w\u00fcrdiges Denkmal setzt.<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":53781,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"aside","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","_seopress_titles_title":"","_seopress_titles_desc":"","_seopress_robots_index":"","ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[93,303,578],"tags":[728,431,492,1654,460,860],"class_list":{"0":"post-53783","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-aside","5":"has-post-thumbnail","7":"category-bibliothek-nachrichten","8":"category-buchtipp","9":"category-default-de","10":"tag-bibliothek-de","11":"tag-buch","12":"tag-buchtipp-2","13":"tag-jugoslawien","14":"tag-ungarndeutsche-bibliothek","15":"tag-verschleppung","16":"post_format-post-format-aside"},"amp_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/53783","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=53783"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/53783\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":53812,"href":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/53783\/revisions\/53812"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/53781"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=53783"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=53783"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=53783"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}