{"id":54045,"date":"2020-04-22T09:58:52","date_gmt":"2020-04-22T07:58:52","guid":{"rendered":"http:\/\/www.zentrum.hu\/?p=54045"},"modified":"2020-04-22T09:58:52","modified_gmt":"2020-04-22T07:58:52","slug":"der-tag-der-erde-die-ungarndeutsche-sparsamkeit-und-joschka-fischer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/2020\/04\/der-tag-der-erde-die-ungarndeutsche-sparsamkeit-und-joschka-fischer\/","title":{"rendered":"Der Tag der Erde, die ungarndeutsche Sparsamkeit und Joschka Fischer"},"content":{"rendered":"<h5>M\u00f6chten Sie \u00fcber \u00e4hnliche Themen erfahren?<br \/>\nDr\u00fccken auch Sie ein Like auf die \u2013&gt; <a title=\"Ungarndeutsche Nachrichten\" href=\"http:\/\/facebook.com\/zentrumhu\" target=\"_blank\">Zentrum Facebook-Seite<\/a><\/h5>\n<p>Der Tag der Erde wird jedes Jahr am 22. April gefeiert. Erstaunlich, dass weltweit bereits das 50-j\u00e4hrige Jubil\u00e4um stattfindet und in Ungarn dieses Jahr schon zum 30. Mal mitgefeiert wird. Der Name und das Konzept des Tages wurden schon bei einer UNESCO-Konferenz im Jahre 1969 vorgeschlagen. Auf die Initiative von Denis Hayes, der damals noch Universit\u00e4tsstudent war, wurden auf die Probleme der Umweltverschmutzung zuerst am 22. April 1970 in den USA mit der Teilnahme von 20 Millionen Menschen aufmerksam gemacht. Ungarn schloss sich 1990 der Bewegung an, die seitdem international begangen und in 175 L\u00e4ndern der Welt von mehr als tausend Organisationen unterst\u00fctzt wird. Das Hauptziel ist, dass die Wertsch\u00e4tzung f\u00fcr die nat\u00fcrliche Umwelt gest\u00e4rkt und die Art des Konsumverhaltens unter den Menschen ge\u00e4ndert wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/Earth_Day_Flag.jpeg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-54040 aligncenter\" title=\"Flagge zum Tag der Erde (Quelle: Wikipedia)\" alt=\"Earth_Day_Flag\" src=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/Earth_Day_Flag-510x340.jpeg\" width=\"510\" height=\"340\" srcset=\"https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/Earth_Day_Flag-510x340.jpeg 510w, https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/Earth_Day_Flag.jpeg 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 510px) 100vw, 510px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Solche \u201eUmweltsch\u00fctzer-Trends\u201d wie das Verkehren mit dem Fahrrad auch in den Gro\u00dfst\u00e4dten oder Recycling haben sich schon massenweise durchgesetzt. Wenn man die heutige Lage der Biosph\u00e4re betrachtet, gibt es aber noch vieles zu tun. Auch die Mehrheit der Politiker zweifeln nicht mehr daran, dass etwas gemacht werden muss: So wurde das gegen die globale Erw\u00e4rmung geschlossene Pariser \u00dcbereinkommen von 2015 bislang von fast 200 L\u00e4ndern ratifiziert. Ab 2020 sollten dann entsprechende Ma\u00dfnahmen in Kraft treten. Es ist eine gro\u00dfe Frage, ob und wie viel Zeit es noch gibt, ob wir den n\u00e4chsten Generationen eine Welt hinterlassen k\u00f6nnen, in der man noch \u00fcberhaupt in einer gewissen Normalit\u00e4t leben kann, oder die Ressourcen schon in den kommenden Jahrzehnten knapp werden.<\/p>\n<p>Dazu br\u00e4uchte man aber eine feste Entschlossenheit, eine solche, die zuletzt in den 1968er Bewegungen zu beobachten war, die auch die Gesellschaft auf der ganzen Welt ver\u00e4nderten und schlie\u00dflich zu den Umweltsch\u00fctzer-Trends f\u00fchrten. Einer der radikalsten Anf\u00fchrer dieser Bewegung war in Deutschland Joschka Fischer, der am 12. April 1948 in Gerabronn in Baden-W\u00fcrttemberg geboren ist. Seine ungarndeutschen Eltern wurden 1946 aus Wudigess nach Westdeutschland vertrieben und f\u00fchrten ein kleinb\u00fcrgerliches Leben im Land des Wirtschaftswunders. Der junge Joschka Fischer wollte sich aber weder der eigenen Familie noch der Gesellschaft anpassen. Mit 17 verlie\u00df er das Gymnasium und begann eine Lehre als Fotograf in Fellbach, die er 1966 auch abbrach. Ab 1967 wandte er sich der radikalen Politik der linken Studentenbewegungen zu, und beteiligte sich auch an Stra\u00dfenk\u00e4mpfen. Er wurde ein \u201eBerufsrevolution\u00e4r\u201d der Au\u00dferparlamentarischen Opposition (APO). Er versuchte in verschiedenen Demonstrationen mit Gewalt Deutschland zu ver\u00e4ndern. Doch Fischer erkannte in den sp\u00e4ten 1970er Jahren, dass Gewalt nichts bringt und wandte sich der legalen Politik zu. So wurde er einer der Gr\u00fcnderv\u00e4ter der Partei Die Gr\u00fcnen im Jahre 1980. 1983 sa\u00df er schon in der ersten gr\u00fcnen Fraktion im Bundestag in Bonn, 1985 wurde er zum Staatsminister f\u00fcr Umwelt und Energie in Hessen ernannt. Symbolhaft und typisch f\u00fcr Fischer war dabei die Szene seiner Vereidigung in Turnschuhe. Schlie\u00dflich wurde der gr\u00fcne Politiker von 1998 bis 2005 Au\u00dfenminister und Vizekanzler Deutschlands.<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" title=\"Joschka Fischer wird Umweltminister in Hessen 1985\" width=\"696\" height=\"392\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/nBqfvDsYgXw?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p>Wie er seine Einstellungen ver\u00e4nderte und gr\u00fcner Politiker wurde, so sollten wir vielleicht auch unsere Denkweise umstrukturieren. Vielleicht sollten wir in unserer \u201eungarndeutschen Gegenwart\u201d nicht nur die Sprache, die Musik, den Tanz, und die Gegenst\u00e4nde der Ahnen retten, sondern auch die Tugend Sparsamkeit im weitesten Sinne, denn diese bedeutet auch das sinnvolle Umgehen mit den Ressourcen. Es ist bemerkenswert, wie klein der \u00f6kologische Fu\u00dfabdruck einer ungarndeutschen Bauernfamilie der 1930er Jahre gewesen sein konnte. Man hatte den Sparherd, den man zum Heizen und Kochen benutzte, man hatte den Keller oder den Brunnen als K\u00fchlschrank. Man hatte praktisch keinen Hausm\u00fcll. Organische Abf\u00e4lle landeten auf dem Misthaufen oder wurden den Tieren gegeben, die Essensreste wurden bei anderen Gerichten wiederverwendet. Kaputte Gegenst\u00e4nde wurden repariert und nicht gleich weggeschmissen, Kleider fanden auch oft die entsprechende Metamorphose. Die Menschen waren \u00fcberwiegend von biologisch abbaubaren Dingen umgeben.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich h\u00e4tte es keinen Sinn das Rad der Zeit zur\u00fcckzudrehen, aber die Denkweise bez\u00fcglich der Sparsamkeit der Ungarndeutschen k\u00f6nnte wesentlich zu unserer Zukunft beitragen.\u00a0Es gibt Theorien, dass wir die Coronavirus-Krise unserem sch\u00e4dlichen Umgang mit der Umwelt zu verdanken haben. Ob das wahr ist , wird sich sp\u00e4ter herausstellen. Die Welt wird sich nach der Krise vermutlich ver\u00e4ndern, wir brauchen aber eher \u201eEvolution statt Revolution\u201d. Ein jeder sollte sich daran beteiligen, es ist egal, ob der erste Schritt in Turnschuhen, Stiefeln, Patschkern oder Barfu\u00df gemacht wird.<\/p>\n<p><em>Nandor Frei<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Welt wird sich nach der Coronavirus-Krise vermutlich ver\u00e4ndern, wir brauchen aber eher \u201eEvolution statt Revolution\u201d. 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