{"id":54309,"date":"2020-05-08T09:06:40","date_gmt":"2020-05-08T07:06:40","guid":{"rendered":"http:\/\/www.zentrum.hu\/?p=54309"},"modified":"2020-05-08T09:09:21","modified_gmt":"2020-05-08T07:09:21","slug":"so-sangen-sie-in-den-dreissiger-jahren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/2020\/05\/so-sangen-sie-in-den-dreissiger-jahren\/","title":{"rendered":"So sangen sie in den dreissiger Jahren"},"content":{"rendered":"<h5>M\u00f6chten Sie \u00fcber \u00e4hnliche Themen erfahren?<br \/>\nDr\u00fccken auch Sie ein Like auf die \u2013&gt; <a title=\"Ungarndeutsche Nachrichten\" href=\"http:\/\/facebook.com\/zentrumhu\" target=\"_blank\">Zentrum Facebook-Seite<\/a><\/h5>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Lieder und Spr\u00fcche, <\/strong><br \/>\n<strong>vorgetragen von Frauen aus Cs\u00e1sz\u00e1rt\u00f6lt\u00e9s und aus Katym\u00e1r<\/strong><\/p>\n<p>In den sp\u00e4ten 1980er Jahren und vor allem nach der Wende wurde es m\u00f6glich, dass entsprechende Forschungen \u00fcber die Ungarndeutschen auch seitens \u201ewestlicher\u201d Institutionen der L\u00e4nder des deutschen Sprachgebiets &#8211; haupts\u00e4chlich aus der BRD oder \u00d6sterreich &#8211; intensiver unterst\u00fctzt oder einfacher durchgef\u00fchrt werden konnten. Die Bedingungen der Feldforschung waren damals noch wesentlich g\u00fcnstiger. Um die Wende lebten noch viele Ungarndeutsche, denen in der Kinder- und Jugendzeit Traditionen und Br\u00e4uche noch zum Alltag geh\u00f6rten, als noch Volkslieder und Volksmusik nicht auf der B\u00fchne, sondern in den Zuhausen, auf den Gassen und auf den Feldern erklangen.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/So-sangen-Csaszartoltes.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-54307\" alt=\"So sangen Csaszartoltes\" src=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/So-sangen-Csaszartoltes-348x500.jpg\" width=\"348\" height=\"500\" srcset=\"https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/So-sangen-Csaszartoltes-348x500.jpg 348w, https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/So-sangen-Csaszartoltes.jpg 697w\" sizes=\"auto, (max-width: 348px) 100vw, 348px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Diese Sammlung ist ein Ergebnis eines Forschungsprojekts aus der Wendezeit. Das Institut f\u00fcr Volkskunde der Universit\u00e4t Wien hatte im Rahmen des Projekts \u201eWiener ungarndeutsche Kulturforschung\u201d vier ungarndeutsche Siedlungen &#8211; Jink, Tschasartet, Katschmar und Willand &#8211; nach der traditionellen Kultur der Gemeinschaften in ihrer Gesamtheit erforscht. Teil dieser Forschungen zwischen 1989 und 1991 war auch die Sammlung des \u201egef\u00e4hrdeten\u201d Lied- und Spruchguts der beiden Siedlungen der Batschka: Tschasartet und Katschmar. Die Aufnahmen sind Dr. Kurt Linthoudt zu danken, der solche Lieder und Spr\u00fcche dokumentierte, die eher nur noch von Einzelpersonen vorgetragen werden konnten und dadurch vom Aussterben bedroht waren. Die Dokumentation erfolgte in Tschasartet im Altenheim, in Katschmar konnte die Erinnerung an Lied- und Spruchgut in Kleingruppen und anhand Einzelbefragungen aufgedeckt werden. Die meisten der befragten Ungarndeutschen waren Frauen, die um oder schon \u00fcber 60 Jahre alt waren. Dabei ist es auch beachtenswert, dass alleine die Aufnahmen schon vor 30 Jahren erfolgten und somit die Sammlung eine wahre Zeitreise in die Volkskultur der Ahnen bietet.<\/p>\n<p>Die Transkription der Lieder und die wissenschaftliche Bearbeitung machte Dr. Anton Hofer, der die Lieder und Spr\u00fcche nach verschiedenen Themen ordnete und bei vielen auch die aus \u00d6sterreich bekannten Varianten verfasste. So findet man im Buch unter anderem Kinderspr\u00fcche und -lieder, Liebeslieder, Hochzeitslieder und -spr\u00fcche, aber auch Kirchenlieder. Die Sammlung bietet somit ein buntes Repertoire an Sch\u00e4tzen zu allen Anl\u00e4ssen auch f\u00fcr die heutigen Zeiten.<\/p>\n<p>Viele aus Tschasartet erlitten die Trag\u00f6die der Malenkij Robot, als Ungarndeutsche wurden sie massenweise in die Sowjetunion zur Zwangsarbeit verschleppt. Viele der in Katschmar Lebenden flohen aus den Gebieten des Tito-Jugoslawiens und aus den Vernichtungslagern. So findet man auch Lieder, die infolge dieser Schicksalsschl\u00e4ge der Gefangenschaft, Vertreibung und Flucht entstammen und somit aufbewahrt wurden.<\/p>\n<p>Das Buch empfehlen wir Allen, die sich f\u00fcr das Liedgut und die Spr\u00fcche der Ungarndeutschen vor mehr als achtzig Jahren interessieren, oder die entsprechenden Varianten aus Tschasartet und Katschmar in der Batschka kennenlernen oder erforschen m\u00f6chten.<\/p>\n<p>So sangen sie in den dreissiger Jahren<br \/>\nLieder und Spr\u00fcche, vorgetragen von Frauen aus Cs\u00e1sz\u00e1rt\u00f6lt\u00e9s und aus Katym\u00e1r<br \/>\nErhebung und Tonaufnahme: Kurt van Lithout &#8211; Transkription und Wissenschaftliche Bearbeitung: Anton Hofer<br \/>\nWien-Gy\u0151r: Haz\u00e1nk K\u00f6nyvkiad\u00f3 Kft., 1993.<br \/>\n171.S.<br \/>\nSprache: Deutsch<\/p>\n<p><em>Die empfohlenen B\u00fccher sind in der Sammlung der Ungarndeutschen Bibliothek \u2013 wenn nichts weiteres Angegeben- nur zur Leihe zug\u00e4nglich.<br \/>\nWeitere Informationen:\u00a0<a href=\"mailto:info@bibliothek.hu\" target=\"_blank\">info@bibliothek.hu\u2028<\/a><br \/>\nWebseite: <a href=\"http:\/\/www.bibliothek.hu\" target=\"_blank\">www.bibliothek.hu<\/a><\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Buch f\u00fcr Alle, die sich f\u00fcr das Liedgut und die Spr\u00fcche der Ungarndeutschen vor mehr als achtzig Jahren interessieren, oder die entsprechenden Varianten aus Tschasartet und Katschmar kennenlernen oder erforschen m\u00f6chten.<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":54306,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"aside","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","_seopress_titles_title":"","_seopress_titles_desc":"","_seopress_robots_index":"","ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[93,303],"tags":[728,431,492,369,1676,307,432,1325,460,1025],"class_list":{"0":"post-54309","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-aside","5":"has-post-thumbnail","7":"category-bibliothek-nachrichten","8":"category-buchtipp","9":"tag-bibliothek-de","10":"tag-buch","11":"tag-buchtipp-2","12":"tag-forschung","13":"tag-katschmar","14":"tag-musik","15":"tag-sammlung","16":"tag-tschasartet","17":"tag-ungarndeutsche-bibliothek","18":"tag-volksmusik","19":"post_format-post-format-aside"},"amp_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/54309","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=54309"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/54309\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":54317,"href":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/54309\/revisions\/54317"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/54306"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=54309"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=54309"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=54309"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}