{"id":54388,"date":"2020-05-13T12:20:56","date_gmt":"2020-05-13T10:20:56","guid":{"rendered":"http:\/\/www.zentrum.hu\/?p=54388"},"modified":"2020-05-15T08:46:33","modified_gmt":"2020-05-15T06:46:33","slug":"eine-fur-uns-wichtige-personlichkeit-deren-statue-vom-heldenplatz-verbannt-wurde","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/2020\/05\/eine-fur-uns-wichtige-personlichkeit-deren-statue-vom-heldenplatz-verbannt-wurde\/","title":{"rendered":"Eine f\u00fcr uns wichtige Pers\u00f6nlichkeit, deren Statue vom Heldenplatz verbannt wurde"},"content":{"rendered":"<h5>M\u00f6chten Sie \u00fcber \u00e4hnliche Themen erfahren?<br \/>\nDr\u00fccken auch Sie ein Like auf die \u2013&gt; <a title=\"Ungarndeutsche Nachrichten\" href=\"http:\/\/facebook.com\/zentrumhu\" target=\"_blank\">Zentrum Facebook-Seite<\/a><\/h5>\n<p>Vermutlich denken 2020 nur wenige Ungarndeutsche daran, dass genau vor 303 Jahren, am 13. Mai 1717, jemand in Wien geboren ist, die sp\u00e4ter auch als die m\u00e4chtige Herrscherin Ungarns die geschichtliche Rolle ihres Imperiums auf der historischen B\u00fchne Europas jahrzehntelang bestimmte. Wenn man erw\u00e4hnt, dass sie aus dem Haus der Habsburger stammte, dann ist es kein Geheimnis mehr, dass es sich dabei um Maria Theresia handelt. Auch das Wirken ihres Vaters ist f\u00fcr die ungarndeutsche Volksgruppe nicht weniger bedeutend.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/Andreas_Moeller_-_Erzherzogin_Maria_Theresia_-_Kunsthistorisches_Museum-4.jpeg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-54392 aligncenter\" title=\"Maria Theresia als M\u00e4dchen, gemalt von Andreas M\u00f6ller im Jahre 1727 (Quelle: wikimedia.org)\" alt=\"Andreas_Moeller_-_Erzherzogin_Maria_Theresia_-_Kunsthistorisches_Museum-4\" src=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/Andreas_Moeller_-_Erzherzogin_Maria_Theresia_-_Kunsthistorisches_Museum-4-402x500.jpeg\" width=\"402\" height=\"500\" srcset=\"https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/Andreas_Moeller_-_Erzherzogin_Maria_Theresia_-_Kunsthistorisches_Museum-4-402x500.jpeg 402w, https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/Andreas_Moeller_-_Erzherzogin_Maria_Theresia_-_Kunsthistorisches_Museum-4.jpeg 804w\" sizes=\"auto, (max-width: 402px) 100vw, 402px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Den Vater kennt man aus der Geschichte als Karl III., K\u00f6nig von Ungarn, und als Karl VI., r\u00f6misch-deutscher Kaiser und Erzherzog von \u00d6sterreich. Nach den T\u00fcrkenkriegen und vor allem nach dem Friedensabkommen von Sathmar im Jahre 1711 begann im K\u00f6nigreich Ungarn eine fast hundert Jahre lange Friedensperiode und Stabilit\u00e4t, die auch die massenweise Ansiedlung der Deutschen nach Ungarn erm\u00f6glichten. Der Kaiser sicherte das Fortbestehen der Herrschaft der Habsburger durch die Pragmatische Sanktion von 1713, durch die eine weibliche Erbfolge in den habsburgischen L\u00e4ndern erm\u00f6glichte. Diese wurde in Pressburg auch von den ungarischen St\u00e4nden anerkannt und 1722 als Gesetz verabschiedet. Im folgenden Jahr wurde die Impopulationsgesetz vom Pressburger Landtag verabschiedet, das &#8211; vor allem die deutsche &#8211; Einwanderung aus dem Alten Reich f\u00f6rderte und zugleich die rechtliche Grundlage f\u00fcr die Ansiedlung im ganzen Jahrhundert bildete. Karl III. f\u00f6rderte mit der Ausnahme des Banats und Teile der Batschka die Ansiedlung in die privaten Herrschaften. Die F\u00f6rderung der Wiederaufbaut\u00e4tigkeit und Modernisierung in Ungarn wurde auch von der Tochter in ihrer Regierungszeit ab 1740 fortgesetzt.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/hu_mnl_ol_n_0045_ladh_sera_fsc_2_1723_2_tvcikk_102.jpeg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-54393 aligncenter\" title=\"Die vom Landtag gesiegelte, unterschriebene Seite der Gesetze (Pragmatica Sanctio) aus den Jahren 1722-23 (Quelle: mnl.gov.hu)\" alt=\"hu_mnl_ol_n_0045_ladh_sera_fsc_2_1723_2_tvcikk_102\" src=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/hu_mnl_ol_n_0045_ladh_sera_fsc_2_1723_2_tvcikk_102-313x500.jpeg\" width=\"313\" height=\"500\" srcset=\"https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/hu_mnl_ol_n_0045_ladh_sera_fsc_2_1723_2_tvcikk_102-313x500.jpeg 313w, https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/hu_mnl_ol_n_0045_ladh_sera_fsc_2_1723_2_tvcikk_102.jpeg 627w\" sizes=\"auto, (max-width: 313px) 100vw, 313px\" \/><\/a><\/p>\n<p>1720 sch\u00e4tzt man Ungarns Bev\u00f6lkerung um die vier Millionen Seelen, die zur Volksz\u00e4hlung von Josef II. im Jahre 1787 eine Anzahl von 8,3 Millionen ausmacht. Diesen enormen Zuwachs konnte man nur durch die Ansiedlung &#8211; gesch\u00e4tzt um eine Million Personen, darunter 400.000 deutsche Kolonisten &#8211; realisiert werden. Die deutschen Kolonisten brachten neue und effektive landwirtschaftliche Methoden mit, wozu auch auf Produktivit\u00e4t und Besitzsteigerung ausgerichtete Mentalit\u00e4t und bei den meisten eine &#8211; im Vergleich zu den ungarischen Verh\u00e4ltnissen &#8211; betr\u00e4chtliches Startkapital z\u00e4hlte.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/778px-Martin_van_Meytens_attrib._-_Portr\u00e4t_Kaiser_Karl_VI.jpeg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-54391 aligncenter\" title=\"Kaiser Karl VI. - Gem\u00e4lde von Martin van Meytens (Quelle: wikimedia.org)\" alt=\"778px-Martin_van_Meytens_(attrib.)_-_Portr\u00e4t_Kaiser_Karl_VI\" src=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/778px-Martin_van_Meytens_attrib._-_Portr\u00e4t_Kaiser_Karl_VI-379x500.jpeg\" width=\"379\" height=\"500\" srcset=\"https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/778px-Martin_van_Meytens_attrib._-_Portr\u00e4t_Kaiser_Karl_VI-379x500.jpeg 379w, https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/778px-Martin_van_Meytens_attrib._-_Portr\u00e4t_Kaiser_Karl_VI.jpeg 759w\" sizes=\"auto, (max-width: 379px) 100vw, 379px\" \/><\/a><\/p>\n<p>In den Ansiedlungsvertr\u00e4gen zwischen den Kolonisten und den Grundherren wurden die genauen Bestimmungen \u00fcber Besteuerung, Naturalabgaben und Arbeitsleistungen festgelegt. Doch infolge der Konsolidierung der Eigentumsverh\u00e4ltnisse und des sinkenden Angebots an freien Bauernstellen hielten sich die Grundherren nicht mehr an den Vertr\u00e4gen und erh\u00f6hten die Lasten der Bauern, die zu Bauernaufst\u00e4nden f\u00fchrten. Der Bauernaufstand von 1766 in Transdanubien war die erste Grundherrschaften \u00fcbergreifende politische Bewegung, in der sich in einer ganzen Region des Landes Ungarndeutsche miteinander solidarisierten. Die Konflikte l\u00f6ste Maria Theresia durch die Urbarialregulierung, die die Anschaffung von Grundb\u00fcchern verordnet, in denen die genauen b\u00e4uerlichen Besitz- und Nutzungsrechte mit den dazugeh\u00f6rigen Leistungsverpflichtungen festgelegt werden. Diese verschafften den Bauern allgemeine Rechtssicherheit und waren mit der 1777 eingef\u00fchrten Ratio-Educationis-Verordnung, die das Schulwesen standardisierte und unter staatliche Aufsicht stellte, zu ihrer Zeit moderne Gesetze. Diese setzten das Land &#8211; im Gegensatz zu den Zeiten der T\u00fcrkenherrschaft &#8211; wieder auf \u201eeurop\u00e4ischen Kurs\u201d. Maria Theresia hinterlie\u00df ihrem Sohn, Josef den II., 1780 ein stabiles Imperium, das zu den damaligen Gro\u00dfm\u00e4chten Europas z\u00e4hlte und damit auch das Ungarische K\u00f6nigreich \u201ewieder auf Europas Landkarte brachte\u201d.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/6ace3a17f15dd596c5be05291ab471b1_1.jpeg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-54390 aligncenter\" title=\"Die einzige ganzk\u00f6rperliche Statue in Ungarn \u00fcber Maria Theresia steht in Gedele (Quelle: kozterkep.hu)\" alt=\"6ace3a17f15dd596c5be05291ab471b1_1\" src=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/6ace3a17f15dd596c5be05291ab471b1_1-332x500.jpeg\" width=\"332\" height=\"500\" srcset=\"https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/6ace3a17f15dd596c5be05291ab471b1_1-332x500.jpeg 332w, https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/6ace3a17f15dd596c5be05291ab471b1_1.jpeg 665w\" sizes=\"auto, (max-width: 332px) 100vw, 332px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Betrachtet man die Geschichte, sollte man eventuell dar\u00fcber nachdenken, dass &#8211; abgesehen von den dunklen Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts &#8211; f\u00fcr Ungarn eher die Integration in Europa bzw. N\u00e4herung an den westlichen L\u00e4ndern Europas eine kulturelle und wirtschaftliche Entwicklung brachte.<\/p>\n<p>\u00dcber die f\u00fcr die Ungarndeutschen bedeutende Herrscherin existiert in ganz Ungarn nur eine einzige ganzk\u00f6rperliche Statue in Gedele erst seit 2011. Urspr\u00fcnglich war sie 1907 auf dem Millenniumsdenkmal mit anderen habsburgischen Herrschern auf dem Heldenplatz ausgestellt, wurde aber in den 1950-er Jahren durch die Statue von Emmerich Th\u00f6k\u00f6ly ersetzt. Obwohl die Statue aus der Hauptstadt \u201evertrieben wurde\u201d, sollten zumindest wir Ungarndeutsche Maria Theresia mehr gedenken.<\/p>\n<p><em>N\u00e1ndor Frei<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vermutlich denken 2020 nur wenige Ungarndeutsche daran, dass genau vor 303 Jahren jemand in Wien geboren ist, die sp\u00e4ter auch als die m\u00e4chtige Herrscherin Ungarns die geschichtliche Rolle ihres Imperiums auf der historischen B\u00fchne Europas jahrzehntelang bestimmte.<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":54394,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","_seopress_titles_title":"","_seopress_titles_desc":"","_seopress_robots_index":"","ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[148,91],"tags":[789,350,843],"class_list":{"0":"post-54388","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-fohir-de","8":"category-nachrichten","9":"tag-einsiedlung","10":"tag-geschichte","11":"tag-jahrestag"},"amp_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/54388","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=54388"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/54388\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":54401,"href":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/54388\/revisions\/54401"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/54394"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=54388"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=54388"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=54388"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}