{"id":54621,"date":"2020-05-29T09:28:49","date_gmt":"2020-05-29T07:28:49","guid":{"rendered":"http:\/\/www.zentrum.hu\/?p=54621"},"modified":"2020-06-04T12:57:13","modified_gmt":"2020-06-04T10:57:13","slug":"kinder-von-heute-sind-die-erwachsenen-von-morgen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/2020\/05\/kinder-von-heute-sind-die-erwachsenen-von-morgen\/","title":{"rendered":"Kinder von heute sind die Erwachsenen von morgen"},"content":{"rendered":"<h5>M\u00f6chten Sie \u00fcber \u00e4hnliche Themen erfahren?<br \/>\nDr\u00fccken auch Sie ein Like auf die \u2013&gt; <a title=\"Ungarndeutsche Nachrichten\" href=\"http:\/\/facebook.com\/zentrumhu\" target=\"_blank\">Zentrum Facebook-Seite<\/a><\/h5>\n<p>Der Kindertag ist zwar kein traditioneller Feiertag der Ungarndeutschen, er wird jedoch schon seit 70 Jahren in Ungarn jedes Jahr eigentlich in jeder Ecke des Landes gefeiert. Es ist sehr interessant, dass zum ersten Mal nicht ein westeurop\u00e4isches Land, sondern die T\u00fcrkei einen Tag &#8211; der seitdem ununterbrochen und jedes Jahr am selben Tag gefeiert wird &#8211; f\u00fcr die Kinder einf\u00fchrte. Der Initiator war der Staatsgr\u00fcnder und \u201eVater der Republik\u201d Mustafa Kemal Pascha. Es geschah vor 100 Jahren, als er dem 23. April zum ersten Mal unter dem Motto \u201eKinder von heute sind die Erwachsenen von morgen\u201d den Kindern widmete.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/ataturk.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-54623 aligncenter\" title=\"Mustafa Kemal Atat\u00fcrk (Foto: Wikipedia)\" alt=\"ataturk\" src=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/ataturk-353x500.jpg\" width=\"353\" height=\"500\" srcset=\"https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/ataturk-353x500.jpg 353w, https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/ataturk.jpg 707w\" sizes=\"auto, (max-width: 353px) 100vw, 353px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Die Gleichberechtigungsbewegungen f\u00fcr die Frauen vom 19. Jahrhundert sowie das Erschaffen der Kinderrechte und ihr Schutz waren auch im 20. Jahrhundert &#8211; sind aber auch bis zum heutigen Tag &#8211; aktuelle Themen. Es ist bemerkenswert, dass bei den Ungarndeutschen die Gleichberechtigung &#8211; was die Arbeitsteilung innerhalb der Familie anbelangt &#8211; etwas anderes bedeutete und sie auf die Ansiedlungszeiten zur\u00fcckzuf\u00fchren ist.\u00a0Die Frauen verrichteten oft die gleiche Arbeit wie die M\u00e4nner, und aus praktischen Gr\u00fcnden trugen auch die M\u00e4nner Sch\u00fcrzen. Die Kinderkleidung war &#8211; vermutlich auch aus \u00e4hnlichen Gr\u00fcnden &#8211; bis zum Alter von 5-6 Jahren nicht geschlechtsspezifisch, so hatten auch die Knaben R\u00f6cke getragen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/fodijozsi_23_bt13.jpeg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-54630 aligncenter\" title=\"J\u00f3zsef F\u00f3di: Feldarbeit im Herbst 1949 - Meine Urgro\u00dfmutter Maria Kanczler und Josef Gl\u00fcck beim Ackern auf dem Herender Ackerfeld. Meine Uroma h\u00e4lt den Pflug, weil die K\u00fche Frauen nicht mochten. (Foto: Blickpunkt)\" alt=\"fodijozsi_23_bt13\" src=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/fodijozsi_23_bt13-510x339.jpeg\" width=\"510\" height=\"339\" srcset=\"https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/fodijozsi_23_bt13-510x339.jpeg 510w, https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/fodijozsi_23_bt13.jpeg 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 510px) 100vw, 510px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Es kann aber nicht behauptet werden, dass die Kinder damals \u201eentrechtet\u201c gewesen w\u00e4ren. Ein guter Beweis, wie wichtig die schulische Bildung der Kinder f\u00fcr die Ungarndeutschen war, dass bereits 1780 73 Prozent der schulf\u00e4higen Kinder des Landes, die eine Schule besuchten, deutscher Abstammung waren. Neben dem Lernen in der Schule und der Arbeit auf den Feldern und um das Haus sollten sie aber auch entsprechende Freizeit zum Spielen und Singen gehabt haben. Das beweisen auch mehrere B\u00fccher, in denen zahlreiche Kinderlieder, Kinderspiele, Reime und Spr\u00fcche aus dem 20. Jahrhundert, die in verschiedenen ungarndeutschen Ortschaften gesammelt worden sind, aufgezeichnet sind.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/2008_13000171_10002814_svab_madonna_1943.jpeg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-54631 aligncenter\" title=\"Maria Etsberger: Schw\u00e4bische Madonna - Elisabeth Hellenp\u00e1rth geb. Klocker mit S\u00f6hnchen Matthias (1907-1982) im Jahre 1908 in Wikitsch (Foto: Blickpunkt)\" alt=\"2008_13000171_10002814_svab_madonna_1943\" src=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/2008_13000171_10002814_svab_madonna_1943-341x500.jpeg\" width=\"341\" height=\"500\" srcset=\"https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/2008_13000171_10002814_svab_madonna_1943-341x500.jpeg 341w, https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/2008_13000171_10002814_svab_madonna_1943.jpeg 683w\" sizes=\"auto, (max-width: 341px) 100vw, 341px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Die aus den Kolonistenzeiten stammende Arbeitsmentalit\u00e4t war vom Vorteil, als die Arbeitskraft der Kinder und Frauen gebraucht wurde, w\u00e4hrend die M\u00e4nner wegen Arbeitsaufenthalt im Ausland die n\u00f6tigen Arbeiten zu Hause nicht verrichten konnten. So war es auch in den Jahren, als der \u201et\u00fcrkische Kindertagsverordner&#8220; Mustafa Kemal Atat\u00fcrk in den 1920er Jahren die Hauptstadt Ankara unter anderem von Badesecker ungarndeutschen Maurern neubauen lie\u00df. Zu den Zeiten der Weltwirtschaftskrise gab es in Ungarn auch wenig Arbeit, so waren sie nicht nur in der T\u00fcrkei, sondern auch bei den Bauarbeiten des Palasts des persischen Schachs, aber auch in westlichen Teilen Europas t\u00e4tig. Nur Wenige waren so gl\u00fccklich, dass sie die Familie ins Empfangsland mitnehmen durften.<\/p>\n<p>Weniger Zeit zum Spielen hatten die Kinder auch, als die M\u00e4nner wegen Einr\u00fccken in den Krieg oder wegen der Kriegsgefangenschaft aus den Familien fehlten.\u00a0Der Zweite Weltkrieg und seine Folgen brachten nicht nur vielen Erwachsenen, sondern auch f\u00fcr ungarndeutsche Kinder Schicksalsschl\u00e4ge, wie Verlust der Heimat, Familienmitglieder oder Verwandten, oder Verlust von Freunden und Spielkameraden. Als Folge des Vorschlags der Internationalen Demokratischen Frauenf\u00f6deration hat man zuerst am 1.\u00a0Juni 1950 in den damaligen sozialistischen L\u00e4ndern der Internationale Kindertag begangen, so hatten die in Ungarn verbliebenen und die in die sowjetische Besatzungszone vertriebenen Kinder in der DDR diesen am gleichen Tag erlebt.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/briefmarke.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-54624 aligncenter\" title=\"DDR-Briefmarke zum Tag des Kindes 1964 (Foto: Wikipedia)\" alt=\"briefmarke\" src=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/briefmarke-306x500.jpg\" width=\"306\" height=\"500\" srcset=\"https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/briefmarke-306x500.jpg 306w, https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/briefmarke.jpg 613w\" sizes=\"auto, (max-width: 306px) 100vw, 306px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Obwohl in Ungarn ab 1953 dieser Tag immer auf den letzten Maisonntag f\u00e4llt, feiert man diesen in den meisten ehemaligen sozialistischen Nachfolgestaaten immer noch am 1. Juni. Die Fl\u00fcchtlingskinder in der BRD hatten vermutlich eine sch\u00f6nere Kindheit und eine bessere Zukunft, was zumindest die Auswirkungen des Wirtschaftswunders und der M\u00f6glichkeiten in der demokratischen Staatseinrichtung betrifft. UNICEF empfahl 1954 den 20. September als \u201eWeltkindertag\u201c, was von der ehemaligen BRD \u00fcbernommen wurde, dieses aber lange Zeit keine wesentliche Rolle spielte. Seit der Wiedervereinigung feiert man in Deutschland den Kindertag zweimal, sowohl am 1. Juni wie auch am 20. September.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/IMGP74882.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-54634 aligncenter\" title=\"Das Zentrum organisiert regelm\u00e4\u00dfig lustige Programme f\u00fcr Kinder (Foto: Zentrum-Archiv)\" alt=\"IMGP7488\" src=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/IMGP74882-510x337.jpg\" width=\"510\" height=\"337\" srcset=\"https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/IMGP74882-510x337.jpg 510w, https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/IMGP74882.jpg 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 510px) 100vw, 510px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Als Folge der Schicksalsschl\u00e4ge der Vertreibung wurden damals viele Ungarndeutsche aus verschiedenen Ortschaften \u00fcber drei L\u00e4nder verstreut. Die beiden deutschen Staaten wurden 1990 wiedervereinigt und 2004 wurde zum Gl\u00fcck auch Ungarn Mitglied der EU. Als Erbe haben die Kinder von gestern und ihre Kindeskinder drei unterschiedliche Tage zum Feiern, zum Gl\u00fcck w\u00e4re es dank der vereinten EU kein Problem, diese auch eventuell gemeinsam, nacheinander zu feiern.<\/p>\n<p><em>N\u00e1ndor Frei<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Kindertag ist zwar kein traditioneller Feiertag der Ungarndeutschen, er wird jedoch schon seit 70 Jahren in Ungarn jedes Jahr eigentlich in jeder Ecke des Landes gefeiert.<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":54642,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"link","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","_seopress_titles_title":"","_seopress_titles_desc":"","_seopress_robots_index":"","ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[91],"tags":[877,350,404,841],"class_list":{"0":"post-54621","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-link","5":"has-post-thumbnail","7":"category-nachrichten","8":"tag-feier","9":"tag-geschichte","10":"tag-international","11":"tag-kinder","12":"post_format-post-format-link"},"amp_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/54621","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=54621"}],"version-history":[{"count":8,"href":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/54621\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":54651,"href":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/54621\/revisions\/54651"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/54642"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=54621"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=54621"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=54621"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}