{"id":55654,"date":"2020-08-15T20:36:02","date_gmt":"2020-08-15T18:36:02","guid":{"rendered":"http:\/\/www.zentrum.hu\/?p=55654"},"modified":"2020-08-15T20:36:02","modified_gmt":"2020-08-15T18:36:02","slug":"vor-30-jahren-wurde-der-verband-ungarndeutscher-autoren-gegrundet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/2020\/08\/vor-30-jahren-wurde-der-verband-ungarndeutscher-autoren-gegrundet\/","title":{"rendered":"Vor 30 Jahren wurde der Verband Ungarndeutscher Autoren gegr\u00fcndet"},"content":{"rendered":"<h5>M\u00f6chten Sie \u00fcber \u00e4hnliche Themen erfahren?<br \/>\nDr\u00fccken auch Sie ein Like auf die \u2013&gt; <a title=\"Ungarndeutsche Nachrichten\" href=\"http:\/\/facebook.com\/zentrumhu\" target=\"_blank\">Zentrum Facebook-Seite<\/a><\/h5>\n<p>Bei der Konferenz \u201eDie ungarndeutsche Literatur und ihr internationales Umfeld\u201c in der historischen Burg von Petschwar im Juni 1990 wurde die unabh\u00e4ngige Schriftstellerorganisation, der Verband Ungarndeutscher Autoren e. V. gegr\u00fcndet: Nach der am 31. Dezember 1989 im F\u00fcnfkirchner Lenau-Haus gegr\u00fcndeten Gemeinschaft Junger Ungarndeutscher (GJU) der zweite gerichtlich eingetragene landesweite ungarndeutsche Verein. Gegen die Gr\u00fcndung sprach sich nur Georg Wittmann aus Promontor aus, der wie viele damals im Verband der Ungarndeutschen in Vereinsgr\u00fcndungen eine \u201eSpaltung der Volksgruppe\u201c bef\u00fcrchtete.<\/p>\n<p>Hervorgegangen ist der Verband Ungarndeutscher Autoren aus der 1972 entstandenen Literarischen Sektion im Demokratischen Verband der Ungarndeutschen, die 1974 die erste ungarndeutsche Anthologie \u201eTiefe Wurzeln\u201c und dann mehrere Anthologien und Einzelb\u00e4nde betreute und ab 1977 j\u00e4hrlich einmal dreit\u00e4gige Werkstattgespr\u00e4che f\u00fcr die Autoren organisierte. Bei der Konferenz in Petschwar war auch die Pr\u00e4sidentin des Bundesverbandes Deutscher Autoren (Berlin) mit einer Delegation anwesend, \u201eum Kontakte zu deutschen Schriftstellervereinigungen in den ehemaligen sozialistischen L\u00e4ndern\u201c zu kn\u00fcpfen.<\/p>\n<p>Denn bei der internationalen Konferenz waren Schriftsteller aus Rum\u00e4nien und Literaturwissenschaftler aus den damaligen beiden deutschen Staaten mit dabei. Durch die Referate konnte die Position der ungarndeutschen Literatur innerhalb und au\u00dferhalb des Landes neu formuliert werden. Der neue Verband wurde gleich Mitglied im Bundesverband Deutscher Autoren, dem Autorenvereinigungen in Deutschland, \u00d6sterreich und der Schweiz angeh\u00f6rten. So gerieten die ungarndeutschen Autoren schnell in einen regen geistigen Austausch zwischen Ost und West.<\/p>\n<p>1990 brachte die Rheinisch-Westf\u00e4lische Auslandsgesellschaft Dortmund die Anthologie \u201eBekenntnisse eines Birkenbaumes\u201c heraus. Im Geleitwort schrieb der ungarische Staatspr\u00e4sident \u00c1rp\u00e1d G\u00f6ncz: \u201eHier liegt ein seltenes, authentisches Zeugnis vor, das die Ungarndeutschen selbst \u00fcber ihre Herkunft, Zugeh\u00f6rigkeit und Heimat erstellt haben: die kulturelle Selbstreflexion einer Volksgruppe.\u201c Ein Jahr sp\u00e4ter, 1991, erschien in der Reihe \u201eAuslandsdeutsche Literatur\u201c des Olms-Verlages das B\u00e4ndchen \u201eDas Zweiglein\u201c, das 1989 im Budapester Lehrbuchverlag ver\u00f6ffentlicht wurde und Texte junger, nach dem Zweiten Weltkrieg geborener Autoren beinhaltet. Der Generalsekret\u00e4r des Stuttgarter Instituts f\u00fcr Auslandsbeziehungen, Michael Rehs, meint im Geleitwort: \u201eDiese Zeugnisse noch j\u00fcngerer ungarndeutscher Autoren, die in sich Phantasie mit Pr\u00e4zision verschmelzen, entspringen nicht der Sprachbeherrschung, sondern dem Ringen mit ihr und zugleich dem Wunsch, die Muttersprache wieder zu entdecken, sie aus Fragmenten erneut zum Kunstwerk zusammenzuf\u00fcgen, ihr dichterisch den Rang wiederzugeben, der ihr geb\u00fchrt. Aus noch unvollendeter Sprachbeherrschung ist in sich Dichtung geworden \u2013 Sprache als Abenteuer und Kunstwerk zugleich.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/IMG_1355.jpeg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-55657 aligncenter\" alt=\"IMG_1355\" src=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/IMG_1355-510x382.jpeg\" width=\"510\" height=\"382\" srcset=\"https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/IMG_1355-510x382.jpeg 510w, https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/IMG_1355.jpeg 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 510px) 100vw, 510px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Im selben Jahr konnte auch die Dokumentation \u201eDie ungarndeutsche Literatur der siebziger und achtziger Jahre\u201c in Zusammenarbeit mit dem S\u00fcdostdeutschen Kulturwerk M\u00fcnchen herausgegeben werden. Eine Arbeit des besten Kenners der ungarndeutschen Literatur, des 1995 verstorbenen Budapester Germanisten J\u00e1nos Szab\u00f3. Die Dokumentation \u201e&#8230;zeigt Aspekte der Entwicklung der ungarndeutschen Literatur im genannten Zeitraum auf. Drei Dutzend Portr\u00e4ts, Analysen, Interviews, Reflexionen, Rezensionen, Berichte, Polemiken aus der Feder von Literaturwissenschaftlern, Kritikern, Journalisten, Kulturpolitikern und den ungarndeutschen Autoren selbst gew\u00e4hren dem Leser Einblicke in eine Literatur, die \u2013 wie so manch andere Minderheitenliteratur \u2013 mit streng \u00e4sthetischem Ma\u00dfstab gemessen vielleicht bescheiden, in Anbetracht des Schicksals der Volksgruppe jedoch nicht zu untersch\u00e4tzen ist. Die Bibliographie, die dem Dokumententeil folgt, erfasst s\u00e4mtliche Arbeiten, die im Ungarn der siebziger und achtziger Jahre mit literarischem Anspruch in deutscher Sprache entstanden sind, sowie ihre kritische Aufnahme\u201c, hei\u00dft es im Vorwort der Herausgeber.<\/p>\n<p>Der Verband Ungarndeutscher Autoren \u00f6ffnete sich im Feber 1992 auch f\u00fcr K\u00fcnstler. Damit wurde die Grundlage f\u00fcr das gemeinsame erfolgreiche Zusammengehen von Schriftstellern und bildenden K\u00fcnstlern im Verband Ungarndeutscher Autoren und K\u00fcnstler \u2013 abgek\u00fcrzt VUdAK geschaffen.<\/p>\n<p><em>Johann Schuth<\/em><\/p>\n<p><em>Erschienen in: Neue Zeitung, 33-34\/2020<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>M\u00f6chten Sie \u00fcber \u00e4hnliche Themen erfahren? 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