{"id":55997,"date":"2020-09-11T09:47:39","date_gmt":"2020-09-11T07:47:39","guid":{"rendered":"http:\/\/www.zentrum.hu\/?p=55997"},"modified":"2020-09-11T09:51:18","modified_gmt":"2020-09-11T07:51:18","slug":"pfeiffer-gabor-labnyomok-a-sarban","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/2020\/09\/pfeiffer-gabor-labnyomok-a-sarban\/","title":{"rendered":"Pfeiffer G\u00e1bor: L\u00e1bnyomok a s\u00e1rban"},"content":{"rendered":"<h5>M\u00f6chten Sie \u00fcber \u00e4hnliche Themen erfahren?<br \/>\nDr\u00fccken auch Sie ein Like auf die \u2013&gt; <a title=\"Ungarndeutsche Nachrichten\" href=\"http:\/\/facebook.com\/zentrumhu\" target=\"_blank\">Zentrum Facebook-Seite<\/a><\/h5>\n<p>Die Ungarndeutsche Bibliothek ist eine \u00f6ffentliche Fachbibliothek. Folglich sind die Leser immer an der richtigen Stelle, wenn sie zum Beispiel nach Fachb\u00fcchern suchen, die die verschiedensten Bereiche der ungarndeutschen oder donauschw\u00e4bischen Thematik behandeln. Der Belletristikbestand, darunter der Romanbestand ist auch relativ gro\u00df, und wird langsamer, aber stetig erweitert. So bereitet es uns immer eine gro\u00dfe Freude, wenn die Bibliothek um eine Neuerscheinung dieser Gattung reicher wird. Falls es dabei die ungarndeutsche Thematik behandelt wird, ist es noch erfreulicher, denn im Vergleich zu den Romanen, die von rum\u00e4niendeutschen oder aus dem ehemaligen jugoslawischen Banat oder Batschka stammenden Autoren geschrieben worden sind, ist die Zahl der ungarndeutschen Ver\u00f6ffentlichungen ziemlich gering.\u00a0Zum Gl\u00fcck tauchten in der letzten Zeit immer wieder auch Laienautoren auf, die die Geschichten ihrer Vorfahren bearbeiten.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/Labnyomok-a-sarban-2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-56000\" alt=\"Labnyomok a sarban 2\" src=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/Labnyomok-a-sarban-2-328x500.jpg\" width=\"328\" height=\"500\" srcset=\"https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/Labnyomok-a-sarban-2-328x500.jpg 328w, https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/Labnyomok-a-sarban-2.jpg 656w\" sizes=\"auto, (max-width: 328px) 100vw, 328px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Auch G\u00e1bor Pfeiffer ist mit seinem ersten Roman <em>L\u00e1bnyomok a s\u00e1rban<\/em>\u00a0ein solcher \u201eEindringling in die ungarndeutsche Literaturszene\u201d, in dem er je ein St\u00fcck Vergangenheit seiner ungarndeutschen Familienmitglieder aus Tscholnok verewigte. Dabei sch\u00f6pfte er teilweise aus seiner eigenen Fantasie, verwendete Erz\u00e4hltes von seinen Verwandten, aber auch Daten und Fakten aus der Familiengeschichte und der Gro\u00dfpolitik. Drei l\u00e4ngere Kapitel mit den Lebensgeschichten seiner Verwandten bilden die Hauptstr\u00e4nge im Roman. Sie sind zwar zeitlich und r\u00e4umlich voneinander getrennt, \u201egenetisch und kulturell gesehen\u201d sind sie jedoch im Sinne der Tscholnoker ungarndeutschen Familienverwandtschaft des Autors miteinander verkn\u00fcpft.<\/p>\n<p>In der Geschichte \u00fcber Georg geht es um die Lebensgeschichte des j\u00fcngeren Bruders vom Gro\u00dfvater des Autors v\u00e4terlicherseits. Es f\u00e4ngt mit der Kindheit in Tscholnok an und am Ende erfahren wir, wie Georg als gefangener SS-Soldat in einer ukrainischen Fabrik um das \u00dcberleben k\u00e4mpft. Der junge Bursche denkt st\u00e4ndig an seine platonische Liebe, Theresia, eine in Ungarn gebliebene, verheiratete Schw\u00e4bin. Im h\u00f6llischen Umfeld der Fabrik lernt er aber auch die wahre und sch\u00f6ne Realit\u00e4t der Liebe kennen.<\/p>\n<p>In der Geschichte \u00fcber Rosa kann man dann \u00fcber die j\u00fcngere Schwester der Gro\u00dfmutter des Autors m\u00fctterlicherseits lesen. Sie arbeitete zuerst als Dienstm\u00e4dchen bei einer reichen j\u00fcdischen Familie in Budapest. Sie lebte sp\u00e4ter als verheiratete Frau in Wudige\u00df, wurde mit ihrer Familie enteignet und nach Westdeutschland vertrieben, wo sie weitere tragische Schicksalsschl\u00e4ge erleiden musste.<\/p>\n<p>In der Geschichte von Maria und Josef lernen wir die Eltern des Autors kennen. Hier k\u00f6nnen wir unter anderem \u00fcber die erste Reise im Jahre 1965 zu den vertriebenen Verwandten in die BRD lesen. Die Beschreibung davon wird vermutlich bei vielen ungarndeutschen Lesern pers\u00f6nliche Gef\u00fchle und Erinnerungen wecken.<\/p>\n<p>Dieses Werk wurde von einem Laienautor geschrieben, dem als Musiker die Bluesmusik zuvor n\u00e4her lag als das B\u00fccherschreiben. Mit diesem Roman hat Pfeiffer aber vielen Schicksalsgenossen aus den fr\u00fcheren Zeiten ein w\u00fcrdiges Denkmal gesetzt. Der Alltag der schw\u00e4bischen Dienstm\u00e4dchen und Junggesellen in Budapest, die SS-Rekrutierung und Gefangenschaft im Zweiten Weltkrieg, die Trag\u00f6die der Budapester Juden im Holocaust, die graue Wahrheit des Sozialismus sowie der ungarndeutsche Alltag in Tscholnok wird in einem sehr gut lesbaren, mit zeitgen\u00f6ssischen Familienfotos illustrierten Buch realit\u00e4tsnah geschildert. Im Text befinden sich sogar Mundartw\u00f6rter und Spr\u00fcche. Man w\u00fcnscht sich nur eine zuk\u00fcnftige deutsche \u00dcbersetzung und noch, dass er bzw. auch noch andere begabte Menschen \u00e4hnliche Werke schaffen.<\/p>\n<p>Wir empfehlen den Roman allen, die interessante, spannende und doch realit\u00e4tsnahe Geschichten \u00fcber Ungarndeutsche aus Tscholnok lesen m\u00f6chten, deren Schicksal mehrere Zehntausende teilen mussten.<\/p>\n<p>Pfeiffer G\u00e1bor: L\u00e1bnyomok a s\u00e1rban (Fu\u00dfspuren im Matsch)<br \/>\nSzombathely : Sz\u00fcl\u0151f\u00f6ld Kiad\u00f3, 2020.\u2028351. S.,Ill.<br \/>\nSprache: Ungarisch<\/p>\n<p><em>Die empfohlenen B\u00fccher sind in der Sammlung der Ungarndeutschen Bibliothek \u2013 wenn nichts weiteres Angegeben- nur zur Leihe zug\u00e4nglich.<\/em><br \/>\n<em>Weitere Informationen:\u00a0<a href=\"mailto:info@bibliothek.hu\">info@bibliothek.hu<\/a><\/em><br \/>\n<em>Webseite: <a href=\"http:\/\/www.bibliothek.hu\" target=\"_blank\">www.bibliothek.hu<\/a><\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Roman f\u00fcr alle, die interessante, spannende und doch realit\u00e4tsnahe Geschichten \u00fcber Ungarndeutsche aus Tscholnok lesen m\u00f6chten, deren Schicksal mehrere Zehntausende teilen mussten.<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":56001,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"aside","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","_seopress_titles_title":"","_seopress_titles_desc":"","_seopress_robots_index":"","ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[93,303,578],"tags":[781,728,431,492,1277,350,519,460],"class_list":{"0":"post-55997","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-aside","5":"has-post-thumbnail","7":"category-bibliothek-nachrichten","8":"category-buchtipp","9":"category-default-de","10":"tag-belletristik","11":"tag-bibliothek-de","12":"tag-buch","13":"tag-buchtipp-2","14":"tag-familiengeschichte","15":"tag-geschichte","16":"tag-literatur","17":"tag-ungarndeutsche-bibliothek","18":"post_format-post-format-aside"},"amp_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/55997","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=55997"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/55997\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":56005,"href":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/55997\/revisions\/56005"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/56001"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=55997"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=55997"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=55997"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}