{"id":56008,"date":"2020-09-14T13:27:53","date_gmt":"2020-09-14T11:27:53","guid":{"rendered":"http:\/\/www.zentrum.hu\/?p=56008"},"modified":"2020-09-14T13:55:09","modified_gmt":"2020-09-14T11:55:09","slug":"ruckblickend-kann-ich-nur-eines-sagen-es-war-schon","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/2020\/09\/ruckblickend-kann-ich-nur-eines-sagen-es-war-schon\/","title":{"rendered":"\u201eR\u00fcckblickend kann ich nur eines sagen: Es war sch\u00f6n!\u201c"},"content":{"rendered":"<h5>M\u00f6chten Sie \u00fcber \u00e4hnliche Themen erfahren?<br \/>\nDr\u00fccken auch Sie ein Like auf die \u2013&gt; <a title=\"Ungarndeutsche Nachrichten\" href=\"http:\/\/facebook.com\/zentrumhu\" target=\"_blank\">Zentrum Facebook-Seite<\/a><\/h5>\n<p>Am 10. September 2020 \u00fcberreichte Dr. Mikl\u00f3s K\u00e1sler, Minister f\u00fcr Humanressourcen, an Frau Erzs\u00e9bet Kemmer, Lehrerin am Ungarndeutschen Bildungszentrum, den L\u00e1szl\u00f3-Nemeth-Preis.<\/p>\n<p>Aus diesem Anlass hat Antal Fiedler\u00a0mit ihrer Kollegin \u00fcber Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft gesprochen.<\/p>\n<p><strong>Herzlichen Gl\u00fcckwunsch zu der Anerkennung! Jeder, der diese Auszeichnung kennt, wei\u00df, dass sie bei Dir am besten aufgehoben ist. Wie waren deine Gef\u00fchle, als du erfahren hast, dass du den Preis bekommst?<br \/>\n<\/strong>Vielen Dank! Ich erinnere mich, dass ich an einem Vormittag im Juni eine E-Mail vom Ministerium f\u00fcr Humanressourcen erhalten habe. Es wird wohl keine dringende Aufgabe sein, dachte ich; ich werde sie am Abend lesen, wenn ich mehr Zeit habe. Sp\u00e4ter, nachdem ich es gelesen hatte, war ich sehr ber\u00fchrt. Es war ein sehr emotionaler Moment!<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/20200911_084136.jpeg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-56011 aligncenter\" title=\"UBZ-Hauptdirektorin Theresia Szauter gratuliert der Preistr\u00e4gerin\" alt=\"20200911_084136\" src=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/20200911_084136-375x500.jpeg\" width=\"375\" height=\"500\" srcset=\"https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/20200911_084136-375x500.jpeg 375w, https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/20200911_084136.jpeg 750w\" sizes=\"auto, (max-width: 375px) 100vw, 375px\" \/><\/a><\/p>\n<p><strong>Vielleicht wissen viele Menschen nicht, dass dies eine berufliche Anerkennung ist, die der Personalminister normalerweise anl\u00e4sslich des Lehrertags Lehrern gew\u00e4hrt, die seit langem hervorragende Arbeit bei der Erziehung von Kindern leisten.<\/strong><br \/>\nIch gebe ehrlich zu, ich musste auch nachlesen. Ich habe es \u00fcberhaupt nicht erwartet: es war eine gro\u00dfe \u00dcberraschung. Ich denke, es f\u00fchlt sich immer gut an, wenn man f\u00fcr seine Arbeit anerkannt und wertgesch\u00e4tzt wird. Vielen Dank f\u00fcr die Auszeichnung und auch daf\u00fcr, dass ich nominiert wurde!<\/p>\n<p><strong>Lass uns einen gro\u00dfen Sprung machen! Gehen wir zum Anfang deiner Berufslaufbahn zur\u00fcck! Wie hat es angefangen?<\/strong><br \/>\nIch habe im deutschsprachigen Frankel Leo-Gymnasium in Baja Abitur gemacht. Das war der Vorg\u00e4nger des heutigen UBZ. Ich habe mich in dieser Gemeinschaft gro\u00dfartig gef\u00fchlt. Meine damaligen Lehrerinnen \u2013 Frau K\u0151szegi \u201eIca n\u00e9ni\u201c, Frau Richnovszky \u201eIca n\u00e9ni\u201c \u2013 waren meine Vorbilder. Ich wurde bereits w\u00e4hrend des Studiums angesprochen, dass ich unbedingt zur\u00fcckkehren sollte, wenn ich meinen Abschluss habe. In meinem f\u00fcnften Studienjahr habe ich auch ein konkretes Stellenangebot bekommen, aber mein Vater sagte, ich sollte mein Studium zuerst beenden, danach h\u00e4tte ich immer noch die M\u00f6glichkeit zu arbeiten. So habe ich auch gehandelt. Ich machte 1986 an der Philosophischen Fakult\u00e4t der E\u00f6tv\u00f6s Lor\u00e1nd Universit\u00e4t meinen Abschluss und klopfte mit dem Diplom des Lehramts f\u00fcr die deutsche Sprache, Literatur und Geschichte an die T\u00fcr meiner ehemaligen Schule.<\/p>\n<p><strong>Wie hat es sich angef\u00fchlt, als ehemalige Sch\u00fclerin auf der \u201eanderen Seite\u201c des Katheders zu stehen?<br \/>\n<\/strong>Jeder war mir bekannt. Ich wurde sehr herzlich empfangen. Zu dieser Zeit bildeten zehn P\u00e4dagogen das Kollegium, was schon an sich eine famili\u00e4re Stimmung bedeutete. Wir haben uns nicht nur bei der Arbeit, sondern auch im Privatleben gegenseitig unterst\u00fctzt und geholfen. Wir h\u00f6rten dem anderen zu, unterhielten uns viel, die Atmosph\u00e4re war wirklich kollegial.<\/p>\n<p><strong>Die ungarndeutsche Identit\u00e4t war in diesem Gymnasium bereits entscheidend. Welche Verbindung hast du zu der deutschen Nationalit\u00e4t?<\/strong><br \/>\nIch komme aus einer schw\u00e4bischen Familie, die nat\u00fcrlich mein Leben bestimmt, und auch meine Berufswahl beeinflusst hat. Mein Bruder und ich sind in Baja aufgewachsen, aber mein Vater wurde in \u0150rsz\u00e1ll\u00e1s geboren. Diese Siedlung befindet sich im heutigen Serbien, 50 km von Katym\u00e1r entfernt. Zwischen den beiden Weltkriegen war sie zu 80 Prozent von Schwaben bewohnt. Zu Hause \u2013 unsere Gro\u00dfeltern v\u00e4terlicherseits lebten auch bei uns \u2013 sprachen wir in deutscher Mundart. Meine Mutter war ein halb ungarisches, halb schw\u00e4bisches M\u00e4dchen aus Helv\u00e9cia bei Kecskem\u00e9t. Wir haben mit ihr ungarisch gesprochen. Meine Bindung an die deutsche Nationalit\u00e4t wurde auch dadurch gest\u00e4rkt, dass ich w\u00e4hrend meiner Studienzeit an mehreren deutschen Sommerlagern in Tokaj, Haj\u00f3s, Porn\u00f3ap\u00e1ti und Szombathely teilgenommen habe.<br \/>\nUnsere Aufgabe war, die Dialekte der deutschen Volksgruppen kennenzulernen, sie zu studieren und zu dokumentieren. An diesen Lagern nahmen Studenten und Forscher ungarndeutscher Abstammung aus Szeged, P\u00e9cs und Budapest teil.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/20200911_084153.jpeg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-56038 aligncenter\" title=\"UBZ-Hauptdirektorin Theresia Szauter gratuliert der Preistr\u00e4gerin\" alt=\"20200911_084153\" src=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/20200911_084153-510x382.jpeg\" width=\"510\" height=\"382\" srcset=\"https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/20200911_084153-510x382.jpeg 510w, https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/20200911_084153.jpeg 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 510px) 100vw, 510px\" \/><\/a><\/p>\n<p><strong>War es ganz klar, dass du dich f\u00fcr den Lehrerberuf entscheidest?<\/strong><br \/>\nIch komme aus einer konservativen Familie, wo der Papa der \u201eChef\u201c war. Ich habe ihn sehr respektiert. Ich habe gut gelernt, liebte auch Mathe und da mein Vater als \u00d6konom arbeitete, dachte ich, ich w\u00fcrde auch diese Karriere w\u00e4hlen. Er sagte mir jedoch, als Frau m\u00fcsste ich einen Beruf lernen, der viel familienfreundlicher ist. Ich sollte Lehrerin werden! Und als gehorsames M\u00e4dchen dachte ich, wenn Papa dieser Meinung ist, wird das auch gut f\u00fcr mich sein, also bin ich Lehrerin geworden.<\/p>\n<p><strong>Ich denke du hattest auch andere Motivationen.<br \/>\n<\/strong>Na sicher. Als wir in meinem letzten Studienjahr ein Lehrpraktikum hatten, habe ich bemerkt, dass ich es mag, mit Kindern zu arbeiten. Es ist gut zu sehen, wie sie sich weiterentwickeln. Aus p\u00e4dagogischer Sicht sind \u201eschwierige F\u00e4lle\u201c eine Herausforderung. Nach all den Jahren kann ich auch sagen, dass ich einer der wenigen Menschen bin, f\u00fcr den die Arbeit auch ein Hobby ist. Ich war nie m\u00fcde zu unterrichten. Ganz im Gegenteil! Ich habe immer viel Potential und Entwicklungsm\u00f6glichkeiten darin gesehen! Ich bin meinem Vater sehr dankbar, dass er mich auf diesen Weg gef\u00fchrt hat!<\/p>\n<p><strong>Du hast es also nicht bereut, keine \u00d6konomin geworden zu sein. Einige Generationen sind schon unter deiner Hand aufgewachsen. Ich denke, du hattest viele Erfolge oder auch Misserfolge?<br \/>\n<\/strong>Ich finde Facebook ganz toll. Diese Aussage mag \u00fcberraschend sein, aber seitdem bin ich mit vielen meiner ehemaligen Sch\u00fcler \u00fcber diesem Kanal in Kontakt geblieben. Es ist eine gro\u00dfe Freude, wenn einer von meinen fast vergessenen Sch\u00fclern mich auf einmal anschreibt und fragt, wie es mir geht. Oder wenn ich die R\u00fcckmeldung bekomme, dass meine Strenge sich damals nicht so gut angef\u00fchlt habe, aber wie gut es sei, dass er oder sie jetzt kein Problem mit der deutschen Grammatik hat. Sie teilen ihre Freuden mit mir und sie bitten auch um Rat. Das sind echte Erfolge. Misserfolge? Nat\u00fcrlich gab es sie. Ich w\u00fcrde sagen, vielleicht sind sie w\u00e4hrend des Unterrichts vorgekommen, ich hoffe aber, dass ich die Erziehung der Kinder beeinflusst habe und auch die Werte, die ich vertrete, weitergeben konnte.<\/p>\n<p><strong>Wir wissen \u00fcber dich, dass du liebst, was du tust, und dass du dich als P\u00e4degogin gut f\u00fchlst. Warst du noch nie ersch\u00f6pft? Woher nimmst du deine Motivation?<br \/>\n<\/strong>Um den Kindern helfen zu k\u00f6nnen, brauche ich Ver\u00e4nderungen. Als ich meine Ausbildung als Abiturvorbereiterin, -interviewerin, -vorsitzende oder als Expertin gemacht habe, war ich motiviert, etwas \u00fcber die Output-Erwartungen zu lernen. Wenn ich die genauen Erwartungen kenne, kann ich Kinder gezielt und effektiv vorbereiten. So wurde ich Mentor-Lehrerin. Viele ehemalige Frankel-Sch\u00fcler kamen zu mir zur\u00fcck, um Klassen zu besuchen und um Rat f\u00fcr ihr Universit\u00e4tspraktikum oder zu der Abschlussarbeit zu erbitten. Ich wollte ihnen immer helfen. Deshalb habe ich meinen Master als Mentor an der Universit\u00e4t von P\u00e9cs abgeschlossen. Ich wurde auch oft um \u00dcbersetzungsarbeiten gebeten, als das UBZ gebaut wurde, bei der Ankunft von Delegationen, aber auch bei st\u00e4dtischen Veranstaltungen. Auch diese hielten mich \u201ewach\u201c.<\/p>\n<p><strong>Verstehe ich richtig, dass zur st\u00e4ndigen Entwicklung auch eine inspirierende Umgebung erforderlich ist?<br \/>\n<\/strong>Absolut. Auch in dieser Hinsicht ist das UBZ eine hervorragende Institution. Seitdem die Sch\u00fcler auch ein deutsches Abitur erhalten, unterrichten deutsche Gastlehrer bei uns. Die H\u00f6flichkeit erfordert auch, dass wir in ihrer Anwesenheit nur Deutsch sprechen. Ich spreche au\u00dferdem mit meinen \u00f6rtlichen Kollegen, die Deutsch unterrichten, Paula Paplauer, Alfred Manz, P\u00e9ter Csorbai oder sogar mit unserer Hauptdirektorin Theresia Szauter oft Deutsch, weil dies f\u00fcr uns selbstverst\u00e4ndlich ist. Wenn wir gute Laune haben, nimmt jeder mit seiner eigenen schw\u00e4bischen Mundart an dem Gespr\u00e4ch teil. Das Thema der Gespr\u00e4che ist ebenfalls wichtig, da wir gerne verschiedene Meinungen austauschen. Um die neuesten Kenntnisse an die Kindern weiterzugeben, muss ich \u00fcber aktuelle Bucherscheinungen in Literatur und Geschichte informiert sein. Mit anderen Worten, ich muss lesen \u2013 sowohl auf Ungarisch als auch auf Deutsch \u2013 und ich muss auch mit den t\u00e4glichen Nachrichten vertraut sein. Das bedeutet nicht, dass ich politisch bin, aber ich versuche meine Sch\u00fcler zum Denken zu erziehen, um unabh\u00e4ngige Meinungen bilden zu k\u00f6nnen. Ich denke, dass dies in ihrem sp\u00e4teren Leben viele Vorteile haben wird.<\/p>\n<p><strong>Im Laufe der Jahre hat es dir nicht an Ideen und Initiativen gefehlt. Man kann viele Innovationen mit dir in Verbindung bringen. Erz\u00e4hle uns bitte davon!<br \/>\n<\/strong>Als Neuling war ich wirklich voller Ideen. Lass mich ein Beispiel geben: Griechischer Projekttag. Wir haben den Kindern die antike griechische Kultur nahegebracht, indem es einen ganzen Tag nur darum ging. Eine Literaturabteilung wurde gebildet, wir haben Theater gemacht, die Kinder haben an den Olympischen Spielen teilgenommen, die Sportkollegen haben zu jeder \u00dcbung eine Erz\u00e4hlung aus der Mythologie gesucht, und die Kinder haben die Aufgaben in diesem Rahmen gel\u00f6st. Sie haben gelernt, griechische Fabeln zu schreiben und in der Kantine wurde griechisches Essen gekocht. Also haben sich alle in das antike Griechenland hineinversetzt. Heute sind solche Projekttage selbstverst\u00e4ndlich, aber zu Beginn meiner Karriere war dies \u00fcberhaupt nicht der Fall. Es mag seltsam klingen, aber die Aufgaben haben mich immer gefunden. So ist es auch mit dem neuen Abitursystem der deutsch-ungarischen Abteilung.<\/p>\n<p><strong>Soweit ich wei\u00df, war das ein einzigartiges Unternehmen in Ungarn.<br \/>\n<\/strong>Das Geschichtsabitur der deutsch-ungarischen Abteilung unterscheidet sich vom traditionellen Nationalit\u00e4tenabitursystem. Es wurde von deutschen Gastlehrern aus Deutschland mitgebracht. Durch den quellenbasierten Geschichtsunterricht werden die Sch\u00fcler dazu erzogen, unabh\u00e4ngig zu denken und Schlussfolgerungen zu ziehen, um eine historische Denkweise zu erlangen. Dies war bei uns nicht etabliert. Da die ungarische Geschichte auch Teil des deutschen Abiturs ist, mussten wir auch diese neuen Methoden beherrschen. Zuerst haben wir die Stunden unserer deutschen Kollegen besucht, um auch dieses neue System zu lernen. Wir mussten beherrschen, was unsere deutschen Kollegen f\u00fcnf Jahre lang an Universit\u00e4ten studiert hatten. Wir haben Vieles in unsere Arbeit eingebaut, aber die Methoden unserer deutschen Kollegen nicht automatisch \u00fcbernommen. Wir haben das Erlangen von Faktenwissen als ein wichtiges Fundament des Geschichtsunterrichts nicht aufgegeben. Mit deutscher Hilfe haben wir unsere eigene Strategie entwickelt. Aber ich kann stolz sagen, dass wir an dieser Aufgabe gewachsen sind.<\/p>\n<p><strong>Wie f\u00fcr die anderen Herausforderungen der deutsch-ungarischen Klassen auch. Wenn es sein musste, habt ihr ein Buch geschrieben oder Fernsehmaterial gemacht. Wie ist es dazu gekommen?<br \/>\n<\/strong>Beginnen wir mit dem Fernsehen. Zanza TV. Als ich die Mentorin meiner Kollegin T\u00fcnde Nagy war, einer der Klassen, in denen ich Stunden besucht habe, zeigte sie ein Video von<a href=\"http:\/\/ www.zanza.tv\" target=\"_blank\"> www.zanza.tv<\/a>. Dieses Portal verk\u00fcrzt den Lehrplan und fasst das Wissen in Form eines 10 bis 15-min\u00fctigen Videos zusammen. In der heutigen digitalen Welt ist das sehr nah an der Lebenswelt der Kinder. Es ist auch sehr gut f\u00fcr die Abiturvorbereitung geeignet. Nachdem ich das gesehen hatte, dachte ich dar\u00fcber nach, wie wir es noch mehr in unserer Ausbildung integrieren k\u00f6nnten, da die Filme auf ungarisch gemacht wurden, doch wir unterrichten auch Geschichte auf deutsch. Die Idee kam auf: \u00dcbersetzen wir die Filme und erstellen wir Arbeitsbl\u00e4tter dazu!<\/p>\n<p><strong>Lehrbuch?<br \/>\n<\/strong>1993 haben wir auf Wunsch des Nationalen Lehrbuchverlags und des Raabe-Klett Verlags mit zwei Kollegen zusammen ein deutschsprachiges Buch zusammengestellt. Es wurde ein Lehrbuch erstellt, das auf authentischen Texten mit verschiedenen Aufgaben basiert und f\u00fcr einen differenzierten Unterricht geeignet ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/20200911_084319.jpeg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-56012 aligncenter\" title=\"UBZ-Lehrerin Erzs\u00e9bet Kemmer erhielt den L\u00e1szl\u00f3-Nemeth-Preis\" alt=\"20200911_084319\" src=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/20200911_084319-375x500.jpeg\" width=\"375\" height=\"500\" srcset=\"https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/20200911_084319-375x500.jpeg 375w, https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/20200911_084319.jpeg 750w\" sizes=\"auto, (max-width: 375px) 100vw, 375px\" \/><\/a><\/p>\n<p><strong>Als n\u00e4chste Verk\u00f6rperung deiner erstaunlichen Energie bist du mit der Einf\u00fchrung des Lehrerkarrieremodells einer der ersten Experten des Landes geworden.<br \/>\n<\/strong>Ja, ich habe die Aufgabe aus zwei Gr\u00fcnden angenommen. Einerseits wurde ein v\u00f6llig neues Qualit\u00e4tssicherungssystem eingerichtet, und ich glaube, dass unser Beruf es auch braucht. Wenn ich das System kenne, kann ich meinen Kollegen besser bei der Vorbereitung helfen. Andererseits arbeite ich seit 1986, dem Beginn meiner Laufbahn, in der gleichen Institution. Ich habe mich gefragt, wie die Welt anderswo funktioniert. Wie ist die Atmosph\u00e4re, welche Methoden werden angewendet, wie ist die Ausstattung anderer Schulen? Selbst nach all den Jahren im Unterricht verwende ich manchmal eine Methode, die ich bei einer Qualifizierung gesehen habe. Man kann immer lernen.<\/p>\n<p><strong>Vergessen wir nicht, dass du neben den vielen Aufgaben auch Ehefrau und Mutter von zwei Kindern bist.<br \/>\n<\/strong>Ja, meine engere Familie besteht aus meinem Mann, der Forstingenieur ist, und zwei Kindern, die bereits Erwachsene sind. Um den Erziehungsstil, den ich zu Hause gesehen hatte, umsetzen zu k\u00f6nnen, musste mein Mann \u00e4hnlich familienorientiert sein und akzeptieren, dass wir unsere Kinder zweisprachig erziehen. Seine szeklerische Herkunft hat dabei geholfen. Also sprechen die Kinder deutsch mit mir und ungarisch mit ihrem Vater.<\/p>\n<p><strong>Was machen deine Kinder?<br \/>\n<\/strong>Barbara hat gerade ihren Master in Sicherheitspolitik und Landesverteidigung an der Nationalen Universit\u00e4t des \u00d6ffentlichen Dienstes begonnen. Korn\u00e9l ist ein Maschinenbaustudent im siebten Semester in Gy\u0151r. Sie haben beide die richtige Richtung f\u00fcr sich gefunden; ich hoffe, sie k\u00f6nnen nach dem Abschluss ihres Studiums ein gl\u00fcckliches und zufriedenes Leben f\u00fchren!<\/p>\n<p><strong>Unser Gespr\u00e4ch geht langsam zu Ende. Eine letzte Frage. Basierend auf dieser bedeutungsvollen Vergangenheit, was ist deine Gegenwart, deine Zukunft?<br \/>\n<\/strong>Ich m\u00f6chte weiterhin mit der Intensit\u00e4t unterrichten und erziehen, die ich bisher an den Tag gelegt habe, die ich gewohnt bin und die ich von mir selbst auch erwarte! Ich m\u00f6chte, dass die Kinder die Werte verstehen und akzeptieren, die ich auch vermittle, denn ich bin sicher, dass dies ein Leitfaden f\u00fcr sie sein kann! Aber in der Zukunft muss ich mich wohl oder \u00fcbel irgendwann zur\u00fcckziehen, aber dann werde ich r\u00fcckblickend sagen k\u00f6nnen: Es war wundersch\u00f6n.<\/p>\n<p><strong>Vielen Dank f\u00fcr das Gespr\u00e4ch.<\/strong><\/p>\n<p><em>In dieser Minute tauchte eine winzige Tr\u00e4ne in den Augen der mit dem L\u00e1szl\u00f3-N\u00e9meth-Preis ausgezeichneten Lehrerin Erzs\u00e9bet Kemmer, oder wie jeder sie kennt, Lissi, auf. Vielleicht hatte sie an ihren Vater gedacht, der sie auf diesen Weg lenkte. Vielleicht hatte sie die letzten 34 Jahre pl\u00f6tzlich vor ihrem inneren Auge gesehen. Vielleicht blitzte ihre liebevolle, gl\u00fcckliche Familie vor ihr auf. Dann verabschiedete sie sich, ihre Sch\u00fcler warteten schon auf sie, weil es gerade geklingelt hatte\u2026<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>M\u00f6chten Sie \u00fcber \u00e4hnliche Themen erfahren? Dr\u00fccken auch Sie ein Like auf die \u2013&gt; Zentrum Facebook-Seite Am 10. September 2020 \u00fcberreichte Dr. Mikl\u00f3s K\u00e1sler, Minister f\u00fcr Humanressourcen, an Frau Erzs\u00e9bet Kemmer, Lehrerin am Ungarndeutschen Bildungszentrum, den L\u00e1szl\u00f3-Nemeth-Preis. Aus diesem Anlass hat Antal Fiedler\u00a0mit ihrer Kollegin \u00fcber Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft gesprochen. 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