{"id":56357,"date":"2020-10-05T10:42:40","date_gmt":"2020-10-05T08:42:40","guid":{"rendered":"http:\/\/www.zentrum.hu\/?p=56357"},"modified":"2020-10-05T10:43:18","modified_gmt":"2020-10-05T08:43:18","slug":"ich-mochte-die-menschen-zum-nachdenken-anregen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/2020\/10\/ich-mochte-die-menschen-zum-nachdenken-anregen\/","title":{"rendered":"\u201eIch m\u00f6chte die Menschen zum Nachdenken anregen\u201c"},"content":{"rendered":"<h5>Szeretne rendszeresen h\u00edrekr\u0151l, cikkekr\u0151l \u00e9rtes\u00fclni?<br \/>\nL\u00e1jkolja \u00d6n is a \u2013&gt; <a title=\"Magyarorsz\u00e1gi n\u00e9met h\u00edrek\" href=\"http:\/\/facebook.com\/zentrumhu\" target=\"_blank\">Zentrum Facebook oldal\u00e1t<\/a><\/h5>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Ungarndeutsche Nachwuchsautorin Csilla Susi Szab\u00f3<\/strong><br \/>\n<strong> auf neuen Wegen<\/strong><\/p>\n<p><em>Csilla Susi Szab\u00f3 (32) geh\u00f6rt zu der j\u00fcngsten Generation ungarndeutscher Autorinnen und Autoren. Sie lebt in der Branauer Gemeinde Surgetin und arbeitet hauptberuflich als Einkaufsleiterin bei einem deutschen Unternehmen in F\u00fcnfkirchen. Szab\u00f3 ist seit 2014 Mitglied des Verbandes Ungarndeutscher Autoren und K\u00fcnstler (VUdAK) und ver\u00f6ffentlicht regelm\u00e4\u00dfig u.a. in der Neuen Zeitung und neulich auch auf <a href=\"https:\/\/csillasusiszabo.wixsite.com\/meinungarndeutschtum\" target=\"_blank\">ihrer neuen offiziellen Autorenwebseite<\/a>.<\/em><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-56358\" alt=\"Csilla_Susi_Szabo_20200618\" src=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/Csilla_Susi_Szabo_20200618-497x500.jpg\" width=\"497\" height=\"500\" srcset=\"https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/Csilla_Susi_Szabo_20200618-497x500.jpg 497w, https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/Csilla_Susi_Szabo_20200618-150x150.jpg 150w, https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/Csilla_Susi_Szabo_20200618.jpg 994w\" sizes=\"auto, (max-width: 497px) 100vw, 497px\" \/><\/p>\n<p><strong>Was hat Sie pers\u00f6nlich zum Schreiben motiviert?<\/strong><br \/>\nIm Teenageralter habe ich angefangen verschiedenes zu schreiben, um meine Gef\u00fchle und meine Gedanken, die mich besch\u00e4ftigen, zum Ausdruck zu bringen. In der 2. Klasse, im zweisprachigen Valeria Koch Gymnasium, hat uns dann eine Deutschlehrerin dazu motiviert, an einem internationalen Schreibwettbewerb teilzunehmen. In der darauffolgenden Pause schrieb ich dann 2 Gedichte, eins davon belegte den 3. Platz. Dieses Ereignis w\u00fcrde ich als mein eigenes Status Quo bezeichnen, denn von dort an wusste ich, dass es Sinn macht, sich mit dem Schreiben zu besch\u00e4ftigen und habe damit bis heute nicht aufgeh\u00f6rt.<\/p>\n<p><strong>Wie lebt es sich Ihrer Ansicht nach heute als Minderheitendichterin in Ungarn?<\/strong><br \/>\nGute Frage, ich wei\u00df nicht wie es fr\u00fcher war, aber ich gehe davon aus, dass das Publikum geschrumpft ist, und man sieht es auch an den VUdAK-Mitgliedern, wo ich mit meinem Alter als j\u00fcngste Autorin gelte. Junge Leute k\u00f6nnen nicht mehr so gut deutsch wie fr\u00fcher, es wurde Ihnen nicht von klein auf beigebracht, es gibt nur noch vereinzelte Beispiele f\u00fcr so etwas. Ich sehe das auch bei den Rezitationswettbewerben, wo ich in der Jury sitze, in der Unterstufe, bei den 1.-4. Kl\u00e4sslern. Ich denke, viele Kinder lernen zwar diese Texte auswendig, verstehen sie aber eigentlich nur selten.<\/p>\n<p><strong>Die Rezitationswettbewerbe konnten dieses Jahr nicht in der \u00fcblichen Form stattfinden und unser Alltag hat sich durch die Pandemie enorm ge\u00e4ndert. Wie haben Sie als ungarndeutsche Autorin die erste Welle von Corona erlebt?<\/strong><br \/>\nIch schreibe oft \u00fcber gesellschaftskritische Themen und den Egoismus der Menschheit. Covid-19 hat wieder meine fr\u00fchere Meinung best\u00e4tigt: In meinem Text <em>Erzfeind<\/em>\u00a0schreib ich: \u201e<em>Das gl\u00e4nzende egoistische Leben, welches du immer angestrebt hast, ist letztlich dein M\u00f6rder geworden. In der Ewigkeit n\u00fctzen dir die Termine, die endlosen Meetings und die immer k\u00fcrzer werdenden Deadlines auch nichts mehr\u2026<\/em>\u201d Ich hoffe, durch diese Pandemie ist wenigstens einigen Menschen klar geworden, was wirklich im Leben z\u00e4hlt.<\/p>\n<p><strong>Neben gesellschaftskritischen Themen schreiben Sie auch \u00fcber Identit\u00e4t, Heimat und Sprache. Was sind die Themen, die Sie in der Gegenwart am meisten besch\u00e4ftigen?<\/strong><br \/>\nVor allem ist es das Individuum in der Masse, der Wert eines Lebens: das Leben eines Tieres oder eines Menschen. Inspiration findet man \u00fcberall, man muss es nur sehen und sich Zeit g\u00f6nnen es zu verstehen. Damit meine ich, im allt\u00e4glichen Leben und durch die Hektik habe ich keine Zeit mir Gedanken \u00fcber ein \u00fcberfahrenes Tier zu machen. Wenn mir jedoch der Alltagsstress eine Atempause erlaubt und ich meinen Gedanken etwas Freiraum g\u00f6nnen kann, bekomme ich gleich Ideen, beispielsweise, wenn ich einen toten Dachs am Stra\u00dfenrand sehe. Wen ich ansprechen m\u00f6chte, h\u00e4ngt von der Thematik des Textes ab. Wenn es um gesellschaftskritische Texte geht, m\u00f6chte ich die Leute &#8211; auch mich selbst &#8211; wachr\u00fctteln. Ich m\u00f6chte die Menschen zum Nachdenken anregen. Wenn es um Identit\u00e4t geht, z.B. mit dem Text <em>Ich und ich<\/em>, m\u00f6chte ich Empathie bei den Leuten wecken. Ich suche eine Verbindung, ob es noch andere gibt wie mich, ob sie auch gleich f\u00fchlen, von zwei Identit\u00e4ten zerrissen sind, und uns dadurch ein Gef\u00fchl von Einheit verbindet: \u201e<em>Du\/wir sind nicht allein, wir geh\u00f6ren zusammen<\/em>\u201d.<\/p>\n<p><strong>Sie haben vor kurzem, als erste ungarndeutsche Autorin \u00fcberhaupt, eine Webseite gestartet. Wie kam die Idee?<\/strong><br \/>\nIch muss ehrlich sagen, im Schlaf habe ich so einige Ideen. Gerade wenn mein Bewusstsein sich auf dem \u201e<em>Grad von Freischalten und Einschlafen<\/em>\u201d befindet. Der Gedanke lie\u00df mich nicht los, wie ich wohl ein Gedichtband zusammenstelle k\u00f6nnte und was f\u00fcr eine gro\u00dfe Arbeit das ist: Wenn es erstmal gedruckt wird, kann man eventuelle Fehler nur erschwert korrigieren und es ist ein Heidenaufwand. Da kam mir die Idee mitten im Halbschlaf: wieso mache ich eigentlich keinen Blog oder \u00e4hnliches? Die heutige Jugend tut sich leichter, wenn sie im Netz die Texte findet, man ist nicht mehr an ein Buch gebunden, wie fr\u00fcher. Suchen, kopieren und selbst ausdrucken &#8211; ist alles viel einfacher. Ich m\u00f6chte meine potenziellen Leser leichter erreichen, meine Werke k\u00f6nnen somit schneller und zugleich einem gr\u00f6\u00dferen Publikum bekannt gemacht werden. Aktualisiert wird die Seite sobald ich neue korrigierte Texte habe. Bis jedoch Autor und auch Lektor zufrieden sind, ist es jedes Mal ein langer Weg. Es sind schon viele meiner Texte, kategorisiert nach Themenkreisen, zahlreiche Zeitungsartikel und vieles mehr einsehbar, ich bin sehr gespannt auf die R\u00fcckmeldungen und freue mich auf viele Besucher.<\/p>\n<p><em>Gabriella S\u00f3s<\/em><\/p>\n<p><em>Das Interview erschien in der Ausgabe 21\/2020 der Neuen Zeitung.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Szeretne rendszeresen h\u00edrekr\u0151l, cikkekr\u0151l \u00e9rtes\u00fclni? L\u00e1jkolja \u00d6n is a \u2013&gt; Zentrum Facebook oldal\u00e1t Ungarndeutsche Nachwuchsautorin Csilla Susi Szab\u00f3 auf neuen Wegen Csilla Susi Szab\u00f3 (32) geh\u00f6rt zu der j\u00fcngsten Generation ungarndeutscher Autorinnen und Autoren. 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