{"id":56843,"date":"2020-10-30T15:57:38","date_gmt":"2020-10-30T14:57:38","guid":{"rendered":"http:\/\/www.zentrum.hu\/?p=56843"},"modified":"2020-11-13T11:40:46","modified_gmt":"2020-11-13T10:40:46","slug":"zavada-pal-wanderer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/2020\/10\/zavada-pal-wanderer\/","title":{"rendered":"Z\u00e1vada P\u00e1l: Wanderer"},"content":{"rendered":"<h5>M\u00f6chten Sie \u00fcber \u00e4hnliche Themen erfahren?<br \/>\nDr\u00fccken auch Sie ein Like auf die \u2013&gt; <a title=\"Ungarndeutsche Nachrichten\" href=\"http:\/\/facebook.com\/zentrumhu\" target=\"_blank\">Zentrum Facebook-Seite<\/a><\/h5>\n<p>Wie auch in weiten Teilen der Welt, gedenken wir auch in Ungarn landesweit zu Allerseelen (2. November) unserer Toten. Dieser Tag ist inzwischen mit dem Feiertag der Allerheiligen (1. November) verkn\u00fcpft, wobei viele die Blumen und die Kerzen f\u00fcr die Verstorbenen schon an diesem Tag auf den Friedhof bringen. Man erinnert sich dabei an die, die nicht mehr unter uns auf der Erde sind, und an die Ahnen, die wir nicht kannten, aber denen wir eigentlich unser Dasein in dieser Welt in der Gegenwart zu verdanken k\u00f6nnen. An diesen Tagen wird den Kindern ein bisschen mehr erz\u00e4hlt und die Realit\u00e4t der Verg\u00e4nglichkeit \u2013 wogegen wir ein Leben lang k\u00e4mpfen \u2013 kommt uns auch st\u00e4rker in den Sinn.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/Wanderer.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-56840\" alt=\"Wanderer\" src=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/Wanderer-347x500.jpg\" width=\"347\" height=\"500\" srcset=\"https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/Wanderer-347x500.jpg 347w, https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/Wanderer.jpg 695w\" sizes=\"auto, (max-width: 347px) 100vw, 347px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Dieses Werk ist die dritte, umgearbeitete Ausgabe von <em>\u00daton a buda\u00f6rsi \u00d3temet\u0151be<\/em> (Auf den Weg in den Alten Friedhof in Wudersch), vom Autor P\u00e1l Z\u00e1vada. Darin geht es eigentlich nicht um die Ge\u00addenk\u00adst\u00e4t\u00adte, sondern um das Erinnern an die ungarndeutsche Vergangenheit der Siedlung. In der ersten Ausgabe war der Text von Z\u00e1vada mit den Fotografien von Mikl\u00f3s Sz\u00fcts \u00fcber den Alten Friedhof von Wudersch illustriert. In dieser umgearbeiteten wurden aber andere Fotoillustrationen benutzt und eher dem Erz\u00e4hlten angepasst.<\/p>\n<p>Gleich auf der ersten Seite befindet sich Goethes Gedicht <em>Wanderers Nachtlied<\/em> und dessen ungarische \u00dcbersetzung von \u00c1rp\u00e1d T\u00f3th. In der Handlung begleitet den Leser einen Wanderer, dessen Figur Z\u00e1vada vermutlich aus Goethes Gedicht genommen hat. Dieser merkw\u00fcrdige, au\u00dfergew\u00f6hnliche Wanderer altert nicht, er ist unerm\u00fcdlich und immer jung, dazu ist er aber kein Fremder, er ist bei den Bewohnern der Siedlung immer willkommen auch wenn er \u00f6fters die Frauen verf\u00fchrt. Er taucht immer bei den wichtigsten Geschehnissen von Wudersch auf. Dabei mischt er sich nie ein, f\u00e4llt nie Urteile \u00fcber anderen oder \u00fcber das Geschehene, er ist einfach ein objektiver Zeitzeuge, der immer anwesend ist. Vielleicht k\u00f6nnte man ihn als eine Allegorie der Zeit betrachten.<\/p>\n<p>Die Handlung beginnt mit der Ansiedlung der ersten Deutschen in Wudersch, nachdem f\u00fcnf Kolonisten den Ansiedlungsvertrag 1721 mit der Gr\u00e4fin Zichy, Zsuzsanna Bercs\u00e9nyi, abgeschlossen haben. Auf den folgenden Seiten k\u00f6nnen wir sehen, wie die Siedlung trotz des Ausbruchs und der Folgen der Pest in der Mitte des 18. Jahrhunderts immer mehr deutsche Einwohner hatte und immer weiter ausgebaut wurde. \u00dcber die wichtigsten \u00f6rtlichen Geschehnisse und Eigent\u00fcmlichkeiten wird in belletristischem Stil berichtet, Daten und Fakten werden mit der Fiktion des Autors vermischt und vor unseren Augen erscheint eine Art gedichtete Ortsmonografie. So k\u00f6nnen wir beispielsweise \u00fcber den Eremiten Franz Wendler lesen, der die Marienkapelle auf dem Steinberg errichtete. Wanderer erz\u00e4hlt uns, dass die \u00f6rtlichen Schwaben nicht nur Weinbau betrieben, sondern auch Tafeltrauben und Pfirsich in Budapest und sogar im Ausland vermarkteten. Die ber\u00fchmten Passionsspiele auf dem Steinberg bleiben nat\u00fcrlich auch nicht aus dem Erz\u00e4hlten. Die Geschichte endet mit der Trag\u00f6die der Vertreibung der Ungarndeutschen. Wanderer sieht noch zu, wie der Sozialismus und die ger\u00e4uschvolle Autobahn ausgebaut werden und die Siedlung sich mit dem Einzug der neuen Bewohner ver\u00e4ndert. Letztlich sucht und findet er dennoch seine Ruhe im Alten Friedhof, wo auch die Ahnen der Wuderscher Ungarndeutschen ruhen.<\/p>\n<p>Das Buch empfehlen wir allen, die eine mit Archivfotos reich illustrierte, literarische Erz\u00e4hlung lesen m\u00f6chten, die mit ortsmonografischen Charakterz\u00fcgen \u00fcber die Wuderscher Ungarndeutschen geschrieben wurde.<\/p>\n<p>Z\u00e1vada P\u00e1l: Wanderer<br \/>\nBudapest : Magvet\u0151 K\u00f6nyvkiad\u00f3 \u00e9s Kereskedelmi Kft, 2020.<br \/>\n(Dritte, umgearbeitete Auflage)<br \/>\n127. S.,Ill.<br \/>\nSprache: Ungarisch<\/p>\n<p><em>Die empfohlenen B\u00fccher sind in der Sammlung der Ungarndeutschen Bibliothek \u2013 wenn nichts weiteres Angegeben- nur zur Leihe zug\u00e4nglich.<\/em><br \/>\n<em>Weitere Informationen:\u00a0<a href=\"mailto:info@bibliothek.hu\">info@bibliothek.hu<\/a><\/em><br \/>\n<em>Webseite: <a href=\"http:\/\/www.bibliothek.hu\" target=\"_blank\">www.bibliothek.hu<\/a><\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Buch f\u00fcr alle, die eine mit Archivfotos reich illustrierte, literarische Erz\u00e4hlung lesen m\u00f6chten, die mit ortsmonografischen Charakterz\u00fcgen \u00fcber die Wuderscher Ungarndeutschen geschrieben wurde.<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":56841,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"aside","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","_seopress_titles_title":"","_seopress_titles_desc":"","_seopress_robots_index":"","ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[93,303],"tags":[781,728,431,492,350,460,501],"class_list":{"0":"post-56843","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-aside","5":"has-post-thumbnail","7":"category-bibliothek-nachrichten","8":"category-buchtipp","9":"tag-belletristik","10":"tag-bibliothek-de","11":"tag-buch","12":"tag-buchtipp-2","13":"tag-geschichte","14":"tag-ungarndeutsche-bibliothek","15":"tag-wudersch","16":"post_format-post-format-aside"},"amp_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/56843","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=56843"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/56843\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":57020,"href":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/56843\/revisions\/57020"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/56841"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=56843"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=56843"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=56843"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}