{"id":57077,"date":"2020-11-20T08:44:35","date_gmt":"2020-11-20T07:44:35","guid":{"rendered":"http:\/\/www.zentrum.hu\/?p=57077"},"modified":"2020-11-20T09:14:44","modified_gmt":"2020-11-20T08:14:44","slug":"unser-schicksal","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/2020\/11\/unser-schicksal\/","title":{"rendered":"Unser Schicksal"},"content":{"rendered":"<h5>M\u00f6chten Sie \u00fcber \u00e4hnliche Themen erfahren?<br \/>\nDr\u00fccken auch Sie ein Like auf die \u2013&gt; <a title=\"Ungarndeutsche Nachrichten\" href=\"http:\/\/facebook.com\/zentrumhu\" target=\"_blank\">Zentrum Facebook-Seite<\/a><\/h5>\n<p>Nach der Ansiedlung konnten die Deutschen in Ungarn eine l\u00e4ngere Zeit fast ungest\u00f6rt leben. Abgesehen von der Assimilation der st\u00e4dtischen Bev\u00f6lkerung im 19. Jahrhundert hat sich in den ungarndeutschen Gemeinschaften der Siedlungen nicht vieles ver\u00e4ndert. Der Friedensvertrag von Trianon im Jahre 1920 f\u00fchrte dazu, dass das Ungarndeutschtum mit seinen um die 500.000 Angeh\u00f6rigen unter den im Land verbliebenen anderen Nationalit\u00e4ten die gr\u00f6\u00dfte wurde, es aber von der Assimilation gef\u00e4hrdet war. Jakob Bleyer und seine Anh\u00e4nger erkannten, dass die Volksgruppe sich, um diese zu vermeiden, politisch organisieren und eine sprachlich-kulturelle Autonomie sichern muss. So wurde 1924 der\u00a0Ungarnl\u00e4ndische Deutsche Volksbildungsverein gegr\u00fcndet. Nach Bleyers Tod entstand 1933 ein Vakuum in der ungarndeutschen Nationalit\u00e4tenpolitik. Der von dem radikalen Franz Anton Basch 1938 gegr\u00fcndete Volksbund der Deutschen in Ungarn blieb bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkriegs die einzige legitime Organisation f\u00fcr die Ungarndeutschen. Obwohl es am Anfang nicht klar ausgesagt wurde, waren die Bestrebungen und Ziele des Volksbundes von Hitlerdeutschland abh\u00e4ngig und die Organisation war ihm v\u00f6llig ausgeliefert. Die ungarische Regierung hat mit der Zulassung der SS-Rekrutierungen die kriegsf\u00e4higen M\u00e4nner der Volksgruppe praktisch dem reichsdeutschen Kriegsapparat ausgeliefert. Das Ende des Zweiten Weltkriegs bedeutete f\u00fcr die Ungarndeutschen nicht den Wiederaufbau, den Frieden oder den Neubeginn, sondern den Anfang des Leidens. Zehntausende wurden in die Sowjetunion zur Malenkij Robot verschleppt und Hunderttausende enteignet, entrechtet oder nach Deutschland vertrieben.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/Unser-Schicksal-1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-57074\" alt=\"Unser Schicksal 1\" src=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/Unser-Schicksal-1-350x500.jpg\" width=\"350\" height=\"500\" srcset=\"https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/Unser-Schicksal-1-350x500.jpg 350w, https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/Unser-Schicksal-1.jpg 701w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a><\/p>\n<p>2016 war der 70. Jahrestag der Verschleppung und Vertreibung der Ungarndeutschen. Aus diesem Anlass wurde dieser &#8211; erstmals 2001 erschienene &#8211; Band im Herbst 2016 als unver\u00e4nderter Nachdruck von der Deutschen Selbstverwaltung Nadasch\/Mecsekn\u00e1dasd herausgegeben. Dieser beinhaltet zwei Beitr\u00e4ge. Der erste, l\u00e4ngere wurde mit dem Titel\u00a0<em>Die Geschichte der Ungarndeutschen in Nadasch zwischen 1930 und 1950<\/em>\u00a0von M\u00e1ria Makk, der zweite, k\u00fcrzere mit dem Titel\u00a0<em>Bestrafung einer Volksgruppe\u00a0<\/em>von Erzs\u00e9bet D\u00e9k\u00e1ny geschrieben.<\/p>\n<p>Der erstere beinhaltet eine detaillierte Beschreibung der \u00f6rtlichen Geschehnisse. Die Autorin geht auch auf die Gro\u00dfpolitik ein, damit der Leser die Prozesse und Zusammenh\u00e4nge besser verstehen kann. Man kann unter anderem \u00fcber den Volksbund und auch \u00fcber die SS-Rekrutierungen in Nadasch lesen. Die Beschreibung der Verschleppung der Nadascher zur Malenkij Robot basiert teilweise auf den m\u00fcndlichen \u00dcberlieferungen von \u00dcberlebenden. Hier kann man auch dar\u00fcber lesen, dass viele daran glaubten, dass sie den Flughafen in F\u00fcnfkirchen\/P\u00e9cs sauber machen oder\u00a0in der Batschka Mais brechen m\u00fcssen. Bei der Reise wurden sie von mildherzigen russischen Soldaten zur Flucht aufgefordert, diese mahnten sie sogar, dass sie in die Sowjetunion verschleppt werden, was sie aber nicht glaubten. \u00dcber die Geschichte und Umst\u00e4nde des Internierungslagers in Lendl\/Lengyel, in dem auch Nadascher interniert gewesen sind, berichtet uns auch ein ganzes Kapitel. So auch ein weiteres \u00fcber die Vertreibung. Urspr\u00fcnglich plante man bei der Vertreibung der Nadascher zwei Z\u00fcge nach Deutschland zu schicken, wovon nur einer im Juli 1946 losfuhr, der aber von der Grenze der amerikanisch-russischen Zone aus \u00d6sterreich nach Ungarn zur\u00fcckgeschickt wurde. So wurden die Vertriebenen in Hajosch\/Haj\u00f3s bei anderen Ungarndeutschen untergebracht. Viele fl\u00fcchteten inzwischen zur\u00fcck nach Nadasch. Letztlich fuhr der Zug am 10. Dezember von Kecel aus los. Was mit den Hinterbliebenen geschehen war und welche Schwierigkeiten sie mit den neu angesiedelten Szeklern und Ungarn aus Oberungarn gehabt hatten, beschrieb die Autorin ebenfalls. Die einzelnen Kapitel sind mit Archivfotos aus der Zeit illustriert. Im Anhang befinden sich weitere Archivaufnahmen und Dokumente bez\u00fcglich der behandelten Themen wie eine Liste der deutschen Vertriebenen und der ungarischen Ansiedler.<\/p>\n<p>Die Arbeit von Erzs\u00e9bet D\u00e9k\u00e1ny ist eine kurze, aber sehr ausf\u00fchrliche Abhandlung \u00fcber die Verschleppung der Nadascher in die Sowjetunion und das Schicksal der zu Hause Gebliebenen. Diese enth\u00e4lt weiterhin eine Liste der Namen der verschleppten Personen bzw. anspruchsvoll zusammengestellte Archivfotos und Dokumente \u00fcber die Verschleppung.<\/p>\n<p>Das Buch empfehlen wir allen, die mehr \u00fcber die Geschehnisse und Schicksalsschl\u00e4ge der Nadascher Ungarndeutschen zwischen 1930 und 1950 erfahren m\u00f6chten. Obwohl das Werk ortsspezifisch ist, kann es auch f\u00fcr weitere Forschungen sehr n\u00fctzlich sein.<\/p>\n<p>Unser Schicksal<br \/>\n(<em>Die Geschichte der Ungarndeutschen in Nadasch zwischen 1930 und 1950<\/em> von M\u00e1ria Makk. <em>Bestrafung einer Volksgruppe<\/em> von Erzs\u00e9bet D\u00e9k\u00e1ny)<br \/>\nMecsekn\u00e1dasd : N\u00e9met \u00d6nkorm\u00e1nyzat Mecsekn\u00e1dasd, 2016.<br \/>\n165. S., Ill.<br \/>\nSprache: Deutsch<\/p>\n<p><em>Die empfohlenen B\u00fccher sind in der Sammlung der Ungarndeutschen Bibliothek \u2013 wenn nichts weiteres Angegeben- nur zur Leihe zug\u00e4nglich.<\/em><br \/>\n<em>Weitere Informationen:\u00a0<a href=\"mailto:info@bibliothek.hu\">info@bibliothek.hu<\/a><\/em><br \/>\n<em>Webseite: <a href=\"http:\/\/www.bibliothek.hu\" target=\"_blank\">www.bibliothek.hu<\/a><\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Buch f\u00fcr alle, die mehr \u00fcber die Geschehnisse und Schicksalsschl\u00e4ge der Nadascher Ungarndeutschen zwischen 1930 und 1950 erfahren m\u00f6chten. <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":57075,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"aside","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","_seopress_titles_title":"","_seopress_titles_desc":"","_seopress_robots_index":"","ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[93,303],"tags":[373,728,431,492,363,350,820,362,812,460,860,1321],"class_list":{"0":"post-57077","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-aside","5":"has-post-thumbnail","7":"category-bibliothek-nachrichten","8":"category-buchtipp","9":"tag-aussiedlung","10":"tag-bibliothek-de","11":"tag-buch","12":"tag-buchtipp-2","13":"tag-dnsv","14":"tag-geschichte","15":"tag-malenkij-robot-de","16":"tag-nadasch","17":"tag-ortsgeschichte","18":"tag-ungarndeutsche-bibliothek","19":"tag-verschleppung","20":"tag-vertreibung","21":"post_format-post-format-aside"},"amp_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/57077","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=57077"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/57077\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":57085,"href":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/57077\/revisions\/57085"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/57075"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=57077"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=57077"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=57077"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}