{"id":57250,"date":"2020-12-11T09:03:00","date_gmt":"2020-12-11T08:03:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.zentrum.hu\/?p=57250"},"modified":"2020-12-11T09:09:13","modified_gmt":"2020-12-11T08:09:13","slug":"kerekes-anna-megszepites-nelkul-egy-svab-csalad-hanyattatasai","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/2020\/12\/kerekes-anna-megszepites-nelkul-egy-svab-csalad-hanyattatasai\/","title":{"rendered":"Kerekes Anna: Megsz\u00e9p\u00edt\u00e9s n\u00e9lk\u00fcl. Egy sv\u00e1b csal\u00e1d h\u00e1nyattat\u00e1sai"},"content":{"rendered":"<h5>M\u00f6chten Sie \u00fcber \u00e4hnliche Themen erfahren?<br \/>\nDr\u00fccken auch Sie ein Like auf die \u2013&gt; <a title=\"Ungarndeutsche Nachrichten\" href=\"http:\/\/facebook.com\/zentrumhu\" target=\"_blank\">Zentrum Facebook-Seite<\/a><\/h5>\n<p>Um \u00fcber die Vergangenheit der Ungarndeutschen etwas zu erfahren, greift man meistens nach geschichtlichen Fachb\u00fcchern, die uns die Zusammenh\u00e4nge mithilfe von Daten, Fakten, Dokumenten und Quellen aufdecken und zugleich einen historischen \u00dcberblick verschaffen. Was mit den einzelnen Menschen und Familien geschehen ist, kann man eher aus gut dokumentierten bzw. erz\u00e4hlten Einzelschicksalen erfahren, in denen eine subjektive, oft sehr realit\u00e4tsnahe Wahrheit \u00fcber das Geschehene aus einer pers\u00f6nlichen Perspektive dargestellt wird.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/Megszepites-nelkul-2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-57246\" alt=\"Megszepites nelkul 2\" src=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/Megszepites-nelkul-2-355x500.jpg\" width=\"355\" height=\"500\" srcset=\"https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/Megszepites-nelkul-2-355x500.jpg 355w, https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/Megszepites-nelkul-2.jpg 710w\" sizes=\"auto, (max-width: 355px) 100vw, 355px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Dieses Buch von Anna Kerekes ist auch ein solches Werk. Die Autorin hat darin mehr als 150 Jahre Familiengeschichte verfasst. M\u00fctterlicherseits ist sie ungarndeutscher Abstammung, was das Schicksal der ganzen Familie beeinflusste.<\/p>\n<p>Die Erz\u00e4hlung beginnt mit der Geschichte der ungarndeutschen Urgro\u00dfeltern. Einer ihrer Urgro\u00dfv\u00e4ter m\u00fctterlicherseits ist 1856 in Vil\u00e1gos geboren, wo er als Winzer arbeitete. Als die Reblaus-Katastrophe ausbrach, siedelte er mit seiner Familie nach Elek um, wo sie als verarmte Tagel\u00f6hner arbeiten mussten. Um einen besseren Lebensunterhalt zu sichern, wanderte ein Teil der Familie in den 1910er Jahren in die USA aus. In den 1920er Jahren folgten ihren Familienmitgliedern noch die beiden Schwestern der Gro\u00dfmutter. Die Kontaktpflege mit der Verwandtschaft in den USA wurde sp\u00e4ter f\u00fcr die Familie der Autorin fast lebenswichtig.<\/p>\n<p>Ein erneuter Schicksalsschlag im Leben der Familie war, als der aus Elek stammende ungarndeutsche Gro\u00dfvater der Autorin mit 28 Jahren im Jahre 1915 bei einem Arbeitsunfall starb. Die Witwe blieb mit ihrem dreij\u00e4hrigen Kind \u2013 Mutter von Anna Kerekes \u2013, noch drei Jahre lang alleine, als sie schlie\u00dflich 1918 mit dem Tagel\u00f6hner Josef Ackermann ihre zweite Ehe schloss. Josef Ackermann war ein Sozialdemokrat. Als \u00f6rtlicher Anf\u00fchrer w\u00e4hrend der R\u00e4terepublik von B\u00e9la Kun wurde er sogar von den rum\u00e4nischen Besatzungstruppen \u00f6ffentlich geschlagen und eingekerkert. Infolge der Ereignisse ist er aber nicht zusammengebrochen. Obwohl er sp\u00e4ter als \u201eroter Ackermann\u201d beschimpft wurde, hatten sich seine politischen Ansichten auch w\u00e4hrend der T\u00e4tigkeit des Volksbundes nicht ge\u00e4ndert.<\/p>\n<p>Der Vater der Autorin, Mih\u00e1ly Kerekes, stammte aus einer ungarischen Familie aus H\u00f3dmez\u0151v\u00e1s\u00e1rhely. Josef Ackermann wollte die Eheschlie\u00dfung der Stieftochter mit einem Ungarn nicht akzeptieren, sp\u00e4ter vers\u00f6hnte er sich mit Mih\u00e1ly. Aus der Ehe gingen zwei T\u00f6chter hervor. Die Autorin ist als die j\u00fcngere 1938 in die \u201eschw\u00e4bisch-ungarische Familie\u201d in Elek geboren.<\/p>\n<p>Die Familie schloss sich der Treuebewegung an. Von der russischen Befreiung erhoffte Josef Ackermann sogar Gerechtigkeit und eine bessere Welt. Er musste sich aber mehrmals t\u00e4uschen. Seine Stieftochter wurde vom Einzug in die Malenkij Robot schriftlich befreit, musste sich aber trotzdem bei den Beh\u00f6rden melden und wurde verschleppt. Der Ehemann, Mih\u00e1ly Kerekes, wollte ihre Frau nicht alleine lassen und ging freiwillig mit. So blieben die kleinen T\u00f6chter &#8211; Anna und Magduska Kerekes \u2013 bei den ungarndeutschen Gro\u00dfeltern, die in einem einfachen Bauernhaus ein bescheidenes Leben f\u00fchrten und sogar noch die letzten Tilgungsraten f\u00fcr das Haus zu bezahlen hatten. Als erneuter Schicksalsschlag wurden sie in die amerikanische Besatzungszone, nach Schwetzingen vertrieben. Sie wurden von den beiden Enkelkindern begleitetet. Hier hatten sie weitere Schwierigkeiten: Sie mussten den Wohnungs- und den Hungersnot zu bek\u00e4mpfen. Schlie\u00dflich wurden sie von &#8211; in den damaligen Umst\u00e4nden &#8211; wohlhabenden Einheimischen in einem B\u00fcrgerhaus untergebracht. Die von den Beh\u00f6rden ausgeteilten Lebensmittelkarten wurden durch mit Lebensmitteln gef\u00fcllte Pakete von Verwandten aus den USA erg\u00e4nzt. Anna und ihre Schwester besuchten eine deutsche Schule und befreundeten sich mit den Kindern der amerikanischen Soldaten, mit den Fl\u00fcchtlingskindern, aber auch mit den einheimischen Kindern.<\/p>\n<p>Aus der Erz\u00e4hlung stellt sich nat\u00fcrlich auch heraus, dass die Familienmitglieder sich wieder treffen, wann dies erfolgt und wie ihr Leben weitergeht. Dass das Geschriebene keine Fiktion ist, bezeugen Archivdokumente und -fotos von der Autorin.<\/p>\n<p>Das Buch empfehlen wir allen, die \u00fcber das Leben der Ungarndeutschen aus Elek und deren Schicksal nach der Vertreibung anhand einer subjektiven, doch realit\u00e4tstreuen Familiengeschichte erfahren m\u00f6chten.<\/p>\n<p>Kerekes Anna: Megsz\u00e9p\u00edt\u00e9s n\u00e9lk\u00fcl. Egy sv\u00e1b csal\u00e1d h\u00e1nyattat\u00e1sai<br \/>\n(Ohne es zu versch\u00f6nern. Schicksalsschl\u00e4ge einer schw\u00e4bischen Familie)<br \/>\nBudapest : Ad Librum Kft., 2017.<br \/>\n305. S.,Ill.<br \/>\nSprache: Ungarisch<\/p>\n<p><em>Die empfohlenen B\u00fccher sind in der Sammlung der Ungarndeutschen Bibliothek \u2013 wenn nichts weiteres Angegeben- nur zur Leihe zug\u00e4nglich.<\/em><br \/>\n<em>Weitere Informationen:\u00a0<a href=\"mailto:info@bibliothek.hu\">info@bibliothek.hu<\/a><\/em><br \/>\n<em>Webseite: <a href=\"http:\/\/www.bibliothek.hu\" target=\"_blank\">www.bibliothek.hu<\/a><\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Buch f\u00fcr alle, die \u00fcber das Leben der Ungarndeutschen aus Elek und deren Schicksal nach der Vertreibung anhand einer subjektiven, doch realit\u00e4tstreuen Familiengeschichte erfahren m\u00f6chten.<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":57248,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"aside","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","_seopress_titles_title":"","_seopress_titles_desc":"","_seopress_robots_index":"","ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[93,303],"tags":[373,728,431,492,1562,1277,350,820,460,1321,821],"class_list":{"0":"post-57250","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-aside","5":"has-post-thumbnail","7":"category-bibliothek-nachrichten","8":"category-buchtipp","9":"tag-aussiedlung","10":"tag-bibliothek-de","11":"tag-buch","12":"tag-buchtipp-2","13":"tag-elek-de","14":"tag-familiengeschichte","15":"tag-geschichte","16":"tag-malenkij-robot-de","17":"tag-ungarndeutsche-bibliothek","18":"tag-vertreibung","19":"tag-zwangsarbeit","20":"post_format-post-format-aside"},"amp_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/57250","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=57250"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/57250\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":57252,"href":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/57250\/revisions\/57252"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/57248"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=57250"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=57250"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=57250"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}