{"id":57311,"date":"2020-12-18T13:48:12","date_gmt":"2020-12-18T12:48:12","guid":{"rendered":"http:\/\/www.zentrum.hu\/?p=57311"},"modified":"2020-12-18T14:00:34","modified_gmt":"2020-12-18T13:00:34","slug":"toth-agnes-nemetek-magyarorszagon-1950-1970-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/2020\/12\/toth-agnes-nemetek-magyarorszagon-1950-1970-2\/","title":{"rendered":"T\u00f3th \u00c1gnes: N\u00e9metek Magyarorsz\u00e1gon.1950-1970"},"content":{"rendered":"<h5>M\u00f6chten Sie \u00fcber \u00e4hnliche Themen erfahren?<br \/>\nDr\u00fccken auch Sie ein Like auf die \u2013&gt; <a title=\"Ungarndeutsche Nachrichten\" href=\"http:\/\/facebook.com\/zentrumhu\" target=\"_blank\">Zentrum Facebook-Seite<\/a><\/h5>\n<p>Wenn man das Bestehen der einzelnen ungarndeutschen Gemeinschaften aus einer breiteren geschichtlichen Perspektive beobachtet, kann man feststellen, dass es seit der Ansiedlung im 18. Jahrhundert bis Ende des Zweiten Weltkrieges ein fast ungest\u00f6rtes Zusammenleben mit der Mehrheitsbev\u00f6lkerung erfolgte. Mit seinem Anf\u00fchrer, Jakob Bleyer, versuchte das Ungarndeutschtum noch in den 1920er und 1930er Jahren sich politisch einheitlich zu organisieren. Nach Bleyers Tod war in der Volksgruppe &#8211; wegen der T\u00e4tigkeit des von Hitlerdeutschland beeinflussten Volksbundes &#8211; jedoch eine Spaltung zu beobachten. Die gr\u00f6\u00dften \u00c4nderungen erfolgten aber mit den Schicksalsschl\u00e4gen nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/Nemetek-Magyarorsz\u00e1gon.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-57307\" alt=\"Nemetek Magyarorsz\u00e1gon\" src=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/Nemetek-Magyarorsz\u00e1gon-352x500.jpg\" width=\"352\" height=\"500\" srcset=\"https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/Nemetek-Magyarorsz\u00e1gon-352x500.jpg 352w, https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/Nemetek-Magyarorsz\u00e1gon.jpg 704w\" sizes=\"auto, (max-width: 352px) 100vw, 352px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Die Mitglieder der Erlebnisgeneration, die sich noch an diese Zeiten erinnern k\u00f6nnen, sterben langsam aus. Manche Folgen der tragischen und traurigen Geschehnisse wie die Enteignungen, Entrechtungen, Verschleppung zur Malenkij Robot und Vertreibung haben aber auch heute, nach mehr als 75 Jahren ihre Auswirkungen.<\/p>\n<p>Nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurde die H\u00e4lfte der Volksgruppe &#8211;\u00a0etwa 167.000 Menschen &#8211; in die damalige amerikanische und um die 50.000 Ungarndeutschen in die damalige sowjetische Besatzungszone Deutschlands vertrieben. So soll es heute mehrere Zehntausende von Nachfahren geben, die heute eher als \u201eweite\u201d oder gar als \u201evergessene Verwandten\u201d und nicht mehr als engere Familienmitglieder der einst einheitlichen ungarndeutschen Familien verstanden werden. Die Trag\u00f6dien wirkten nicht nur auf einzelne Familien aus, sie hatten ganze Dorfgemeinschaften zerschlagen. Die Ungarndeutschen hatten in den vergangenen 75 Jahren auch einen enormen Sprach- und Identit\u00e4tsverlust zu erleiden. Letztere waren Resultate der kommunistischen Macht\u00fcbernahme nach 1948.<\/p>\n<p>Die Historikerin Dr. \u00c1gnes T\u00f3th ging mit diesem, als politische Gesellschaftsgeschichte definierten Buch nicht nur nach den Gr\u00fcnden der vorhin erw\u00e4hnten Problemen nach. Sie hat die Epoche zwischen 1950 und 1970 aus mehreren Seiten, bislang mangelhaft erforschten Aspekten untersucht. Diese waren die Ziele und Bestrebungen der politischen Macht, die Methoden der Verwirklichung, die Reflexionen seitens der Gemeinschaft und ihre Mitglieder sowie die Auswirkungen der demnach folgenden Prozesse. Das auf zahlreichen Archivquellen und Sekund\u00e4rliteratur basierende Fachbuch wurde in sieben gr\u00f6\u00dferen Kapitel aufgeteilt.<\/p>\n<p>Im ersten kann man \u00fcber die Nationalit\u00e4tenpolitik des Landes zwischen 1945 und 1970 lesen. Die Sowjetisierung des Landes bis 1948\/49, \u00fcber die totale Diktatur bis 1955, die Epoche nach der Revolution 1956 bzw. die \u00c4nderungsphase der Nationalit\u00e4tenpolitik zwischen 1965 und 1970 wurden hier auch beschrieben. In dieser \u00c4nderungsphase wurde das Prinzip des Automatismus aufgegeben, das auf der falschen Erwartung basierte, dass sich die Nationalit\u00e4tenprobleme w\u00e4hrend des Aufbaus des Sozialismus automatisch von alleine l\u00f6sen und die Nationalit\u00e4ten in die Mehrheitsgesellschaft vollst\u00e4ndig integrieren w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Die Vertreibungen und Verschleppungen haben ganze Familien zerrissen. Probleme der Familienzusammenf\u00fchrungen und Repatriierung, aber auch die Entstehung, die Geschehnisse und die Aufl\u00f6sung des Zwangsarbeitlagers in Tiszal\u00f6k werden im zweiten Kapitel aufgedeckt. Hier wurden Ungarndeutsche unmittelbar nach ihrer Entlassung aus der Sowjetunion (Malenkij Robot) noch weitere Jahre zur Zwangsarbeit in der eigenen Heimat eingesetzt. Ihre Entlassung und die endg\u00fcltige Aufl\u00f6sung des Lagers im Jahre 1956 ist einem ehemaligen Vertriebenen, der damals schon als CDU-Politiker t\u00e4tig war, Dr. Ludwig Leber zu verdanken.<\/p>\n<p>Im dritten Kapitel hat die Autorin die Problematik der Volksz\u00e4hlungen und die sozio\u00f6konomische Lage der Ungarndeutschen untersucht. Im vierten und f\u00fcnften Kapitel wurde die immer schlechtere Lage des Nationalit\u00e4tenunterrichts er\u00f6rtert. Im folgenden, l\u00e4ngeren geht es um den 1955 gegr\u00fcndeten Kulturverband der Deutschen Werkt\u00e4tigen in Ungarn (sp\u00e4ter Demokratischer Verband der Deutschen in Ungarn bzw. Verband der Ungarndeutschen) und die T\u00e4tigkeit des Generalsekret\u00e4rs Dr. Friedrich Wild. Im abschlie\u00dfenden Kapitel kann man \u00fcber die Schwierigkeiten und Probleme zwischen der Staatsmacht und der ungarndeutschen Printmedien \u2013 wie \u00fcber die im Jahre 1954 gegr\u00fcndete Zeitschrift Freies Leben und ihre Nachfolgerin, die ab 1957 herausgegebene Neue Zeitung \u2013 lesen.<\/p>\n<p>Die Autorin hat in dieser Arbeit viele, bislang unbekannte Zusammenh\u00e4nge aufgedeckt. Als Schlussfolgerung kann man auch feststellen, dass das Ungarndeutschtum von der kommunistischen Macht w\u00e4hrend der untersuchten Epoche nicht als eine eigenst\u00e4ndige ethnische Gruppe behandelt wurde.<\/p>\n<p>Wir empfehlen das Werk allen, die bislang unbekannte Zusammenh\u00e4nge und Prozesse \u00fcber die Lage der Ungarndeutschen zwischen 1950 und 1970 aus mehreren Aspekten und aus einem anspruchsvoll zusammengestellten historischen Fachbuch kennenlernen m\u00f6chten.<\/p>\n<p>T\u00f3th \u00c1gnes: N\u00e9metek Magyarorsz\u00e1gon. 1950-1970<br \/>\n(Deutsche in Ungarn. 1950-1970)<br \/>\nBudapest : T\u00e1rsadalomtudom\u00e1nyi Kutat\u00f3k\u00f6zpont-Argumentum Kiad\u00f3., 2020.<br \/>\n578. S.<br \/>\nSprache: Ungarisch<\/p>\n<p><em>Die empfohlenen B\u00fccher sind in der Sammlung der Ungarndeutschen Bibliothek \u2013 wenn nichts weiteres Angegeben- nur zur Leihe zug\u00e4nglich.<\/em><br \/>\n<em>Weitere Informationen:\u00a0<a href=\"mailto:info@bibliothek.hu\">info@bibliothek.hu<\/a><\/em><br \/>\n<em>Webseite: <a href=\"http:\/\/www.bibliothek.hu\" target=\"_blank\">www.bibliothek.hu<\/a><\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Buch f\u00fcr alle, die bislang unbekannte Zusammenh\u00e4nge und Prozesse \u00fcber die Lage der Ungarndeutschen zwischen 1950 und 1970 aus einem anspruchsvoll zusammengestellten historischen Fachbuch kennenlernen m\u00f6chten.<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":57308,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"aside","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","_seopress_titles_title":"","_seopress_titles_desc":"","_seopress_robots_index":"","ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[93,303],"tags":[373,728,431,492,369,350,820,460,860,1321,869,821],"class_list":{"0":"post-57311","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-aside","5":"has-post-thumbnail","7":"category-bibliothek-nachrichten","8":"category-buchtipp","9":"tag-aussiedlung","10":"tag-bibliothek-de","11":"tag-buch","12":"tag-buchtipp-2","13":"tag-forschung","14":"tag-geschichte","15":"tag-malenkij-robot-de","16":"tag-ungarndeutsche-bibliothek","17":"tag-verschleppung","18":"tag-vertreibung","19":"tag-weltkrieg","20":"tag-zwangsarbeit","21":"post_format-post-format-aside"},"amp_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/57311","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=57311"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/57311\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":57319,"href":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/57311\/revisions\/57319"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/57308"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=57311"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=57311"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=57311"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}