{"id":57595,"date":"2021-01-27T10:02:49","date_gmt":"2021-01-27T09:02:49","guid":{"rendered":"http:\/\/www.zentrum.hu\/?p=57595"},"modified":"2021-01-27T10:04:18","modified_gmt":"2021-01-27T09:04:18","slug":"magdalena-marlok-cservenyi-mit-dem-preis-fur-die-nationalitaten-ausgezeichnet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/2021\/01\/magdalena-marlok-cservenyi-mit-dem-preis-fur-die-nationalitaten-ausgezeichnet\/","title":{"rendered":"Magdalena Marlok-Cservenyi mit dem Preis \u201eF\u00fcr die Nationalit\u00e4ten\u201c ausgezeichnet"},"content":{"rendered":"<h5>M\u00f6chten Sie \u00fcber \u00e4hnliche Themen erfahren?<br \/>\nDr\u00fccken auch Sie ein Like auf die \u2013&gt; <a title=\"Ungarndeutsche Nachrichten\" href=\"http:\/\/facebook.com\/zentrumhu\" target=\"_blank\">Zentrum Facebook-Seite<\/a><\/h5>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>\u201eDie Bewahrung der schw\u00e4bischen Kultur unserer Ahnen in Schaumar <\/strong><br \/>\n<strong>war f\u00fcr mich immer schon eine Herzensangelegenheit\u201d<\/strong><\/p>\n<p>Magdalena Marlok-Cservenyi, Schuldirektorin i. R. unterrichtete seit 1984 in der Deutschen Nationalit\u00e4tengrundschule M\u00e1ty\u00e1s Hunyadi in Schaumar, wo sie zwischen 2009 und 2012 als Direktorin t\u00e4tig war. Ihr Verdienst ist die Einf\u00fchrung des deutschen Nationalit\u00e4tenunterrichts, des zweisprachigen Unterrichts, sowie die Organisierung von traditionspflegenden Veranstaltungen und Sommerlagern, aber auch die Er\u00f6ffnung des Deutschen Nationalit\u00e4tenkindergartens \u201eLustige Zwerge\u201c. Seit 1994 ist sie Mitglied, und sp\u00e4ter Vorsitzende der Deutschen Nationalit\u00e4tenselbstverwaltung Schaumar. An ihren Namen kn\u00fcpfen sich Denkm\u00e4ler der Ansiedlung und Vertreibung der Ungarndeutschen in ihrem Heimatort. Sie ist Mitglied des Schaumarer Frauenchors und des Ungarndeutschen Gemischtchors Sanktiwan. Sie beteiligt sich an der Arbeit vom Verband der Deutschen Selbstverwaltungen in Nordungarn e. V. (\u00c9MN\u00d6SZ), ist Mitglied dessen Bildungsausschusses, und war auch als Vollversammlungsmitglied der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen. Mit der Organisierung von traditionspflegenden Veranstaltungen, Gedenktagen, Pilgerreisen, Ferienlagern und Theatervorf\u00fchrungen unterst\u00fctzt sie die Gemeinschaft und tr\u00e4gt zu deren Bereicherung bei. Zwischen 2014 und 2019 war sie Vizevorsitzende der Abgeordnetenversammlung der Deutschen Selbstverwaltung im Komitat Pesth.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/142754165_2846289425631492_4462019257659309122_o.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-57593 aligncenter\" title=\"Magdalena Marlok-Cservenyi  mit dem Preis \u201eF\u00fcr die Nationalit\u00e4ten\u201c ausgezeichnet\" alt=\"142754165_2846289425631492_4462019257659309122_o\" src=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/142754165_2846289425631492_4462019257659309122_o-510x286.jpg\" width=\"510\" height=\"286\" srcset=\"https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/142754165_2846289425631492_4462019257659309122_o-510x286.jpg 510w, https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/142754165_2846289425631492_4462019257659309122_o.jpg 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 510px) 100vw, 510px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Es freut mich au\u00dferordentlich und es ist mir eine gro\u00dfe Ehre, dass ich den Preis \u201eF\u00fcr die Nationalit\u00e4ten 2020\u201d erhalten durfte. Nicht einmal im Traum h\u00e4tte ich je gedacht, dass mein Name \u00fcberhaupt unter den Nominierten auftauchen wird. Ich bin allen, die meine Nominierung unterst\u00fctzt und mich f\u00fcr diese Auszeichnung f\u00fcr w\u00fcrdig erachtet haben, sehr dankbar.<\/p>\n<p>Ich wurde in eine typische ungarndeutsche Familie in Schaumar hineingeboren. Meine Familie hat wegen ihren deutschen Wurzeln viel gelitten. Meine Gro\u00dfeltern m\u00fctterlicherseits, die eine Wirtschaft hatten, wurden aus Ungarn vertrieben. Dreimal sind sie von Karlsruhe nach Schaumar zur\u00fcckgeflohen, und erst nach dem dritten Versuch haben sie endlich eine Aufenthaltsgenehmigung in ihrem Heimatdorf erhalten. Meine Mutter bekam wegen unserem Wirtshaus eine Verleumdungsklage und wurde aufgrund von falschen Anschuldigungen zu zehn Jahren Gef\u00e4ngnis verurteilt, sie wurde aber zum Gl\u00fcck nach acht Monaten Haft rehabilitiert. Aus dem Nichts haben meine Eltern mit viel Willen und Flei\u00df ein neues Leben f\u00fcr uns aufgebaut. Von ihnen habe ich die \u00f6rtlichen Br\u00e4uche, die Schaumarer Lieder, unseren Ortsdialekt und die Kraft der katholischen Religion vermittelt bekommen. Obwohl ich aus einer Bauernfamilie stamme, haben mich die B\u00fccher immer schon gereizt, sodass ich schlie\u00dflich Gymnasiallehrerin f\u00fcr Deutsch und Geschichte geworden bin. Ich war 40 Jahre lang als P\u00e4dagogin t\u00e4tig und habe meinen Beruf geliebt. Von den 40 Jahren war ich 36 Jahre lang als Lehrerin der Unter- und Oberstufe der Deutschen Nationalit\u00e4tengrundschule M\u00e1ty\u00e1s Hunyadi in Schaumar angestellt, wo ich die F\u00e4cher Deutsch, Umweltkunde, Geschichte und gegebenenfalls auch andere F\u00e4cher unterrichtet habe. Ich habe mich f\u00fcr den zweisprachigen Unterricht an unserer Schule eingesetzt und diesen auch einf\u00fchren lassen k\u00f6nnen, habe Wettbewerbe organisiert, die deutsche Arbeitsgruppe geleitet, und am Ende meiner Laufbahn war ich dann als Direktorin t\u00e4tig. Seit der Gr\u00fcndung der Deutschen Nationalit\u00e4tenselbstverwaltung 1994 war ich als Mitglied, ab der zweiten Wahlperiode bis 2019 als Vorsitzende t\u00e4tig, und habe versucht, mit all meiner Kraft und all meinem Talent f\u00fcr die deutsche Gemeinschaft in Schaumar zu arbeiten.<\/p>\n<p>Ich kann stolz behaupten, dass wir gemeinsam mit meinen Abgeordnetenkollegen in den vergangenen Jahrzehnten sehr viele sch\u00f6ne Ergebnisse erzielt haben. Unsere T\u00e4tigkeiten haben in unserer Gemeinschaft das Nationalit\u00e4tenbewusstsein gest\u00e4rkt und auch die Traditionspflege vor Ort deutlich angespornt. Eine der f\u00fcr mich pers\u00f6nlich bewegendsten, von uns organisierten Veranstaltungen war unser historischer Spaziergang zur Erinnerung an 300 Jahre Ansiedlung der Deutschen in Schaumar, an den ich mich bis heute sehr gerne erinnere. An diesem Programm nahmen um die 500 Personen in ihrer Tracht, mit ihren Familien und ihren Kindern teil. Es war ein sehr bewegender Moment, in der Kirche gemeinsam zu singen und Gott gemeinsam daf\u00fcr zu danken, dass es in Schaumar trotz politischer St\u00fcrme jedweder Art immer noch Ungarndeutsche gibt, die zu ihrer Herkunft stehen. In den vergangenen Jahrzehnten hat sich bei uns viel getan, ich m\u00f6chte jetzt nur einige Beispiele hervorheben: Zum 50. Gedenktag der Vertreibung haben wir ein Denkmal gestiftet, zum 60. Gedenktag eine Bronzestatue mit einem Schaumarer Trachtenpaar auf dem Hauptplatz errichtet, am 70. Gedenktag konnten wir schlie\u00dflich einen gro\u00dfen gemeinsamen Traum verwirklichen: Wir konnten am Schaumarer Bahnhof \u2013 von wo aus die Waggons Richtung Deutschland ausrollten \u2013 eine Gedenktafel zu Ehren der vertriebenen Schaumarer einweihen. 2010 haben wir einen Gedenkstein enth\u00fcllt, der an die Ansiedlung der Deutschen im 18. Jahrhundert erinnert. Die Schaumerer Deutsche Selbstverwaltung ist seit 2005 Tr\u00e4ger des \u00f6rtlichen Deutschen Nationalit\u00e4tenkindergartens \u201eLustige Zwerge\u201c. Zusammen mit dem Landesrat Ungarndeutscher Ch\u00f6re, Kapellen und Tanzgruppen haben wir bis jetzt zehn landesweite ungarndeutsche Kindertanzfestivals organisiert, es bereitet mir eine gro\u00dfe Freude, dass diese immer sehr gut besucht sind: um die 500 kleine T\u00e4nzer sind jedes Mal dabei. Die Reihe unserer Kinderprogramme ist aber damit noch nicht abgeschlossen, bis jetzt konnten wir bereits achtmal ein einw\u00f6chiges Volkskundelager mit dem Ziel organisieren, die \u00f6rtlichen Br\u00e4uche und Werte an die Jugendlichen weiterzugeben. Mir liegen aber auch die Bewahrung der Gesangskultur und unseres Liederschatzes sehr am Herzen, ich singe mittlerweile seit etwa 20 Jahren im Traditionspflegenden Schaumarer Frauenchor und bin seit 10 Jahren aktives Mitglied des \u00f6rtlichen Heimatvereins. Ich bin auch politisch engagiert und sehr stolz darauf, dass ich zwischen 1999 und 2006 zu der Arbeit der Landesselbstverwaltung beitragen konnte, und dass ich jetzt in der zweiten Wahlperiode f\u00fcr die Deutsche Selbstverwaltung im Komitat Pesth arbeite.<\/p>\n<p>Meine unerm\u00fcdliche Motivation verleiht mir meine ungarndeutsche Herkunft. Die Bewahrung der schw\u00e4bischen Kultur unserer Ahnen in Schaumar war f\u00fcr mich immer schon eine Herzensangelegenheit, ich habe mich immer daf\u00fcr eingesetzt, dass sich unser Nationalit\u00e4tenbewusstsein verst\u00e4rkt, und unsere Gro\u00dfgemeinde, die mittlerweile um die 12.000 Einwohner z\u00e4hlt, von der ganzen gro\u00dfen weiten Welt als ungarndeutsches Dorf wahrgenommen wird.<\/p>\n<p>Den nach uns kommenden Generationen m\u00f6chte ich eine wichtige Botschaft mit auf den Weg geben: Unsere Welt ver\u00e4ndert sich zwar st\u00e4ndig, und wenn auch die Technik immer mehr in unser Leben eindringt, und es so viele verlockende Freizeitm\u00f6glichkeiten f\u00fcr unsere Jugendlichen gibt, ist es jedoch gerade f\u00fcr sie besonders wichtig, dass sie sich mit ihrer eigenen ungarndeutschen Herkunft auseinandersetzen und diese bewusst bewahren. Sie sollten an den ungarndeutschen Veranstaltungen teilnehmen, ihre Kinder in ungarndeutsche Schulen einschreiben lassen und ungarndeutsche Gemeinschaften bilden, die die Bewahrung der \u00f6rtlichen Br\u00e4uche sichern \u2013 ich denke, dass sind auch sie ihren viel gelittenen Ahnen schuldig.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>M\u00f6chten Sie \u00fcber \u00e4hnliche Themen erfahren? Dr\u00fccken auch Sie ein Like auf die \u2013&gt; Zentrum Facebook-Seite \u201eDie Bewahrung der schw\u00e4bischen Kultur unserer Ahnen in Schaumar war f\u00fcr mich immer schon eine Herzensangelegenheit\u201d Magdalena Marlok-Cservenyi, Schuldirektorin i. 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