{"id":57995,"date":"2021-03-05T09:04:15","date_gmt":"2021-03-05T08:04:15","guid":{"rendered":"http:\/\/www.zentrum.hu\/?p=57995"},"modified":"2021-03-05T09:04:15","modified_gmt":"2021-03-05T08:04:15","slug":"in-memoriam-paschi-bacsi-sebastian-krachenfelser","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/2021\/03\/in-memoriam-paschi-bacsi-sebastian-krachenfelser\/","title":{"rendered":"In memoriam Paschi b\u00e1csi \u2013 Sebastian Krachenfelser"},"content":{"rendered":"<p>Die Musiker sitzen vor ihren Notenst\u00e4ndern, das Spielen eines L\u00e4ndlers steht an. Alle Blicke heften sich auf Sebastian Krachenfelser, dem Leiter der Kapelle. Paschi b\u00e1csi holt tief Luft und zeigt mit seinem Fl\u00fcgelhorn den Takt an, alle Musiker folgen seiner Anweisung und beginnen mit ihm das gemeinsame Spiel. Wie es in einem Artikel hie\u00df, lie\u00df die Interpretationsweise der Hetfeheller Blaskapelle das Jurymitglied aufhorchen, die originalgetreue Technik des Spiels der ungarndeutschen Blasmusik: die authentische Interpretation der Volkst\u00e4nze, das perfekte Tempo, zu dem man nur in der Lage sei, wenn man hineingeboren wurde.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/Krachenfelser-Sebestyen-1975-Svabbal.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-57996 aligncenter\" title=\"Sebastian Krachenfelser beim Schwabenball 1975\" alt=\"Krachenfelser Sebestyen-1975-Svabbal,\" src=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/Krachenfelser-Sebestyen-1975-Svabbal-357x500.jpg\" width=\"357\" height=\"500\" srcset=\"https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/Krachenfelser-Sebestyen-1975-Svabbal-357x500.jpg 357w, https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/Krachenfelser-Sebestyen-1975-Svabbal.jpg 480w\" sizes=\"auto, (max-width: 357px) 100vw, 357px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Paschi b\u00e1csis Instrumente verstummten, am 21. Februar 2021 schied ihr Besitzer im stolzen Alter von 94 Jahren aus dem Leben. Sebastian Krachenfelser erblickte am 14. Januar 1927 in Arpad\/Nagy\u00e1rp\u00e1d das Licht der Welt, im Zuge der Vertreibung wurde er mit seiner Familie nach Ack\u00f6rweh\/Okorv\u00f6lgy zwangs\u00fcbersiedelt. Er wuchs mit der ungarndeutschen Blasmusik auf, damals gab es in den Kapellen sowohl Streich- als auch Blasmusikaufstellungen, viele Musiker spielten mehrere Instrumente. Die Kapellen k\u00fcmmerten sich vor Ort um den Nachwuchs, \u00e4ltere Instrumentalspieler oder Kapellenleiter haben die musikbegeisterten Jugendlichen unter ihre Fittiche genommen und erteilten ihnen Musikunterricht: Instrumentalkenntnisse, Notenlesen und die stilvolle Interpretation der ungarndeutschen Musik, ihrer musikalischen Muttersprache, wurde ihnen vermittelt. Sebastian Krachenfelsers Lehrmeister war Konrad Freitag, der weitl\u00e4ufig bekannte Kapellenleiter aus Haschad. Seine Instrumente waren das Fl\u00fcgelhorn und die Geige. In Konrad Freitags Kapelle wuchs Sebastian Krachenfelser zu einem reifen Musiker heran. 1948 schloss er sich der Hetfeheller Blaskapelle (Hetvehely) an, mit deren Leitung er beauftragt wurde. Die im s\u00fcdlichen Transdanubien beliebte Kapelle existierte bis in die 80er Jahre in beiden Formationen: als Streich- und als Blaskapelle. Sie spielten auf ungarndeutschen Hochzeiten, bei Schwabenb\u00e4llen und kirchlichen Veranstaltungen. Sie waren st\u00e4ndige Mitwirkende bei den Schwabenb\u00e4llen in F\u00fcnfkirchen, Kaposv\u00e1r und Budapest. 1982 waren sie eingeladene Mitwirkende beim Schwabenball in M\u00fcnchen. Ihre authentische Vortragsweise hielt der F\u00fcnfkirchner Rundfunk auf zahlreichen Tonaufnahmen fest.<\/p>\n<p>Regelm\u00e4\u00dfig und erfolgreich nahmen sie an der landesweiten musikalischen Veranstaltungsreihe des Demokratischen Verbandes der Deutschen in Ungarn \u201eReicht br\u00fcderlich die Hand\u201c und an den Blasmusiktreffen teil.<\/p>\n<p>Ab den 80er Jahren machte die Kapelle dem Zeitgeschmack gem\u00e4\u00df einen kontinuierlichen Wandel durch. Die Streichkapellenformation wurde aufgegeben. Neben der traditionellen ungarndeutschen Musik gab es immer mehr Anspruch auf Unterhaltungsmusik anderen Charakters. So hielten dementsprechend an Stelle einiger Blasinstrumente das Akkordeon, die Gitarre sowie sp\u00e4ter auch ein Keyboard Einzug in die Kapelle. Die Hetfeheller Blaskapelle geh\u00f6rte bis zu deren Aufl\u00f6sung im Jahre 2004 zu den Spitzenkapellen ungarndeutschen Charakters in S\u00fcdtransdanubien.<\/p>\n<p>Sebastian Krachenfelsers au\u00dferordentliches musikalisches Talent belegt auch die Tatsache, dass er von 1962 bis 2010 als erster Fl\u00fcgelhornspieler des F\u00fcnfkirchner Erzbergmanns-Konzertblasorchesters t\u00e4tig war.<\/p>\n<p>2007 \u00fcbernahm er sehr gerne die musikalische Leitung der damals durch Anton Schram gegr\u00fcndeten, authentische ungarndeutsche Blasmusik spielenden Nadascher Blaskapelle Alte Kameraden. Innerhalb der Blaskapelle funktionierte erneut die unmittelbare Traditions\u00fcbergabe. Sebastian Krachenfelser hat die handgeschriebenen Notenmanuskripte der Hetfeheller Blaskapelle zur Verf\u00fcgung gestellt, das reiche Notenmaterial bleibt also somit f\u00fcr die Nachwelt aufbewahrt.<\/p>\n<p>1997 wurde er mit dem Lenau-Preis, 1998 mit dem Josef-Gung\u2018l-Preis des Landesrats ungarndeutscher Ch\u00f6re, Kapellen und Tanzgruppen ausgezeichnet.<\/p>\n<p>Er ist in diese Musiktradition hineingeboren, als deren Vertreter er sich ein Leben lang der ungarndeutschen Musik verschrieb. Seine Ausdauer und sein Durchhalteverm\u00f6gen bleiben legend\u00e4r. Nun nehmen am 11. M\u00e4rz 2021 Familie \u2013 Ehefrau, Tochter, Schwiegersohn, Enkeltochter und drei Urenkelkinder \u2013, Freunde und Musikerkollegen von ihm auf dem F\u00fcnfkirchner Zentralfriedhof Abschied. Auf seinem letzten Weg werden ihn seine Kollegen aus der Erzbergmannsblaskapelle mit J\u00e1nos Ritter an der Spitze musikalisch begleiten. Zahlreiche Tonaufnahmen halten unsere Erinnerungen an die traditionsreiche Blasmusik der Hetfeheller Blaskapelle unter der Leitung von Sebastian Krachenfelser fest.<\/p>\n<p><em>A. K.<\/em><\/p>\n<p>\u3030\u3030\u3030\u3030\u3030<\/p>\n<p>Auf einem Pokal aus dem Jahr 1972, der im Geb\u00e4ude der Hetfeheller Selbstverwaltung aufbewahrt wird, stehen die Namen der Mitglieder der einstigen Blaskapelle: Krachenfelser Sebesty\u00e9n, Gl\u00fcck Vilmos, W\u00e1gner Mih\u00e1ly, Geiszkopf J\u00f3zsef, Reisz P\u00e9ter, V\u00e1gi Gy\u00f6rgy, \u00d3budai Antal, Strausz Andr\u00e1s, Galambos J\u00e1nos, Beregi Ferenc, F\u00f6ldesi J\u00f3zsef, Szabados (Strausz) J\u00e1nos, sie alle haben nun schon ihr irdisches Leben beendet.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Musiker sitzen vor ihren Notenst\u00e4ndern, das Spielen eines L\u00e4ndlers steht an. Alle Blicke heften sich auf Sebastian Krachenfelser, dem Leiter der Kapelle. Paschi b\u00e1csi holt tief Luft und zeigt mit seinem Fl\u00fcgelhorn den Takt an, alle Musiker folgen seiner Anweisung und beginnen mit ihm das gemeinsame Spiel. Wie es in einem Artikel hie\u00df, lie\u00df [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"aside","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","_seopress_titles_title":"","_seopress_titles_desc":"","_seopress_robots_index":"","ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[94,92],"tags":[927,307,354,405,1025],"class_list":{"0":"post-57995","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-aside","6":"category-neue-zeitung-nachrichten","7":"category-schnellnachrichten","8":"tag-blasmusik","9":"tag-musik","10":"tag-neue-zeitung-de","11":"tag-trauernachricht","12":"tag-volksmusik","13":"post_format-post-format-aside"},"amp_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/57995","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=57995"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/57995\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":57998,"href":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/57995\/revisions\/57998"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=57995"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=57995"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=57995"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}