{"id":58098,"date":"2019-08-15T11:05:56","date_gmt":"2019-08-15T09:05:56","guid":{"rendered":"http:\/\/www.zentrum.hu\/?p=58098"},"modified":"2021-03-17T11:08:21","modified_gmt":"2021-03-17T10:08:21","slug":"uber-das-schicksal-der-ungarndeutschen-in-berlin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/2019\/08\/uber-das-schicksal-der-ungarndeutschen-in-berlin\/","title":{"rendered":"\u00dcber das Schicksal der Ungarndeutschen in Berlin"},"content":{"rendered":"<h5>M\u00f6chten Sie \u00fcber \u00e4hnliche Themen erfahren?<br \/>\nDr\u00fccken auch Sie ein Like auf die \u2013&gt; <a title=\"Ungarndeutsche Nachrichten\" href=\"http:\/\/facebook.com\/zentrumhu\" target=\"_blank\">Zentrum Facebook-Seite<\/a><\/h5>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Gedenktag der Opfer von Flucht und Vertreibung<\/strong><br \/>\n<strong> am 20. Juni 2019<\/strong><\/p>\n<p>Seit 2015 gedenkt die Bundesregierung jedes Jahr am 20. Juni der Opfer von Flucht und Vertreibung. Am 20. Juni 2019 konnte ich an den Vorveranstaltungen zum Gedenktag von Flucht und Vertreibung, an der Podiumsdiskussion im Konferenzzentrum des Bundesministeriums des Innern, f\u00fcr Bau und Heimat und auch an der anschlie\u00dfenden offiziellen Gedenkstunde im Deutschen Historischen Museum teilnehmen.<\/p>\n<p><strong>Podiumsdiskussion mit Zeitzeugen<\/strong><\/p>\n<p>Am Vormittag begegneten sich Zeitzeugen, junge Erwachsene und Sch\u00fcler im Bundesministerium des Innern, f\u00fcr Bau und Heimat, um \u00fcber das Schicksal der vertriebenen Deutschen nach dem Zweiten Weltkrieg zu reden. Zum dritten Mal hatte das BMI vor der Gedenkstunde zu einer Podiumsdiskussion eingeladen, und in diesem Jahr stand das Schicksal der Ungarndeutschen, die nach dem Zweiten Weltkrieg in sowjetische Gefangenschaft gerieten und sp\u00e4ter &#8211; aufgrund ihrer Volkszugeh\u00f6rigkeit &#8211; in den ungarischen Internierungslagern erneut Zwangsarbeit leisten mussten, durch das Gespr\u00e4ch mit Georg Richter im Mittelpunkt. In meiner Dissertation habe ich sein Schicksal eingehend bearbeitet, und als wir uns im Jahre 2017 auch pers\u00f6nlich treffen konnten \u2013 und ich Herrn Richter seine Akten aus den Jahren 1950-1953 aus dem Archiv der ungarischen Staatssicherheitsdiensten \u00fcberreichen konnte \u2013 war jener Moment f\u00fcr uns beide \u2013 f\u00fcr die Erlebnisgeneration und f\u00fcr die Enkelgeneration \u2013 unvergesslich. Er war ein besonderer Gast an diesem Gedenktag, ein Br\u00fcckenbauer, ein Zeitzeuge, der viel zu erz\u00e4hlen hatte.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/IMG_20190620_114353_resized_20190623_124324961.jpeg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-58096 aligncenter\" alt=\"IMG_20190620_114353_resized_20190623_124324961\" src=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/IMG_20190620_114353_resized_20190623_124324961-510x382.jpeg\" width=\"510\" height=\"382\" srcset=\"https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/IMG_20190620_114353_resized_20190623_124324961-510x382.jpeg 510w, https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/IMG_20190620_114353_resized_20190623_124324961.jpeg 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 510px) 100vw, 510px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Die Rolle der Zeitzeugen wie die von Herrn Richter betonte in seinen Begr\u00fc\u00dfungsworten der Parlamentarische Staatsekret\u00e4r beim BMI, BdV-Vizepr\u00e4sident Stephan Mayer, als er \u00fcber eine aktive Erinnerungskultur \u2013 gerade f\u00fcr die jungen, heranwachsenden Generationen \u2013 gesprochen hat. Neben dem aus Nadwar\/Nemesn\u00e1dudvar stammenden ungarndeutschen Zeitzeugen, Georg Richter (92 Jahre alt, heute lebt er in Ulm) stellten sich auch eine Zeitzeugin, Dr. Maria Werthan, Pr\u00e4sidentin des Frauenbundes des Bundes der Vertriebenen, sowie die russlanddeutsche Social-Media-Aktivistin Irina Peter und der Organisator des Br\u00fcnner Gedenk- und Vers\u00f6hnungsmarsches Jaroslav Ostrcil\u00edk den Fragen. Die Podiumsdiskussion war sehr interessant und Frau Bavendamm, Direktorin der Stiftung Flucht, Vertreibung, Vers\u00f6hnung, moderierte die Gespr\u00e4che ausgezeichnet. Das beweisen auch die guten Fragen der Sch\u00fcler aus den Schulklassen aus Deutschland und Rum\u00e4nien. Durch solche erfolgreichen Veranstaltungen k\u00f6nnen die Themen Flucht und Vertreibung im gesellschaftlichen Bewusstsein gest\u00e4rkt werden, was heute vielleicht noch wichtiger ist, als fr\u00fcher.<\/p>\n<p><strong>Offizielle Gedenkstunde<\/strong><\/p>\n<p>Im Rahmen einer Gedenkstunde begr\u00fc\u00dfte Bundesinnenminister Seehofer am Nachmittag im Zeughaushof des Deutschen Historischen Museums die G\u00e4ste und betonte die Lebensleistung der deutschen Vertriebenen nach dem Zweiten Weltkrieg. Er meinte, dass aus der Erfahrung der Vergangenheit heraus dieser Gedenktag eine Mahnung, ein Weckruf f\u00fcr die Gegenwart sei. Demokratie braucht Erinnerung. Auf den Begr\u00fc\u00dfungsworten von Herrn Bundesinnenminister folgte ein Gru\u00dfwort und ein Gebet von Bischof Reinhart Guib, Evangelische Kirche A.B. in Rum\u00e4nien.<\/p>\n<p>Dominik Bartsch, Vertreter des Hohen Fl\u00fcchtlingskommissars der Vereinten Nationen in Deutschland, hat danach eine ber\u00fchrende Rede gehalten, in der er zuerst \u00fcber die Geschichte eines am Ende des Zweiten Weltkrieges erst 7 Jahre alten M\u00e4dchens erz\u00e4hlte, das mit seiner Mutter und seinen zwei Geschwistern die Heimat verlassen musste. W\u00e4hrend der Flucht ist sein j\u00fcnger Bruder, der noch ein S\u00e4ugling war, gestorben, er ruht also heute in einem fremden Land. Dieses M\u00e4dchen ist heute 80 Jahre alt. Nach dieser Geschichte erz\u00e4hlte er mit bewegenden Worten \u00fcber die heutigen 7-j\u00e4hrigen M\u00e4dchen, die aus ihrer Heimat fl\u00fcchten m\u00fcssen und erinnerte das Publikum an die aktuellen Fl\u00fcchtlingsthemen. \u201eW\u00e4hrend ich hier rede, werden weiter Menschen verfolgt\u201d, sagte Herr Bartsch.<\/p>\n<p>Die Hauptrede hielt Professorin Aleida Assmann, Tr\u00e4gerin des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels 2018. Professorin Assmann betonte in ihrer Ansprache die Rolle der Erinnerungskultur, die \u2013 die Erinnerung und das Gedenken an die Opfer der Flucht und Vertreibung \u2013 nunmehr in allen betroffenen L\u00e4ndern, also grenz\u00fcbergreifend stattfinden soll. Das Schlusswort der Gedenkstunde hielt Dr. Bernd Fabritius, Pr\u00e4sident des Bundes der Vertriebenen. Dr. Fabritius erinnerte das Publikum an den Winter 1945, an die Zeit der Flucht und Vertreibung der Deutschen und an die Zeitzeugen, die uns vom Kampf ums \u00dcberleben berichteten. Dieses Unrecht, das rund 15 Millionen Deutschen widerfahren ist, und dessen Folgen h\u00e4tten unsere Identit\u00e4t ganz erheblich gepr\u00e4gt, betonte Herr Fabritius. Jede Vertreibung, jede ethnische S\u00e4uberung \u2013 gleichg\u00fcltig wo, wann und warum \u2013 sei immer ein Verbrechen, sagte er im weiteren und war der Meinung, dass Europa den Tatbestand der Vertreibung f\u00fcr die Zukunft sanktionsf\u00e4hig normieren m\u00fcsse.<\/p>\n<p>Musikalisch wurde die Gedenkstunde von der Karajan-Akademie der Berliner Philharmoniker e. V., durch die Werke der Komponisten S. Prokofiev, M. Weinberg und K. Weill umrahmt. Nach dem Programm konnten die G\u00e4ste beim Empfang \u00fcber diese Themen Gespr\u00e4che f\u00fchren. Zeitzeuge Georg Richter war sehr ber\u00fchrt, fand die Reden ausgezeichnet und freute sich dar\u00fcber, dass es hier, an diesem Gedenktag in W\u00fcrde, mit der angemessenen Ehrerbietung und mit Empathie unserer menschlichen Pflicht des Erinnerns und des Gedenkens nachgekommen wurde. Flucht und Vertreibung sind ein Teil unserer Geschichte: Millionen Deutsche mussten im 20. Jahrhundert aufgrund von Flucht, Vertreibung, Zwangsumsiedlung und Deportation ihre Heimat verlassen. Dabei kamen mehr als Hunderttausende von Menschen ums Leben, wurden in Internierungslagern k\u00f6rperlich und seelisch verletzt oder verloren durch die Vertreibung ihr Hab und Gut. Die historische Aufarbeitung dieser Ereignisse und das Gedenken an die Opfer werden von der Bundesregierung auch mit Hilfe solcher Gedenktage unterst\u00fctzt.<\/p>\n<p><em>Dr. Kathi Gajdos-Frank<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>M\u00f6chten Sie \u00fcber \u00e4hnliche Themen erfahren? 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