{"id":58282,"date":"2021-04-09T09:54:11","date_gmt":"2021-04-09T07:54:11","guid":{"rendered":"http:\/\/www.zentrum.hu\/?p=58282"},"modified":"2021-04-09T10:02:55","modified_gmt":"2021-04-09T08:02:55","slug":"gabriele-vasak-den-dritten-das-brot","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/2021\/04\/gabriele-vasak-den-dritten-das-brot\/","title":{"rendered":"Gabriele Vasak: Den Dritten das Brot"},"content":{"rendered":"<h5>M\u00f6chten Sie \u00fcber \u00e4hnliche Themen erfahren?<br \/>\nDr\u00fccken auch Sie ein Like auf die \u2013&gt; <a title=\"Ungarndeutsche Nachrichten\" href=\"http:\/\/facebook.com\/zentrumhu\" target=\"_blank\">Zentrum Facebook-Seite<\/a><\/h5>\n<p>Ungarn wurde vor 76 Jahren &#8211; im April 1945 &#8211; von der Besetzung durchs Nazideutschland vollst\u00e4ndig befreit. So hie\u00df es zumindest offiziell, dass der Krieg am 4. April auf ungarischem Boden zu Ende ging. W\u00e4hrend der Jahrzehnte der kommunistischen Diktatur versuchte man die Befreiung durch Mittel der politischen Propaganda als etwas rein Positives darzustellen und ihre Schattenseiten zu verleugnen. Die Gr\u00e4ueltaten der Sowjetsoldaten, das Leid der Zivilbev\u00f6lkerung, so auch die Verschleppung der Ungarndeutschen in die Sowjetunion zur Zwangsarbeit versuchte man fast bis zur Wende v\u00f6llig zu verschweigen.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/Den-Dritten-das-Brot.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-58279\" alt=\"Den Dritten das Brot\" src=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/Den-Dritten-das-Brot-315x500.jpg\" width=\"315\" height=\"500\" srcset=\"https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/Den-Dritten-das-Brot-315x500.jpg 315w, https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/Den-Dritten-das-Brot.jpg 630w\" sizes=\"auto, (max-width: 315px) 100vw, 315px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Es wissen vielleicht nur wenige in unserem Land, dass auf dem Gebiet der Tito-Jugoslawien, so auch auf den heutigen Gebieten von Serbien, in der Vojvodina &#8211; fast unmittelbar nachdem Titos Partisanen mit der Sowjetarmee 1944 die Gebiete \u201ebefreit hatten\u201d &#8211; Arbeits- und Vernichtungslager f\u00fcr die dort lebenden Donauschwaben eingerichtet wurden. Dieses Thema wurde jedoch schon viel fr\u00fcher als das der Malenkij Robot der Ungarndeutschen aufgearbeitet. \u00dcber die traurige Nachkriegsgeschichte der Donauschwaben kann man aber nicht nur in der entsprechenden historischen Fachliteratur lesen. Da nach der Aufl\u00f6sung der Lager 1947 Hunderttausende von \u00dcberlebenden \u00fcber Ungarn nach \u00d6sterreich und Westdeutschland flohen, wurde ihre Geschichte auch in zahlreichen Romanen und anderen Prosatexten aufgearbeitet.<\/p>\n<p>Dieser von der \u00f6sterreichischen Autorin Gabriele Vasak geschriebene und 2016 herausgegebene Roman befasst sich mit der tragischen Nachkriegsgeschichte der Donauschwaben der Vojvodina, jedoch mit einer au\u00dfergew\u00f6hnlichen Perspektive.<\/p>\n<p>Wir begleiten Marlene, die 80-j\u00e4hrige donauschw\u00e4bische Protagonistin, und ihre Tochter Klara auf eine Autoreise aus \u00d6sterreich ins heutige Serbien, wobei das Land noch die Spuren des letzten Krieges tr\u00e4gt. Der Anlass f\u00fcr die Reise ist der Brief von Jelena, einer serbischen Freundin aus Marlenes Kindheit. W\u00e4hrend der Reise kommen in Marlene nicht nur die Erinnerungen an ihre Kindheit in Hodschag und an den Vernichtungslager in Gakovo, sondern auch die an die Flucht nach \u00d6sterreich auf. Die erz\u00e4hlte Vergangenheit vermischt sich dabei st\u00e4ndig mit der Gegenwart der Reise. Teile werden zudem auch aus der Perspektive von Klara und von Jelena erz\u00e4hlt. Wie das Leben in \u00d6sterreich und in der Vojvodina nach der Flucht weiterging, wird ebenfalls er\u00f6rtert. Bei der Betrachtung der einst so prunkvollen und jetzt so heruntergekommenen donauschw\u00e4bischen H\u00e4user und Stra\u00dfen wird f\u00fcr Marlene klar, dass da nichts mehr so ist, wie es fr\u00fcher gewesen ist. Trotzdem kommt f\u00fcr sie vieles vertraut vor und wird auch in ihren Erinnerungen wach.<\/p>\n<p>Wie kann man die traurige Vergangenheit \u00fcberhaupt aufarbeiten? Kann es eine Vers\u00f6hnung zwischen T\u00e4ter und Opfer geben? Kann das Wiedersehen gut gelingen? Macht eine solche Reise \u00fcberhaupt einen Sinn? All diese Fragen werden in dieser einzigartigen, zwar fiktiven, jedoch sehr realit\u00e4tsnahen Geschichte beantwortet.<\/p>\n<p>Wir empfehlen dieses Werk allen, die die Welt der Vernichtungslager und die Nachkriegsgeschichte der Donauschwaben im einstigen Tito-Jugoslawien kennenlernen m\u00f6chten.<\/p>\n<p>Gabriele Vasak: Den Dritten das Brot<br \/>\nWien : Septime, 2016.<br \/>\n141.S.<br \/>\nSprache: deutsch<\/p>\n<p><em>Die empfohlenen B\u00fccher sind in der Sammlung der Ungarndeutschen Bibliothek &#8211; wenn nichts weiteres Angegeben &#8211; nur zur Leihe zug\u00e4nglich.<\/em><br \/>\n<em>Weitere Informationen:\u00a0<a href=\"mailto:info@bibliothek.hu\">info@bibliothek.hu<\/a><\/em><br \/>\n<em>Webseite: <a href=\"http:\/\/www.bibliothek.hu\" target=\"_blank\">www.bibliothek.hu<\/a><\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Roman f\u00fcr alle, die die Welt der Vernichtungslager und die Nachkriegsgeschichte der Donauschwaben im einstigen Tito-Jugoslawien kennenlernen m\u00f6chten.<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":58281,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"aside","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","_seopress_titles_title":"","_seopress_titles_desc":"","_seopress_robots_index":"","ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[93,303],"tags":[781,728,431,492,350,1654,787,460,1278],"class_list":{"0":"post-58282","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-aside","5":"has-post-thumbnail","7":"category-bibliothek-nachrichten","8":"category-buchtipp","9":"tag-belletristik","10":"tag-bibliothek-de","11":"tag-buch","12":"tag-buchtipp-2","13":"tag-geschichte","14":"tag-jugoslawien","15":"tag-roman","16":"tag-ungarndeutsche-bibliothek","17":"tag-woiwodina","18":"post_format-post-format-aside"},"amp_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/58282","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=58282"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/58282\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":58287,"href":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/58282\/revisions\/58287"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/58281"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=58282"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=58282"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=58282"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}