{"id":58643,"date":"2021-05-13T14:00:06","date_gmt":"2021-05-13T12:00:06","guid":{"rendered":"http:\/\/www.zentrum.hu\/?p=58643"},"modified":"2021-05-13T14:12:09","modified_gmt":"2021-05-13T12:12:09","slug":"unmenschliche-schicksale","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/2021\/05\/unmenschliche-schicksale\/","title":{"rendered":"Unmenschliche Schicksale"},"content":{"rendered":"<h5>M\u00f6chten Sie \u00fcber \u00e4hnliche Themen erfahren?<br \/>\nDr\u00fccken auch Sie ein Like auf die \u2013&gt; <a title=\"Ungarndeutsche Nachrichten\" href=\"http:\/\/facebook.com\/zentrumhu\" target=\"_blank\">Zentrum Facebook-Seite<\/a><\/h5>\n<p>Wie die Vertreibung, so war auch die Verschleppung der Ungarndeutschen in die Sowjetunion \u00fcber eine lange Zeit ein verschwiegenes, tabuisiertes Thema. Die historische Aufarbeitung von Malenkij Robot fing erst um die Wende 1989 an. Einen Aufschwung brachten die Ank\u00fcndigung und Verl\u00e4ngerung des Gulag-Gedenkjahres zwischen 2015-2017. Infolge dessen sind zahlreiche Werke im Thema erschienen.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/Embertelen-sorsok.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-58639\" alt=\"Embertelen sorsok\" src=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/Embertelen-sorsok-346x500.jpg\" width=\"346\" height=\"500\" srcset=\"https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/Embertelen-sorsok-346x500.jpg 346w, https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/Embertelen-sorsok.jpg 693w\" sizes=\"auto, (max-width: 346px) 100vw, 346px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Dieses Werk ist zwar erst Ende 2020 erschienen und wurde von Lokalpatrioten aus Boschok verfasst, trotzdem geh\u00f6rt es zur selben Thematik.<\/p>\n<p>Die Branauer Gemeinde wurde schon ab dem 27. November 1944 durch Sowjetsoldaten \u201ebefreit\u201d und zugleich besetzt. Zum Ende der Adventszeit wurde die \u00f6rtliche deutsche Bev\u00f6lkerung zu einer \u201ekleinen Arbeit\u201d (Malenkij Robot), zum Maisbrechen in der Batschka f\u00fcr zwei Wochen aufgefordert. Am 26. und 29. Dezember wurden alle in Boschok ans\u00e4ssigen arbeitsf\u00e4higen ungarndeutschen Jugendlichen und Erwachsenen verschleppt, jedoch nicht in die Batschka, sondern in die Sowjetunion. Die Zwangsarbeit dauerte mehrere Jahre lang. Jugendliche \u00fcber 16 Jahre, Frauen unter 30 und M\u00e4nner unter 50, also alle, die sich nicht verstecken, zwischendurch fliehen oder sich aus der Liste aus irgendeinem Grund streichen lassen konnten, mussten mehrere Jahre lang als Gefangene, fern von der Heimat, hungernd schwerste Arbeit leisten. Die meisten arbeitsf\u00e4higen M\u00e4nner waren zu dieser Zeit noch Soldaten im Krieg. Aus Boschok kamen 94 Frauen und 15 M\u00e4nner auf die Z\u00fcge Richtung Ferne. Von ihnen sind 13 Frauen und 6 M\u00e4nner nicht mehr in ihre Heimat zur\u00fcckgekehrt.<\/p>\n<p>Die Autorin, Maria Thurn geb. Szorg, hat mit Maria Jord\u00e1n geb. Miete und Josef Jord\u00e1n nicht nur die Liste und eine allgemeine Geschichte der Boschoker Verschleppten verfasst: Nach einer langj\u00e4hrigen Sammelarbeit wurden alle Schicksalsgeschichten der 94 Frauen und 15 M\u00e4nner nicht nur einzeln gesammelt, sondern auch &#8211; dank Melitta Hengls Arbeit &#8211; \u00fcbersetzt. Der hier dokumentierte tragischste Teil ihres Lebens wurde mit Archivfotos erg\u00e4nzt und teils mit Dokumenten aus der Zeit in diesem anspruchsvollen Buch verewigt. Alle Geschichten sind einzigartig, es gibt aber auch bestimmte \u00c4hnlichkeiten. Es war z. B. kein Einzelfall, dass junge M\u00fctter ihre kleinen Kinder hinterlassen mussten und nach der R\u00fcckkehr gleich nach Deutschland vertrieben wurden oder erst nach Jahren durch eine Familienzusammenf\u00fchrung dort wieder ihre Ehem\u00e4nner trafen. Durch die Geschichten und Fotos wird dem Leser sofort klar, dass hinter den in unseren Geschichtsb\u00fcchern vorhandenen Daten, Listen und Fakten Menschen, einzelne Schicksale und private Trag\u00f6dien stecken, welche in diesem Buch \u00f6fters nur noch von den Nachfahren oder Verwandten erz\u00e4hlt werden konnten.<\/p>\n<p>Das Buch empfehlen wir allen, die anhand der pers\u00f6nlichen Perspektive von Zeitzeugen und ihren Nachfahren \u00fcber die Malenkij Robot der Boschoker Ungarndeutschen mehr erfahren m\u00f6chten. Der Band kann sowohl f\u00fcr den privaten Gebrauch als auch f\u00fcr Forscher sehr n\u00fctzlich sein.<\/p>\n<p>Maria Jord\u00e1n geb. Szorg: Unmenschliche Schicksale &#8211; Embertelen sorsok<br \/>\nPalotabozsok : Palotabozsoki N\u00e9met Nemzetis\u00e9gi Egyes\u00fclet &#8211; Boschoker Chor, 2020.\u2028418. S., Ill.<br \/>\nSprache: Deutsch, Ungarisch<\/p>\n<p><em>Die empfohlenen B\u00fccher sind in der Sammlung der Ungarndeutschen Bibliothek &#8211; wenn nichts weiteres Angegeben &#8211; nur zur Leihe zug\u00e4nglich.<\/em><br \/>\n<em>Weitere Informationen:\u00a0<a href=\"mailto:info@bibliothek.hu\">info@bibliothek.hu<\/a><\/em><br \/>\n<em>Webseite: <a href=\"http:\/\/www.bibliothek.hu\" target=\"_blank\">www.bibliothek.hu<\/a><\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Buch f\u00fcr alle, die anhand der pers\u00f6nlichen Perspektive von Zeitzeugen und ihren Nachfahren \u00fcber die Malenkij Robot der Boschoker Ungarndeutschen mehr erfahren m\u00f6chten.<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":58640,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"aside","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","_seopress_titles_title":"","_seopress_titles_desc":"","_seopress_robots_index":"","ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[93,303],"tags":[373,728,431,492,350,820,460,860,1321,821],"class_list":{"0":"post-58643","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-aside","5":"has-post-thumbnail","7":"category-bibliothek-nachrichten","8":"category-buchtipp","9":"tag-aussiedlung","10":"tag-bibliothek-de","11":"tag-buch","12":"tag-buchtipp-2","13":"tag-geschichte","14":"tag-malenkij-robot-de","15":"tag-ungarndeutsche-bibliothek","16":"tag-verschleppung","17":"tag-vertreibung","18":"tag-zwangsarbeit","19":"post_format-post-format-aside"},"amp_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/58643","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=58643"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/58643\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":58648,"href":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/58643\/revisions\/58648"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/58640"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=58643"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=58643"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=58643"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}