{"id":58936,"date":"2021-06-02T11:03:11","date_gmt":"2021-06-02T09:03:11","guid":{"rendered":"http:\/\/www.zentrum.hu\/?p=58936"},"modified":"2021-06-02T11:46:17","modified_gmt":"2021-06-02T09:46:17","slug":"jetzt-sind-ihre-schrecklichen-erinnerungen-fur-immer-geschichte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/2021\/06\/jetzt-sind-ihre-schrecklichen-erinnerungen-fur-immer-geschichte\/","title":{"rendered":"Letzte Zeitzeugin der \u201eMalenki Robot\u201c in Elek verstorben"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: center;\"><strong>\u201eJetzt sind ihre schrecklichen Erinnerungen<br \/>\nf\u00fcr immer Geschichte\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Sie lebte zur\u00fcckgezogen bei ihrer Nichte. Geheiratet hat sie nie. Die Rede ist von Anna Lujza Reisz, der letzten Zeitzeugin in Elek, die in den Endz\u00fcgen des Zweiten Weltkrieges zur Zwangsarbeit nach Krivojrog verschleppt wurde. Jetzt hat ihr Herz aufgeh\u00f6rt zu schlagen. Jetzt sind all ihre schrecklichen Erinnerungen f\u00fcr immer Geschichte.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-58938\" title=\"Die letzte Zeitzeugin der \u201eMalenki Robot\u201c in Elek - Anna Lujza Reisz\" alt=\"Anna-Reisz\" src=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/Anna-Reisz.jpg\" width=\"269\" height=\"358\" \/><\/p>\n<p>Anna Lujza Reisz war gerade einmal 16 Jahre alt, als sie im Januar 1945 zusammen mit etwa 1.000 Eleker M\u00e4nner und Frauen nach Russland deportiert wurde. Dabei hatte das junge zierliche M\u00e4dchen nicht einmal das Mindestalter erreicht. Der russische Soldat wollte sie deshalb nicht mitnehmen, doch der zust\u00e4ndige Beamte der Eleker Gemeindeverwaltung war mit ihrer Anwesen- heit zufrieden, weil damit die notwendige Gruppen- st\u00e4rke f\u00fcr den Transport erreicht werden konnte.<\/p>\n<p>So begann am 11. Januar 1945 auch f\u00fcr Anna Lujza Reisz\u00a0eine ungewisse Zukunft in den Arbeitslagern der heutigen Ukraine. Die Hoffnung auf Heimkehr zu ihren Liebsten und der feste Glaube an Gott gaben ihr w\u00e4hrend dieser entbehrungsreichen Zeit Kraft zum \u00dcberleben.<\/p>\n<p>\u00dcber zweieinhalb Jahre musste sie in den Lagern in Russland Zwangsarbeit leisten, bevor sie mit ihrer Schwester nach zahlreichen Irrwegen zur\u00fcck in ihre Heimatgemeinde Elek kommen konnte.<\/p>\n<p>Hier erwartete sie ein weiteres schweres Schicksal, denn w\u00e4hrend der eine Teil der Familie bereits 1946 nach Deutschland vertrieben worden war, wurden ihre Eltern enteignet und diesen so die Lebensgrundlage entzogen, sodass nach dem Elend in Russland nun noch bittere Armut hinzu kam. Diese Entbehrungen begleiteten Anna Lujza Reisz ein Leben lang.<\/p>\n<p>Es wird f\u00fcr immer die Grausamkeit der Geschichte bleiben, dass die Deportation von Ungarn- deutschen zur Zwangsarbeit nach Russland \u00fcber mehr als 40 Jahre in Ungarn ein Tabu-Thema war, und so sprach auch Anna Lujza Reisz nie \u00fcber die schrecklichen Ereignisse, die ihr w\u00e4hrend der Malenki Robot widerfahren sind. Erst vor zwei Jahren wagte sie es, den Namen des Elekers zu nennen, der sie auf die Deportationsliste schrieb und damit f\u00fcr ihren Leidensweg verantwortlich wurde. Bis zuletzt steckte die Angst noch immer in ihrem Unterbewusstsein.<\/p>\n<p>Jetzt starb Anna Lujza Reisz im Alter von 92 Jahren als letzte Zeitzeugin der Malenki Robot in Elek.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eJetzt sind ihre schrecklichen Erinnerungen f\u00fcr immer Geschichte\u201c Sie lebte zur\u00fcckgezogen bei ihrer Nichte. Geheiratet hat sie nie. 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