{"id":60008,"date":"2021-08-27T11:36:34","date_gmt":"2021-08-27T09:36:34","guid":{"rendered":"http:\/\/www.zentrum.hu\/?p=60008"},"modified":"2021-08-27T11:38:15","modified_gmt":"2021-08-27T09:38:15","slug":"reinhard-bohse-von-einem-der-auszog-in-eine-nicht-vergangene-zeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/2021\/08\/reinhard-bohse-von-einem-der-auszog-in-eine-nicht-vergangene-zeit\/","title":{"rendered":"Reinhard Bohse: Von einem, der auszog in eine nicht vergangene Zeit"},"content":{"rendered":"<h5>M\u00f6chten Sie \u00fcber \u00e4hnliche Themen erfahren?<br \/>\nDr\u00fccken auch Sie ein Like auf die \u2013&gt; <a title=\"Ungarndeutsche Nachrichten\" href=\"http:\/\/facebook.com\/zentrumhu\" target=\"_blank\">Zentrum Facebook-Seite<\/a><\/h5>\n<p>Mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges, der Befreiung und der gleichzeitigen Besetzung Ungarns durch die Sowjetarmee begann nicht nur f\u00fcr die nach der Vertreibung in Ungarn verbliebenen Ungarndeutschen, sondern auch f\u00fcr die nach Deutschland Vertriebenen ein neues und schwieriges Leben.<\/p>\n<p>Aus den von westlichen Alliierten besetzten Gebieten Deutschlands wurde die BRD und aus der Sowjetischen Besatzungszone die DDR gegr\u00fcndet. Dank der verschiedenen Organisationen, Vereine und der sogenannten Landsmannschaften konnten die in der BRD lebenden Vertriebenen ihre Br\u00e4uche pflegen und auch ihre Identit\u00e4t ausleben. Im Gegenteil dazu war es in der DDR ein Tabu, \u00fcber die ungarndeutsche Vergangenheit und Vertreibung zu reden oder den Staat bzw. das kommunistische Regime zu kritisieren. \u00dcber das Leben in der DDR wurde unzensiert, abgesehen von einigen ausgeb\u00fcrgerten Dissidenten wie Wolf Biermann, praktisch bis zur Wende und Wiedervereinigung nicht offen und auch nicht viel ge\u00e4u\u00dfert.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/Von-einem-der-auszog.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-60005\" alt=\"Von einem, der auszog\" src=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/Von-einem-der-auszog-341x500.jpg\" width=\"341\" height=\"500\" srcset=\"https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/Von-einem-der-auszog-341x500.jpg 341w, https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/Von-einem-der-auszog.jpg 683w\" sizes=\"auto, (max-width: 341px) 100vw, 341px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Aus dem hier vorgestellten Buch von Reinhard Bohse erf\u00e4hrt man aus erster Hand, wie das Leben in einer sozialistischen Diktatur \u201edeutscher Art\u201d zu meistern war. Das Werk kann man als historische Biografie definieren, in dem der Autor die erlebten und subjektiv geschilderten geschichtlichen Ereignisse mit Daten und Fakten, wie in einem Fachbuch mit Fu\u00dfnoten erg\u00e4nzt. Bohses Buch ist kein Familienroman. Trotzdem kommt der Leser mithilfe der autobiografischen Perspektive dem Alltag und den wichtigsten politischen Ereignissen der DDR und Osteuropas n\u00e4her. Nicht nur die Problematik der Mauer, sondern auch die der Kontaktpflege mit den in der BRD lebenden &#8211; teils gefl\u00fcchteten &#8211; Verwandten enth\u00fcllen sich in historischer Reihenfolge. Bohse wurde gerade um die Zeit des Prager Fr\u00fchlings im Jahre 1968 in die Nationale Volksarmee der DDR einberufen. In Form von Tagebucheintr\u00e4gen und Briefen liest man dar\u00fcber, wie er w\u00e4hrend dieser Zeit immer mehr auf oppositionelle Gedanken gegen die Diktatur kommt. Trotz dass er studierter Geologe war, war ein Stellenwechsel als Geologe in der DDR-Realit\u00e4t ohne Mitglied der Partei zu sein immer schwieriger. Auch nicht einfacher war es, in Leipzig eine gr\u00f6\u00dfere Mietwohnung zu finden und diese zu renovieren. Zum Beispiel die Beschaffung einer ordentlich funktionierenden Badewanne ist aus heutiger Sicht der reinste Zirkus gewesen. Auch die Problematik der Rum\u00e4niendeutschen wird &#8211; durch seine Reiseerlebnisse &#8211; w\u00e4hrend der Ceau\u0219escu-Epoche aufgezeigt.<\/p>\n<p>Langeweile in seinem Berufsalltag f\u00fchren ihn zur Jazzmusik und in die Literaturszene der DDR. In der Beschreibung seiner Ungarnreise im Sommer 1989 erf\u00e4hrt der Leser \u00fcber seine Begegnung mit der bekannten ungarndeutschen Dichterin Valeria Koch. Nach einem kurzen BRD-Besuch kommt er aber wieder nach Leipzig, wo die Stra\u00dfendemonstrationen den Untergang der DDR einleiten. Die Erz\u00e4hlung endet mit dem \u201eHappy End\u201d, der Wiedervereinigung von Deutschland.<\/p>\n<p>Dieses Buch empfehlen wir allen, die das Leben und den Alltag in der Deutschen Demokratischen Republik aus autobiografischer Perspektive kennenlernen m\u00f6chten.<\/p>\n<p>Reinhard Bohse: Von einem, der auszog in eine nicht vergangene Zeit. Leben diesseits der Mauer. Historischer Report 1945-1989<br \/>\nLeipzig : Edition Hamouda, 2021.<br \/>\n279. S.<br \/>\nSprache: Deutsch<\/p>\n<p><em>Die empfohlenen B\u00fccher sind in der Sammlung der Ungarndeutschen Bibliothek &#8211; wenn nichts weiteres Angegeben &#8211; nur zur Leihe zug\u00e4nglich.<\/em><br \/>\n<em>Weitere Informationen:\u00a0<a href=\"mailto:info@bibliothek.hu\">info@bibliothek.hu<\/a><\/em><br \/>\n<em>Webseite: <a href=\"http:\/\/bibliothek.hu\/de\/\" target=\"_blank\">www.bibliothek.hu<\/a><\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Buch f\u00fcr alle, die das Leben und den Alltag in der Deutschen Demokratischen Republik aus autobiografischer Perspektive kennenlernen m\u00f6chten.<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":60010,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"aside","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","_seopress_titles_title":"","_seopress_titles_desc":"","_seopress_robots_index":"","ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[93,303],"tags":[728,810,1682,431,492,1241,107,350,864,460],"class_list":{"0":"post-60008","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-aside","5":"has-post-thumbnail","7":"category-bibliothek-nachrichten","8":"category-buchtipp","9":"tag-bibliothek-de","10":"tag-biografie","11":"tag-brd","12":"tag-buch","13":"tag-buchtipp-2","14":"tag-ddr","15":"tag-deutschland","16":"tag-geschichte","17":"tag-ruckerinnerung","18":"tag-ungarndeutsche-bibliothek","19":"post_format-post-format-aside"},"amp_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/60008","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=60008"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/60008\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":60012,"href":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/60008\/revisions\/60012"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/60010"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=60008"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=60008"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=60008"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}