{"id":60948,"date":"2021-10-07T09:39:15","date_gmt":"2021-10-07T07:39:15","guid":{"rendered":"http:\/\/www.zentrum.hu\/?p=60948"},"modified":"2021-10-07T15:18:13","modified_gmt":"2021-10-07T13:18:13","slug":"der-vertraute-duft-nach-heu-buchvorstellung-im-totiser-ungarndeutschen-landesmuseum","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/2021\/10\/der-vertraute-duft-nach-heu-buchvorstellung-im-totiser-ungarndeutschen-landesmuseum\/","title":{"rendered":"\u201eDer vertraute Duft nach Heu\u201d &#8211; Buchvorstellung im Totiser Ungarndeutschen Landesmuseum"},"content":{"rendered":"<h5>M\u00f6chten Sie \u00fcber \u00e4hnliche Themen erfahren?<br \/>\nDr\u00fccken auch Sie ein Like auf die \u2013&gt; <a title=\"Ungarndeutsche Nachrichten\" href=\"http:\/\/facebook.com\/zentrumhu\" target=\"_blank\">Zentrum Facebook-Seite<\/a><\/h5>\n<p>Am 28. September fand im Totiser Ungarndeutschen Landesmuseum die lang erwartete Vorstellung der deutschsprachigen Ausgabe &#8211; eine gemeinsame Herausgabe von dem Kuny Domokos Museum und dem Autor &#8211; des Romans <em>A sz\u00e9na<\/em> <em>illata<\/em> von Mikl\u00f3s Hartmann mit dem deutschen Titel <em>Der vertraute Duft nach Heu<\/em> statt. Die ungarischsprachige Originalausgabe erschien bereits 2017 und erwarb schnell eine Beliebtheit, auch au\u00dferhalb der ungarndeutschen Gemeinschaft.<\/p>\n<p>Der Roman stellt die Ansiedlungen des Esterh\u00e1zy-Imperiums im 18. Jahrhundert samt ihren besonderen Umst\u00e4nden mithilfe der Geschichte der Familie Hartmann vor und verfolgt deren Schicksal \u00fcber sechs Generationen bis in die 1950er Jahre. Da \u00fcber die Fr\u00fchphase der Ansiedlung der Deutschen in Ungarn und \u00fcber die angesiedelten Familien nur kirchliche und gutsherrliche Aufzeichnungen zu finden sind, liefert dieser Roman lang ersehnte, tiefgr\u00fcndige Informationen \u00fcber den Ablauf der \u00dcbersiedlung, beginnend mit den Beweggr\u00fcnden \u00fcber die spannende, teils lebensgef\u00e4hrliche Donaufahrt bis zur Ankunft in der neuen Heimat.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/16.jpeg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-60949 aligncenter\" title=\"Ethnologin M\u00f3nika Schmidtmayer-Busa mit Mikl\u00f3s Hartmann, dem Autor des Romans \u201eDer vertraute Duft nach Heu\u201d\" alt=\"16\" src=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/16-510x341.jpeg\" width=\"510\" height=\"341\" srcset=\"https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/16-510x341.jpeg 510w, https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/16.jpeg 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 510px) 100vw, 510px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Der Titel steht f\u00fcr die ganze Geschichte, denn Heu war lange Zeit unentbehrlich f\u00fcr das b\u00e4uerliche Leben. Das gem\u00e4hte, getrocknete Heu sicherte das Halten der Zugtiere, ohne die die damalige Landwirtschaft, der Verkehr sowie die G\u00fcterbef\u00f6rderung unvorstellbar gewesen w\u00e4re.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend des Lesens sehen wir viele Beispiele daf\u00fcr, wie die geschichtlichen Ereignisse das pers\u00f6nliche Leben beeinflussen. Der Verfasser gibt ein sehr detailliertes Bild dar\u00fcber, wie Mensch, Umfeld und Gemeinschaft aufeinander wirken. Die Geschichte spielt vor allem in Kirne\/K\u00f6rnye, K\u00e4tschke\/Kecsk\u00e9d, Weinhild\/B\u00e1nhida, Schemling\/V\u00e9rtessoml\u00f3 und Szend, des Weiteren in Totis\/Tata, Raab\/Gy\u0151r und Komorn\/Kom\u00e1rom.<\/p>\n<p>Beschrieben wird auch, welche neuen Methoden und Werkzeuge die deutschen Bauern mit sich gebracht und wie sie mit deren Hilfe und mittels einer effektiven, erfolgreichen Bewirtschaftung der Felder, mit ihrer strengen Gemeinschaft und mit ihrem Flei\u00df das ver\u00f6dete Land wieder haben erbl\u00fchen lassen. Das Buch stellt nicht nur das gesellschaftliche Umfeld, sondern auch die Werkzeuge, Produkte, Methoden und Marktverh\u00e4ltnisse der Landwirtschaft vor. Aber am wichtigsten ist die Abbildung der menschlichen Verbindungen, die zentrale, alles bestimmende Rolle der Familie. Sie haben genauso geliebt, getrauert und auf ein besseres Leben gehofft, wie wir heute.<\/p>\n<p>Der Verfasser macht den Leser auf eine sehr sch\u00f6ne Weise damit vertraut, wie die damaligen allt\u00e4glichen Gegenst\u00e4nde benutzt wurden. Die Details bzgl. der Viehhaltung, Landwirtschaftsarbeiten, Br\u00e4uche und Feste werden sehr ausf\u00fchrlich dargestellt.<\/p>\n<p>Die Geschichte endet kurz nach der Vertreibung in den 1950er Jahren, in einem Zeitalter, in dem die Gegens\u00e4tze der Gesellschaft sich zugespitzt haben, und die Rehabilitation der Wirtschaftsstrukturen erst nach 40 Jahren, bei der erneuten Wende angefangen hat. Der Band endet bei der in dem menschlichen Leben erfolgenden endg\u00fcltigen \u00c4nderung, wo die \u00dcbergabe der Sitten endg\u00fcltig aufh\u00f6rt, die Geschichte mit der bisherigen Richtung nicht mehr weitergeschrieben werden kann.<\/p>\n<p>Beachtenswert ist, ob und wie lange die Familie die deutsche Kultur, die Sitten und Br\u00e4uche behalten kann, und wann genau die Anpassung an die Mehrheitskultur, die Assimilierung beginnt. Die Assimilierung und die schnelle Globalisierung unseres Zeitalters machen das Bewahren und die Weitergabe einer Minderheitenkultur sehr schwer. Das Ungarndeutsche Landesmuseum unterst\u00fctzt mit Freude alle Bem\u00fchungen, die die Erkundung und Bewahrung der Vergangenheit, das Kennenlernen und Bekanntmachen der deutschen Traditionen f\u00f6rdern.<\/p>\n<p>Zu erwerben ist das Buch im Landesmuseum.<\/p>\n<p><em>Katalin Bachmann<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>M\u00f6chten Sie \u00fcber \u00e4hnliche Themen erfahren? 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