{"id":6405,"date":"2014-04-11T11:30:56","date_gmt":"2014-04-11T09:30:56","guid":{"rendered":"http:\/\/www.zentrum.hu\/?p=6405"},"modified":"2014-04-22T11:25:50","modified_gmt":"2014-04-22T09:25:50","slug":"volksaufklarer-oder-ungarfresser-vortrag-uber-adam-muller-guttenbrunn-im-hdu-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/2014\/04\/volksaufklarer-oder-ungarfresser-vortrag-uber-adam-muller-guttenbrunn-im-hdu-2\/","title":{"rendered":"Volksaufkl\u00e4rer oder Ungarfresser? Vortrag \u00fcber Adam M\u00fcller-Guttenbrunn im HdU"},"content":{"rendered":"<p>Eine kontroverse Pers\u00f6nlichkeit der deutschen Literaturgeschichte des Karpatenbeckens war das Thema des Vortrags vom Professor Hans Dama am 8. April im Haus der Ungarndeutschen. Der Dramatiker und Schriftsteller Adam M\u00fcller-Guttenbrunn wird von seiner Nachzeit von Manchen als \u201eUngarfresser\u201d oder Antisemit dargestellt. Professor Dama versuchte ein differenzierteres Bild des Autors vorzustellen.<\/p>\n<div id='gallery-1' class='gallery galleryid-6405 gallery-columns-3 gallery-size-thumbnail'><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/2014-04-08-18.50.12-4.jpg'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/2014-04-08-18.50.12-4-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/div><\/figure><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/2014-04-08-18.17.55-5.jpg'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/2014-04-08-18.17.55-5-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/div><\/figure><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/2014-04-08-19.18.33.jpg'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/2014-04-08-19.18.33-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/div><\/figure><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/2014-04-08-19.20.18.jpg'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/2014-04-08-19.20.18-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/div><\/figure><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/2014-04-08-20.07.47.jpg'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/2014-04-08-20.07.47-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/div><\/figure><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon portrait'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/2014-04-08-19.46.54-1.jpg'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/2014-04-08-19.46.54-1-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/div><\/figure>\n\t\t<\/div>\n\n<p>Adam M\u00fcller-Guttenbrunn kam 1852 als uneheliches Kind im banatischen Gutenbrunn (Temeshidegk\u00fat) zur Welt. Dies bestimmte sein sp\u00e4teres Leben: lange Zeit wurde er von seiner Umwelt nicht akzeptiert. Als Sch\u00fcler erlebte er die gewaltsamen Magyarisierungsbestrebungen des dualistischen Staates, weshalb er das Gymnasium in Temeswar verlie\u00df. Ein j\u00fcdischer Bekannte seiner Familie bestand darauf, dass M\u00fcller-Guttenbrunn eine h\u00f6here Bildung verdiente. <\/p>\n<p>In Hermannstadt setzte der sp\u00e4tere Schriftsteller seine Studien fort, nach der schulischen Ausbildung lie\u00df er sich in dem transleithanischen Teil der Monarchie nieder. Er begann Theaterst\u00fccke zu schreiben &#8211; mit beachtenswerten Erfolg. Neben der Dichtung war er auch als Feuilletonjournalist t\u00e4tig. In den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts geriet er in finanzielle Schwierigkeiten. Als L\u00f6sung fing er an, Romane zu schreiben, was gr\u00f6\u00dferes Einkommen versprach.<\/p>\n<p>In den Romanen, die tats\u00e4chlich popul\u00e4r wurden, befasste er sich vorwiegend mit der Problematik der Magyarisierung und des Minderwertigkeitsgef\u00fchls der Schwaben. Adam M\u00fcller-Guttenbrunn wollte das Schwabentum erziehen, indem er dessen Leistungen hervorhob und sich f\u00fcr dessen Rechte als Autor und teilweise auch als Kulturpolitiker einsetzte. Selbstverst\u00e4ndlich wurde er damit bei den Ungarn unbeliebt. Es begann eine Hetzkampagne gegen ihn und als er anl\u00e4sslich einer Forschungsreise in seine alte Heimat zur\u00fcckkehrte, musste er sogar vor den Gendarmen fliehen.<\/p>\n<p>1910 verfasste M\u00fcller-Guttenbrunn sein bekanntestes Werk <em>Die Glocken der Heimat<\/em>. Dieser Roman behandelt keine politischen Themen, sein Plot ist der Kampf gegen die \u00dcberflutung im Thei\u00dfgebiet. Das Werk beinhaltet auch das <em>Schwabenlied<\/em>, das sp\u00e4ter quasi als Hymne der Banater Schwaben fungierte.<\/p>\n<p>Professor Dama hob auch die Romantrilogie <em>Von Eugen bis Joseph<\/em> hervor, die die Geschichte des Ungarndeutschtums umfasste. Der bekannte Ausdruck \u201eTod, Not und Brot\u201d wurde auch in diesem Werk zum ersten Mal benutzt. Der literarische H\u00f6hepunkt M\u00fcller-Guttenbrunns Laufbahn ist seine Lenau-Trilogie, die auch hinsichtlich der Literaturgeschichte bemerkenswert ist.<\/p>\n<p>Die gesellschaftliche T\u00e4tigkeit des Schriftstellers ist ebenso erw\u00e4hnungswert. Er war Anh\u00e4nger der Vorstellung, dass die Donaumonarchie in einen Bundesstaat umgestaltet werden sollte. Diese Meinung teilte auch der Thronfolger Franz Ferdinand. Dem Ersten Weltkrieg folgend dr\u00e4ngte M\u00fcller-Guttenbrunn die Abtrennung der westlichen Komitaten, die er als Erstes als Burgenland bezeichnete, von Ungarn.<\/p>\n<p>Als Theatermacher hatte er Konflikte mit den j\u00fcdischen Sponsoren, die eher \u00dcbersetzungen am Programm sehen wollten. Das ist der Ursprung seines sp\u00e4teren Rufes als Antisemit. Adam M\u00fcller-Guttenbrunn erhielt bereits zu seinen Lebzeiten zahlreiche Auszeichnungen, unter anderem wurde er Ehrenb\u00fcrger Wiens. 1922, kurz vor seinem Tod verfasste er das so genannte Schwabentestament.<\/p>\n<p>Als letzter Gedanke erw\u00e4hnte Hans Dama die Meinung des Publizisten Paul Lendvay \u00fcber M\u00fcller-Guttenbrunn. Lendvay betonte die Ungarnfeindlichkeit des Autors und sah ihn als einer der Verantwortlichen von dem kitschigen \u201eTschikosch, Pussta, Paprika\u201d Ungarnbild.<\/p>\n<p>Dem Vortrag folgte eine Diskussion, in der sowohl das literarische Niveau der Werke bzw. die Frage des angeblichen Antisemitismus eindringlich besprochen wurde. Als Begleitung zum Vortrag wurden im Veranstaltungsraum acht Tafeln der Ausstellung <em>Leben und Wirken von Hans Dama<\/em> pr\u00e4sentiert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine kontroverse Pers\u00f6nlichkeit der deutschen Literaturgeschichte des Karpatenbeckens war das Thema des Vortrags vom Professor Hans Dama am 8. 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