{"id":8015,"date":"2014-06-06T11:18:03","date_gmt":"2014-06-06T09:18:03","guid":{"rendered":"http:\/\/www.zentrum.hu\/?p=8015"},"modified":"2014-06-23T13:22:06","modified_gmt":"2014-06-23T11:22:06","slug":"zum-gluck-leben-die-traditionen-der-ahnen-noch-volkskundecamp-des-budapester-deutschen-nationalitatengymnasiums","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/2014\/06\/zum-gluck-leben-die-traditionen-der-ahnen-noch-volkskundecamp-des-budapester-deutschen-nationalitatengymnasiums\/","title":{"rendered":"Zum Gl\u00fcck leben die Traditionen der Ahnen noch &#8211; Volkskundecamp des Budapester Deutschen Nationalit\u00e4tengymnasiums"},"content":{"rendered":"<p>Im Budapester Deutschen Nationalit\u00e4tengymnasium wurde zum ersten Mal ein Volkskundecamp organisiert. So konnten Freunde der Volkskunde und die Mitglieder unseres Chores \u2013 insgesamt 25 Sch\u00fcler \u2013 zwei wunderbare Tage im Komitat Branau, in der Schw\u00e4bischen T\u00fcrkei verbringen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/phoca_thumb_l_Volkskundecamp_2014_050.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-8008 aligncenter\" title=\"Foto: www.dng-bp.hu\" alt=\"phoca_thumb_l_Volkskundecamp_2014_050\" src=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/phoca_thumb_l_Volkskundecamp_2014_050-510x340.jpg\" width=\"510\" height=\"340\" srcset=\"https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/phoca_thumb_l_Volkskundecamp_2014_050-510x340.jpg 510w, https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/phoca_thumb_l_Volkskundecamp_2014_050.jpg 640w\" sizes=\"auto, (max-width: 510px) 100vw, 510px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Das Camp wurde in dem kleinen ungarndeutschen Dorf Litowr\/Lipt\u00f3d\u00a0veranstaltet. Von der traurigen\u00a0Geschichte der Ungarndeutschen blieb auch dieses winzige Dorf nicht verschont. Obwohl die Bev\u00f6lkerungszahl des fr\u00fcher bl\u00fchenden Dorfes nur knapp 200 Menschen betr\u00e4gt, bewahren die Bewohner das kulturelle Erbe, die Traditionen und die Mundart weiterhin. Wir haben eine \u201elive\u201c Zeitreise gemacht, um hautnah einiges\u00a0aus dem\u00a0Leben unserer Ahnen zu erfahren. Unsere Unterkunft war ein schw\u00e4bisches Haus, das im Rahmen des l\u00e4ndlichen Tourismus mit gro\u00dfem Erfolg von der Familie Markesz betrieben wird.<\/p>\n<p>Nach unserer Ankunft haben wir in dem zauberhaften Taldorf eine tolle F\u00fchrung genossen. In der Kirche haben wir \u00fcberall deutsche Wandgem\u00e4lde und Messb\u00fccher gesehen. Wir haben erfahren, dass die Messe bis heute in Deutsch zelebriert wird. Danach haben wir in der Galerie die Br\u00e4uche ein bisschen n\u00e4her kennengelernt und die Werke eines (ins Dorf gezogenen) K\u00fcnstlers bewundert.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/phoca_thumb_l_Volkskundecamp_2014_057.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-8009 aligncenter\" title=\"Foto: www.dng-bp.hu\" alt=\"phoca_thumb_l_Volkskundecamp_2014_057\" src=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/phoca_thumb_l_Volkskundecamp_2014_057-510x340.jpg\" width=\"510\" height=\"340\" srcset=\"https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/phoca_thumb_l_Volkskundecamp_2014_057-510x340.jpg 510w, https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/phoca_thumb_l_Volkskundecamp_2014_057.jpg 640w\" sizes=\"auto, (max-width: 510px) 100vw, 510px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Am Nachmittag waren wir schon ziemlich hungrig. Die Bohnennudeln mit Hefeknedl haben uns sehr geschmeckt. Als Dessert haben wir von schw\u00e4bischen Frauen das Backen von \u201eStrudli\u201c gelernt. W\u00e4hrend die Strudel im Backofen waren, gossen wir Kerzen und die Geschicktesten versuchten auch die Stickerei. Nach dem Strudelessen hat N\u00f3ra Rutsch, Dozentin an der F\u00fcnfkirchener Universit\u00e4t, einen Vortrag \u00fcber die Verschleppung und Vertreibung der Ungarndeutschen gehalten. Wir hatten G\u00e4ste aus Lantschuk\/L\u00e1nycs\u00f3k, die diese Geschehnisse miterlebt hatten. Bei ihren Berichten kamen auch uns die Tr\u00e4nen. Als ein besonderes Erlebnis sehe ich, dass ich mit ihnen auch die Mundart \u00fcben konnte. Unsere Musiklehrerin hat auch ungarndeutsche Volkslieder gesammelt.<\/p>\n<p>Nach dem Abendessen haben wir eine kleine\u00a0\u00dcberraschung f\u00fcr unsere Lehrerinnen vorbereitet. Von den \u00f6rtlichen Frauen haben wir ein noch unbekanntes Lied, und zwar \u201eAuf dem offene Pissele\u201c gelernt und gesungen. Die M\u00e4dchen haben die Volkstracht anprobiert: Sie haben sich gef\u00fchlt, als ob sie auf einer Hochzeit oder auf einer Sonntagnachmittags-Unterhaltung w\u00e4ren.\u00a0In der Nacht haben wir in Litowr mit schw\u00e4bischer und bayerischer Musik echte Oktoberfeststimmung gezaubert.<\/p>\n<p>Am Morgen mussten wir uns nach einem\u00a0leckeren Bauernfr\u00fchst\u00fcck von den netten Litowrern verabschieden. In Gro\u00dfnarad\/Nagyny\u00e1r\u00e1d wartete n\u00e4mlich das n\u00e4chste Programm auf uns. Hier haben wir Johann S\u00e1rdi, \u201eden K\u00f6nig der Blauf\u00e4rberei\u201c besucht. Anschlie\u00dfend gingen wir nach Gereschlak\/Geresdlak, wo wir das Heimatmuseum, das Puppenmuseum, die Tuch- und Wandschonersammlung und das Lebkuchendorf besichtigten. Wir bedanken uns auch auf diesem Wege f\u00fcr die interessante F\u00fchrung! Zum Schluss wurden uns in Seik\/Szajk schw\u00e4bische Kipfel und eine kleine Weinprobe angeboten.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/phoca_thumb_l_Volkskundecamp_2014_086.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-8010 aligncenter\" title=\"Foto: www.dng-bp.hu\" alt=\"phoca_thumb_l_Volkskundecamp_2014_086\" src=\"http:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/phoca_thumb_l_Volkskundecamp_2014_086-510x340.jpg\" width=\"510\" height=\"340\" srcset=\"https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/phoca_thumb_l_Volkskundecamp_2014_086-510x340.jpg 510w, https:\/\/www.zentrum.hu\/wp-content\/uploads\/phoca_thumb_l_Volkskundecamp_2014_086.jpg 640w\" sizes=\"auto, (max-width: 510px) 100vw, 510px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Ich denke, wir sind mit unvergesslichen Erlebnissen und Erfahrungen nach Hause gekommen. Jetzt wissen wir schon, wie eine lebendige, spannende Volkskundestunde aussieht. In unserem Falle waren es ja fast zwei Tage! Gott sei Dank, dass es diese alte Lebensweise noch gibt, die Traditionen der Ahnen auch im 21. Jahrhundert noch leben, und nicht nur in den B\u00fcchern nachzulesen sind. Ein herzliches Dankesch\u00f6n f\u00fcr unsere Lehrerinnen: Erika Guoth-Fridrich, Zsuzsanna Gy\u0151rfi und Zsuzsanna Bozzai! N\u00e4chstes Jahr treffen wir uns wieder!<\/p>\n<p>Wir danken auch herzlichst f\u00fcr die Unterst\u00fctzung seitens der Deutschen Selbstverwaltung in Pestelisabeth, dank der unser Camp zustandekommen konnte!<\/p>\n<p><em>Martin Majeczki<br \/>\n<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Budapester Deutschen Nationalit\u00e4tengymnasium wurde zum ersten Mal ein Volkskundecamp organisiert. So konnten Freunde der Volkskunde und die Mitglieder unseres Chores \u2013 insgesamt 25 Sch\u00fcler \u2013 zwei wunderbare Tage im Komitat Branau, in der Schw\u00e4bischen T\u00fcrkei verbringen. 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