{"id":882,"date":"2012-10-29T11:46:35","date_gmt":"2012-10-29T10:46:35","guid":{"rendered":"http:\/\/www.zentrum.hu\/?p=882"},"modified":"2013-12-18T11:47:24","modified_gmt":"2013-12-18T10:47:24","slug":"migration-vortrag-von-prof-dr-nina-berend-und-dr-koloman-brenner-im-haus-der-ungarndeutschen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zentrum.hu\/de\/2012\/10\/migration-vortrag-von-prof-dr-nina-berend-und-dr-koloman-brenner-im-haus-der-ungarndeutschen\/","title":{"rendered":"Migration: Vortrag von Prof. Dr. Nina Berend und Dr. Koloman Brenner im Haus der Ungarndeutschen"},"content":{"rendered":"<p>Am Mittwoch dem 5. Oktober 2011 fand im Haus der Ungarndeutschen in Budapest ein Referat \u00fcber das Thema &#8222;Migration&#8220; statt. Hauptreferierende war Frau Prof. Dr. Nina Berend, die \u00fcber die Geschichte und die momentane Situation der Russlanddeutschen sprach. Sie selbst ist russlanddeutscher Nationalit\u00e4t und vor zwanzig Jahren nach Deutschland umgesiedelt. Dort arbeitet sie an der Universit\u00e4t Mannheim am Institut f\u00fcr Deutsche Sprache. Frau Prof. Dr. Berend besch\u00e4ftigt sich mit dem Sprachgebrauch der Russlanddeutschen. Im Rahmen einer Forschungsreise kam sie nach Budapest.<\/p>\n<p>Titel des Referates war &#8222;Migration und Migrantengruppen in Deutschland &#8211; am Beispiel der Russlanddeutschen&#8220;. Frau Prof. Dr. Berend begann ihren Vortrag mit den gro\u00dfen Auswanderungswellen, die im 18. und 19. Jahrhundert stattfanden. In dieser Zeit verlie\u00dfen viele Deutsche ihr Land, um sich im Ausland eine bessere Existenz aufzubauen. Eine wirtschaftliche Bl\u00fctezeit folgte, bis mit dem Ersten und vor allem nach dem Zweiten Weltkrieg, eine gro\u00dfe Abneigung gegen die Deutschen zu Tage trat. Verfolgungen setzten ein, Beschneidungen der Grundrechte, Deportation und Zwangsarbeit. Mit der Zeit versuchten die Zur\u00fcckgebliebenen zwar erneut, Autonomie zu erlangen, jedoch ohne Erfolg. Die schlechte Situation der Russlanddeutschen in Russland und die schlechte Aussicht auf Verbesserung, f\u00fchrte schlie\u00dflich zu einer massenhaften Auswanderung nach Deutschland. Heute leben in Russland nur noch 600 000 Russlanddeutsche.<\/p>\n<p>Die Migration nach Deutschland f\u00fchrte viele Probleme mit sich. Zum einen werden seit 1990 st\u00e4ndig neue Gesetze erlassen, denen zufolge Migranten nachweisen m\u00fcssen, dass sie deutscher Abstammung sind und aufgrund ihrer Volkszugeh\u00f6rigkeit Nachteile in dem Land haben, aus dem sie auswandern m\u00f6chten. Zum anderen werden sie selbst nach dem offiziellen Bescheid, Deutsche zu sein und in Deutschland leben zu d\u00fcrfen, nicht unbedingt als Deutsche anerkannt. W\u00e4hrend sie in Russland immer Deutsche waren, sind sie in Deutschland auf einmal Russen; Menschen mit zwei Heimatorten und zugleich heimatlos.<\/p>\n<p>Dennoch zeigen j\u00fcngere Statistiken, dass die Integration der Russlanddeutschen in Deutschland gut gelungen ist. Das mag mehrere Ursachen haben: Einmal wurden die Einwanderer auf ganz Deutschland verteilt, so dass sich keine Parallelgesellschaften entwickeln konnte. Zum zweiten gab es ein gro\u00dfes Bestreben nach Bildung, was dazu f\u00fchrte, dass viele Russlanddeutsche in angesehene Berufe einsteigen konnten. Nicht zuletzt sorgten bikulturelle Eheschlie\u00dfungen f\u00fcr eine schnelle Integration.<\/p>\n<p>Koreferent Herr Dr. Brenner zog dann den Bogen zur Geschichte der Ungarndeutschen und stellte diese in einen Vergleich mit der Geschichte der Russlanddeutschen. Es zeigte sich, dass es den Ungarndeutschen um einiges besser erging, da sie weniger schikaniert wurden und mehr Rechte hatten. Das ist sicher auch ein Grund daf\u00fcr, dass aus Ungarn weniger ausgewandert sind, als aus Russland.<\/p>\n<p>Im Anschluss an die Vortr\u00e4ge gab es Wein und Pogatschen, und gen\u00fcgend Zeit, um noch mal Fragen an die Referenten zu stellen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Mittwoch dem 5. Oktober 2011 fand im Haus der Ungarndeutschen in Budapest ein Referat \u00fcber das Thema &#8222;Migration&#8220; statt. Hauptreferierende war Frau Prof. Dr. Nina Berend, die \u00fcber die Geschichte und die momentane Situation der Russlanddeutschen sprach. Sie selbst ist russlanddeutscher Nationalit\u00e4t und vor zwanzig Jahren nach Deutschland umgesiedelt. 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