Minderheitenpolitik ist für alle Staaten eine komplexe Angelegenheit, besonders wenn außerhalb des Landes auch zu dessen Mehrheitsnation gehörende Volksgruppen leben, wie im Falle Deutschlands oder Ungarns. Dieser Band ist als Ergebnis der Berliner Tagung “Zwei Jahrzehnte Politik für Aussiedler und nationale Minderheiten – Bilanz und Perspektiven” im September 2008 entstanden, an der die Minderheitenpolitik Deutschlands und die Lage der deutschen Minderheiten behandelt wurde.
Das Thema der deutschen Minderheiten und die Minderheiten in Deutschland wird im Band parallel dargestellt. Die ersten Abhandlungen berichten über die historischen Prozesse, die zur heutigen Lage führten. Mehrere Thesen stellen die deutsche Minderheit einer bestimmten Landes vor. Der kulturellen Identität und der Religion dieser Volksgruppen wurden zwei Kapiteln gewidmet. Auch die Rolle der Minderheiten in der Entwicklung der Sprachen wird im Buch ausgeführt.
Der Band enthält auch die Materialien der Diskussionen an der Tagung, an denen Themen, wie Integration der Aussiedler, Zukunft der Minderheitenförderung und die Unterschiede zwischen der Minderheitenpolitik Deutschlands und anderer europäischen Ländern erörtert wurden.
Die Publikation enthält mehrere Auswahlbibliografien zu den Themen der Tagung, Daten über die Aussiedleraufnahme in Deutschland und eine tabellarische Zusammenfassung der zwischenstaatlichen Vereinbarungen der Bundesrepublik und der ost- und mittelosteuropäischen Staaten mit deutscher Bevölkerung.
Das Buch ist empfehlenswert für alle Leser, die sich aktuelle Informationen über Deutschlands Minderheitenpolitik und die deutschen Minderheiten Europas erhalten möchten.
Christoph Bergner, Matthias Weber (Hg.): Aussiedler- und Minderheitenpolitik in Deutschland
München : Oldenbourg, 2009
(Schriften des Bundesinstituts für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa ; 38.)
309 S.
Sprache: Deutsch
