Am 26. Januar 2011 wurde im Haus der Ungarndeutschen das 10jährige Jubiläum der Übergabe des Hauses gefeiert. Aus diesem Anlass wurden zahlreiche Gäste eingeladen, die zur Entstehung des HdU beigetragen haben bzw. im Haus arbeiteten.
Nach der Begrüßung der Gäste bekam die Botschafterin der Bundesrepublik Deutschland, Dorothee Janetzke-Wenzel das Wort. Sie sagte, dass normalerweise die Gefeierten die Geschenke kriegen würden, in diesem Fall sei es aber das HdU, das die Geschenke gibt, mit den vielen hier stattfindenden kulturellen Programmen. Das HdU ist ein Ort des Zusammentreffens, und Frau Janetzke-Wenzel ist besonders glücklich über das gute Verhältnis zwischen der Botschaft und dem Haus. Sie betonte, dass Deutschland niemals Einfluss auf die ungarndeutschen Tätigkeiten habe ausüben wollen, es werde bevorzugt, wenn die Gemeinschaften sich selber verwalten. Die Botschafterin findet die Benutzung der deutschen Sprache wichtig und meint, dass man in Ungarn das Deutsche wenigstens als Zweitsprache erlernen sollte: die Möglichkeiten seien dazu gegeben. Sie erwähnte Ungarns EU-Präsidentschaft, die auch dazu beitragen könne, dass die Staatsgrenzen langsam verschwinden.
Ottó Heinek, der Vorsitzende der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen stellte das originelle Konzept des HdU vor: es sollte eine Heimatstätte ungarndeutscher Vereine und ein Veranstaltungsort ungarndeutscher Programme werden. Diese Rolle wird bis heute vom HdU erfüllt.
Heinek erinnerte sich daran, als im Jahre 1995 der Bedarf einer solchen Institution auf politischem Ebene zum ersten Mal auftauchte. Als er 1999 LdU-Vorsitzende wurde, hatte er Zweifel, ob der Umbau des Gebäudes rechtzeitig beendet wird, es kam auch zu Planänderungen – z. B. wurde erfreulicherweise auch eine Bibliothek im Haus untergebracht, was ursprünglich nicht geplant war -, das Projekt wurde trotzdem erfolgreich. Er versicherte allen, dass die LdU das Haus der Ungarndeutschen immer unterstützen werde.
Ulrike Brüderle war als Mitarbeiterin des Bundesministeriums des Inneren für das HdU-Projekt verantwortlich. Sie erzählte, wie sie die Aufgabe bekam und wie sie den im Stuttgart wohnenden ungarndeutschen Architekten László Glaser kontaktierte. Der Zustand des Gebäudes war vor dem Umbau katastrophal, man plante es abzureissen. Es wurde aber nicht nur gerettet, sondern für die Zukunft gesichert. Frau Brüderle erwähnte einige Umstände, die die Arbeit schwieriger machten. Sie nannte das HdU „ein Haus mit Seele“ und wünschte den Benutzern des Hauses weitere glückliche Jahrzehnte.
Der Architekt László Glaser stellte in seiner Präsentation die Umbauarbeiten vor. Die Zuschauer konnten Skizzen über die Pläne sehen und wurden detailliert über die Schwierigkeiten der Bauarbeiten informiert. Die Arbeiten dauerten insgesamt 27 Monaten, das Haus konnte am 6. Juni 2000 übergeben werden.
Anschliessend wurde auf dem Hof des Hauses eine Zeitkapsel mit Dokumenten übers HdU, zeitgenössischen Zeitungsartikeln und Gegenständen begraben. Am Ende der Veranstaltung wurden die Gäste zum Stehempfang eingeladen. Für die Begleitmusik des Abends sorgte die Joe Fritz Band.
