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Vortrag über Minderheitenmedien im Haus der Ungarndeutschen

Am 14. November hielt Judit Klein, ehemalige Mitarbeiterin des Ungarischen Fernsehens im Rahmen der Reihe „Junge Wissenschaft am HdU“ einen Vortrag über die Geschichte, Lage und Möglichkeiten der Minderheitenmedien im Haus der Ungarndeutschen.

Judit Klein ist zur Zeit Doktorandin an der Andrássy-Universität, wo sie dieses Thema wissenschaftlich untersucht. Das Programm startete mit drei Spots des Ungarndeutschen Kultur- und Informationszentrums, die für Abgedreht! – Ungarndeutsches JugendFilmfest angefertigt wurden. Sie stellen die deutsche Minderheit realistisch und humorvoll dar, was dem Vortragenden sehr gefiel. Am Anfang betonte Klein die Wichtigkeit der Massenmedien, denn sie beeinflussen am meisten unsere Weltsicht. Im ersten Teil des Vortrags wurde die Geschichte des ungarischen Minderheitenjournalismus geschildert, vor allem die Bedeutung des deutschsprachigen Pressewesens. Klein nannte mehrere wichtige Presseorgane, wie zum Beispiel Jakob Bleyers Sonntagsblatt oder das Freie Leben, die spätere Neue Zeitung.

Laut Meinung der Vortragenden ist die Aufgabe der öffentlich-rechtlichen Medien, die Minderheiten positiv zu diskriminieren. Mehrere internationale Abkommen regeln die dazu gehörenden Aufgaben, aber es sei fast unmöglich zu kontrollieren, ob sie eingehalten werden. Während in Ungarn die schlechte finanzielle Lage die Arbeit der Minderheitenmedien bestimmt, gibt es in anderen Ländern positive Beispiele zur Repräsentation der Minderheiten. Es wurden Exzerpte zweier Programme gezeigt, vom „Reality Show“ der schwedischen Sami-Minderheit und vom BBC-Projekt Roots. Es sei wichtig, dass die Minderheiten auch in populären Fernsehprogrammen präsent sind. Obwohl die Fernsehstationen die einzelnen Minderheiten als ein homogenes Publikum behandeln, seien sie ebenso vielschichtig, wie die Mehrheitsgesellschaft.

Nach dem Vortrag wurde die Frage stellt, ob die ungarischen Minderheitenmedien, die den selben Hintergrund haben, auch auf dem selben Niveau leisten. Laut Klein gibt es keine wesentlichen Unterschiede, eben wegen der instabilen Rahmenbedingungen. Ein anderer Zuschauer beurteilte die letzten Jahrzehnten des ungarischen Minderheitenfernsehens als eine Verfallsgeschichte, und fragte, ob es einen Ausweg gebe. Die Vortragende antwortete, dass dazu sich das Medium selbst, die Gemeinschaft und die Politik gleichzeitig aktivieren müsste. Auf eine weitere Frage antwortete Klein, dass die Online-Medien vielleicht die Zukunft des Minderheitenjournalismus sein können.

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