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Gedenkstunde am 20. Juni im Schlüterhof des Deutschen Historischen Museums
Am vergangenen Wochenende hat die Bundesregierung erstmals den am 27. August letzten Jahres eingeführten Gedenktag für die Opfer von Flucht und Vertreibung mit einer Gedenkstunde im Schlüterhof des Deutschen Historischen Museums begangen.
Mit dem Datum 20. Juni knüpft die Bundesregierung an den Weltflüchtlingstag der Vereinten Nationen an. Gedacht wurde der weltweiten Opfer von Flucht und Vertreibung und insbesondere der deutschen Heimatvertriebenen. Hierdurch wird deutlich gemacht, dass der Wille und die Kraft zu Versöhnung und Neuanfang, der gemeinsame Aufbau und Zusammenhalt in der Gesellschaft das Fundament bilden, auf dem Deutschland heute Menschen aus 190 Nationen eine Heimat bietet.
Flucht und Vertreibung bedeuten für die Betroffenen großes Leid. Fast 60 Millionen Menschen auf der Flucht sprechen eine deutliche Sprache; Flucht und Vertreibung haben die europäische Geschichte im 20. Jahrhundert geprägt. Allein im Kontext des von Deutschland ausgegangenen Zweiten Weltkrieges mussten Millionen Menschen ihre Heimat verlassen.
Der Bundespräsident, Dr. h.c. Joachim Gauck, hielt vor über 300 geladenen Gästen die Festansprache zu der Gedenkstunde. Darüber hinaus kamen Bundesinnenminister Dr. Thomas de Maizière, Asma Abubaker Ali, selbst Flüchtling aus Nordafrika, Dr. Edith Kiesewetter-Giese, eine Vertriebene aus dem Sudetenland, und Dr. Bernd Fabritius, MdB, Präsident des Bundes der Vertriebenen, zu Wort. Für die musikalische Gestaltung zeichnete das Deutsch-Polnische Jugendorchester verantwortlich.
Der Bundesinnenminister sprach nach der Gedenkstunde von einer „großartigen Veranstaltung“. Obschon die Vorgeschichte zu dem Gedenktag schwierig und umstritten gewesen sei, hätte sich die Verständigung auf den 20. Juni – also parallel zum Weltflüchtlingstag der Vereinten Nationen -, die eigentlich ein Kompromiss war, als „segensreich“ erwiesen. So sei es möglich, andere Formen und Ursachen von Vertreibung gestern wie heute miteinander zu verknüpfen und dadurch noch mehr ins Bewusstsein zu rücken, betonte der Minister abschließend.
Thomas Konhäuser
