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Ein Bericht von Lehrerin und LdU-Vollversammlungsmitglied Eva Waldmann-Baudentisztl:
Das Wanderbündel kam auch in unsere Schule an. DNG-Direktorin Ildikó Tápai übergab das Bündel den Schülern im Aula der Sankt-Stefan-Nationalitätengrundschule in Baj/Woj.
Am 23. November beschäftigten sich alle Klassen bereits am Vormittag mit den Ereignissen nach dem Zweiten Weltkrieg. Laut Geschichtsbüchern gab es in unserer Gemeinde keine Verschleppung oder Vertreibung. Unsere Großeltern und Urgroßeltern sollen freiwillig evakuiert worden sein. Leider Gottes erschien ihnen trotzdem die Reise von Baj/Woj nach Deutschland wie ein Alptraum.
Als um 14 Uhr das Bündel empfangen wurde, war die Aula voll mit Kindern und Dorfbewohnern, die sich für das Thema interessieren, oder selber Erinnerungen haben. Schuldirektor Csaba Ruttner übernahm das Bündel, und es wurde auch bald geöffnet. Die Ausstellung des Ungarndeutschen Landesmuseums mit dem Titel „Heimatlosen“ war auch in der Aula aufgestellt. Nach dem Öffnen des Bündels hielt Monika Busa, Mitarbeiterin des Museums einen Vortrag über die historischen Hintergründe. Sie nahm Beispiele, Schicksale aus der Gemeinde. Drei Zeitzeuginnen erzählten dann über ihre Reise im Zug, wie sie dort im Lager gelebt haben, wie sie letztendlich doch zurück nach Baj/Woj kamen und was sie hier erwartete. Nicht nur die Schüler, sondern auch die Erwachsenen kämpften mit ihren Tränen.
Das Bündel blieb eine Woche in unserer Schule. Schüler und Lehrer widmen diese Woche der Erinnerung.
