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Folkloretänze oder Volkstänze bilden mit der traditionellen Volksmusik ein gemeinsames Kulturerbe. Die typisch ungarndeutsche Ausprägung mit der Vielfalt an Erscheinungsformen ist nicht nur bäuerlichen Ursprungs, sondern hat auch viele historische Elemente aus ehemals höfischen und städtischen Tänzen. Die gemeinschaftlich gestalteten Tänze finden meist zu geselligen Veranstaltungen oder zu bestimmten Anlässen statt. Fasching, nach Ostern und im Herbst (Erntezeit) aber auch zu Hochzeiten, Kirtagen und an Bällen wird viel und gerne getanzt.
Volkstanz liegt stark im Trend, und um diese Nachfrage abdecken zu können, bietet die Tanzsektion des Landesrates der ungarndeutschen Chöre, Kapellen und Tanzgruppen jährlich Weiterbildungen mit dem Schwerpunkt ungarndeutscher Volkstanz an. Im August fand dazu ein Seminar statt.
Eines der Ziele ist auch die Vernetzung sowie der Erfahrungsaustausch der Volkstanzgruppen und deren Mitglieder untereinander. Die Fachreferenten vom Landesrat, Gábor Agárdi und László Nagy, gaben das fachliche „Know-how“ zum Thema und waren bei der Verfeinerung der tänzerischen Fertigkeiten behilflich. Bei dem einwöchigen Seminar lernten die Teilnehmer auch, wie sie Gruppen Volkstänze beibringen können, sie studierten ungarndeutsche Tänze ein und erarbeiteten eigenständig Choreografien.
Heuer wurde die Volkstanzwoche des Landesrates bereits zum 5. Mal veranstaltet, bei der sich Tänzer aus allen Ecken des Landes versammelten. Die 33 Teilnehmer kamen aus Ajke/Ajka, Badesek/Bátaszék, Hajosch/Hajós, Moor/Mór, Oreslan/Oroszlány, Ratzenmarkt/Ráckeve, Simmartin/Szigetszentmárton, Schemling/Vértessolmló, Ujfluch/Szigetújfalu, Willand/Villány, Schitta/Süttö, Ajkarendek/Rendek und Waschludt/Városlőd. Die Volkstanzwoche zwischen dem 4. und 10. August stand unter der bewährten Leitung der Landesrat-Büroleiterin Zsuzsanna Ledényi.
Es stand eine Woche zur Verfügung, um sich die beiden Werke, den Lentschi-Tanz – eine Mazurpolka nach der Musik der Letschi-Polka und dem Marsch „Hoch Amerika“ – von Gábor Agárdi sowie die Choreografie Hajoscher Walzer und Marsch in der Bearbeitung von László Nagy anzueignen.
Die Proben waren hart und lang: Sie dauerten täglich 7-8 Stunden. Da in dieser Woche der Höhepunkt der Hitzewelle – wie im Vorjahr – war, kann man sich vorstellen, dass dies kein „Honiglecken“ für die Teilnehmer war. Aber alle haben an einem Strick gezogen und so kann man sagen, dass etwas Wunderbares entstanden ist. Der Landesrat hofft, dass dies auch in die heimischen Tanzgruppen übertragen wird.
Ein strikter Tagesablauf war vorgeschrieben, jeden Tag um 8 Uhr gab es Frühstück, dann ab 8.30 bis 12.30 Tanzprobe, und nach einer kurzen Pause ab 13.30 bis 17.30 wieder Bewegung. Nach dem Abendessen stand der Abend zur freien Verfügung, wobei auch die tänzerischen Lustbarkeiten nicht fehlen durften.
Im Laufe der Woche wurde die auf dem Gelände des Ungarndeutschen Bildungszentrums aufgestellte „Ulmer Schachtel“ und die Ausstellung unter dem fachkundigen Kommentar von Josef Emmert sowie das kleine, aber feine Batschkaer Heimatmuseum besichtigt. Wir konnten uns auch einen Vortrag von Dr. János Mayer über die Geschichte der Ansiedlung der Ungarndeutschen in der Batschka anhören.
Am Samstag zogen dann alle ihre eigene Volkstracht an. Nach dem Mittagessen hieß es Abschied nehmen nicht ohne Willensbekundung nächstes Jahr wieder an der Volkstanzwoche des Landesrates teilzunehmen. Natürlich ist damit die Arbeit der Teilnehmer nicht zu Ende, denn zu Hause müssen sie natürlich das angeeignete Können an ihre Tanzgruppen weitergeben. Es war für alle sicherlich ein gutes Gefühl, neue Freunde zu finden, die auch Spaß am ungarndeutschen Volkstanz haben.
Die Sponsoren der Veranstaltung waren: Ministerpräsidentenamt – Staatssekretariat für die Beziehungen zu den Kirchen und zu den Nationalitäten, der Fondsverwalter Gábor Bethlen (NEMZ-KUL 19-0344), Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen und Bundesministerium des Innern.
Der Landesrat bedankt sich auch bei der Hauptdirektorin des Ungarndeutschen Bildungszentrums in Baje, Theresia Szauter, dass dort die Fortbildung stattfinden konnte.
Text und Bilder: Zsuzsanna Ledényi, Manfred Mayrhofer (LandesratForum)
