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Ungarndeutsches Pädagogisches und Methodisches Zentrum (UMZ) bekam Verstärkung

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Wir stellen die neuen Mitarbeiterinnen des UMZ-Teams vor

Das Ungarndeutsche Pädagogische und Methodische Zentrum (kurz UMZ, früher UDPI) ist für die Organisierung von Fortbildungen für Pädagogen, sowie auch von Foren und Informationsveranstaltungen für Institutsleiter, für die Kontakthaltung mit Ministerien und Partnern in In- und Ausland, für die Organisierung von Aufgaben der Deutsch-Ungarischen Gemischten Kommission, die ihnen vom Träger, der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen zugeteilt werden, aber auch für die Hilfeleistung bei bildungs- und unterrichtstechnischen Fragen, der Organisierung und Abwicklung des Stipendienprogramms für angehende Nationalitätenpädagogen, für Bewerbungen, Koordinierung der Übernahmeverfahren der Trägerschaften und auch für die Unterstützung bei Aufgaben der Institutsleitung anderer Nationalitäten zuständig.
Diese vielfältigen Tätigkeiten verrichteten bis Sommer 2021 sechs Mitarbeiter unter der Leitung von Josef Weigert an zwei Standorten in Ungarn, in Fünfkirchen und in Budapest. Das UMZ-Team wurde vor kurzem mit zwei neuen Mitarbeiterinnen erweitert, die als Fachberaterinnen für juristische und ökonomische Angelegenheiten tätig sein werden. „Wir freuen uns sehr, dass wir zwei neue Mitarbeiterinnen einstellen konnten, die uns dabei helfen werden, allen Vorschriften gerecht zu werden und die unsere Arbeit für die ungarndeutsche Gemeinschaft unterstützen“, sagte Josef Weigert, der Leiter vom UMZ.

FÜR KINDER ZU ARBEITEN IST IMMER EINE FREUDE
UND MOTIVIEREND FÜR MICH“
Dr. Gabriella Dávid, neue Complience-Beraterin am UMZ

– In welchen Bereichen waren Sie bisher tätig?

Ab 2005 war ich 18 Jahre lang Leiterin des Valeria-Koch-Schülerwohnheims in Fünfkirchen und unterrichtete am Gymnasium. 2009 war ich Initiatorin und Verantwortliche für den Partnerschafts- und Schüleraustausch mit dem Elsa-Brandström-Gymnasium in Oberhausen/Deutschland, eine Aufgabe, die ich nicht aufgeben muss, und ich werde auch weiterhin als Sekretärin des Kuratoriums der Stiftung Bildungszentrum Fünfkirchen tätig sein. Diese Stiftung unterstützt die Erziehungs- und Bildungsarbeit des Valeria-Koch-Bildungszentrums durch die Finanzierung von Schüleraustauschen, Waldschulen, Lehrmitteln und finanzieller Unterstützung für herausragende Schüler.
Ich war einer der Gründer des Netzwerks der Fachberatungsstellen für Schülerwohnheime und Nationalitätenbildung in Ungarn. Wir haben die Thematik der Meisterpädagogenkurse entwickelt und rund 60 Pädagogen zu Meisterpädagogen-Fachberatern für das Minderheitenschulwesen ausgebildet. Ich habe Ungarn als Fachberaterin bereist und versucht, mein Wissen und meine Erfahrungen in den Bereichen Nationalitätenunterricht, institutionelle Entwicklung und Konfliktmanagement im Auftrag des Zentrums für Nationalitätenerziehung mit Kollegen zu teilen. Ich bin Dozentin am Institut für Erziehungswissenschaften der Universität Pécs und als Bildungsjuristin vom Bildungsbüro mit verschiedenen Projekten betraut worden, außerdem bin ich einer der Experten für öffentliche Bildung an der Ungarischen Akademie der Künste und aktives Mitglied der Fakultät für Pädagogik.

– Was ist Ihre Verbindung zum Ungarndeutschtum?

Mütterlicherseits bin ich ungarndeutscher Abstammung, meine Vorfahren kamen aus dem Raum Fulda nach Ungarn, meine Großeltern sind noch in Mutschi in der Tolnau aufgewachsen. Ich betrachte mich als Saswarererin, mein Vater ist szeklerischer Herkunft. Ich bin stolz darauf, dass ich den Deutschen Nationalitätenklassenzug des Leőwey-Gymnasiums absolviert habe und meine Kinder das Valeria Koch Bildungszentrum besucht haben, denn es war mir immer schon wichtig, die Werte der deutschen Nationalität, die auch ich erhalten habe, weiterzugeben und zu pflegen. Meine Großmutter pflegte mir zu sagen, dass „wir sehr stolze Deutsche und zugleich ungarische Staatsbürger waren, das aber leider schlecht ausgegangen ist“. Ich bin jedoch stolz darauf, dass wir für unsere Nationalität selbst arbeiten können und ich bin zuversichtlich, dass wir nicht mehr benachteiligt werden.

– Was war Ihre größte Motivation, diese Stelle am UMZ anzunehmen?

Ich werde als Compliance-Beraterin arbeiten und in Bildungs- und Ausbildungseinrichtungen unter der Trägerschaft der örtlichen deutschen Selbstverwaltungen im Süden Ungarns fachliche und rechtliche Beratung leisten. Ich habe meinen Abschluss als Bildungsjuristin 2013 an der Universität Pécs erworben und habe nun eine neue Herausforderung vor mir, da ich Schul- und Kindergartenleiter bei der Anwendung und Interpretation verschiedener Gesetze unterstützen muss. Meine Motivation besteht darin, viel neues zu lernen, neue Leute zu treffen, etwas andere Aufgaben zu lösen, als bisher, und meine Erfahrungen natürlich auch mit Kollegen zu teilen.

– Was werden Ihre Haupttätigkeitsbereiche im UMZ ein?

Ich werde vor allem die Leiter der Bildungseinrichtungen bei der Ausarbeitung und Änderung der institutionellen Dokumente unterstützen und nach Prüfung der internen Vorschriften Vorschläge unterbreiten. Ich muss die Rechtmäßigkeit der Maßnahmen und Verfahren sicherstellen und Stellungnahmen zum Vorhandensein und zur Funktionsweise der internen Kontrollsysteme abgeben. Ich werde in ständigem Kontakt mit den Leiterinnen und Leitern der Kindergärten und Schulen stehen, die sich mit allerlei diesbezüglichen Fragen alle an mich wenden können. Ich werde sie auch auf die Möglichkeiten zur Beantragung von Fördermitteln aufmerksam machen und sie bei der Einreichung erfolgreicher Anträge unterstützen. Ich werde die Akkreditierung von Lehrerausbildungsgängen vorbereiten. Außerdem werde ich Unterrichtsmaterialien für das Schuljahr vorbereiten, Informationsveranstaltungen abhalten, Workshops und Fortbildungskurse organisieren. Ich freue mich auf viele neue Aufgaben und produktive Arbeit in meinem neuen Job, denn die Arbeit für Kinder war immer schon meine Herzensangelegenheit und sehr motivierend für mich.

 

ICH HABE MICH NICHT VÖLLIG VOM BILDUNGSWESEN
UND DER DEUTSCHEN GEMEINSCHAFT GETRENNT,

ABER VON NUN AN MÖCHTE ICH DIESEN BEIDEN ANLIEGEN
AUF EINE ANDERE WEISE DIENEN

Eva Waldmann-Baudentisztl, neue Complience-Beraterin am UMZ

– In welchen Bereichen waren Sie bisher tätig?

Ich war Lehrerin. Ich hatte mich seit meiner Kindheit auf diesen Beruf vorbereitet. Ich habe erst überlegt, ob ich Erzieherin oder Lehrerin werden soll, schließlich habe ich mich dann für das Lehramt entschieden. Ich habe Deutsch im Gymnasium gelernt und hatte eine wunderbare Deutschlehrerin, Zsuzsanna Pfiszterer, die selbst eine engagierte Verfechterin des Nationalitätenlebens war. Damals beschloss ich, ihrem Beispiel zu folgen. An der Deutschen Nationalitätenschule Sankt Stephan in Woj habe ich Deutsch, Volkskunde und Volkstanz unterrichtet. Diese Einrichtung wird von der örtlichen deutschen Selbstverwaltung getragen. Das war übrigens auch meine allererste Arbeitsstelle nach dem Studium, ich habe hier 24 Jahre lang unterrichtet. Schweren Herzens verließ ich die Kinder und meine Kollegen, denn ich habe diesen Job wirklich immer sehr geliebt.

– Was ist Ihre Verbindung zum Ungarndeutschtum?

Ich stamme aus einer ungarndeutschen Familie und durch meine Großeltern und Eltern lernte ich unsere Kultur schon als kleines Mädchen kennen und lieben. Es war für mich selbstverständlich, dass ich mich in meinem Heimatdorf Niklo dem Chor und der Tanzgruppe anschloss. Als ich dann älter wurde, engagierte ich mich auch im Selbstverwaltungswesen, das war aber schon vor fast 30 Jahren. In Niklo habe ich bei der örtlichen deutschen Nationalitätenselbstverwaltung angefangen, danach habe ich mich in der regionalen deutschen Selbstverwaltung, und schließlich auch in der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen engagiert. Derzeit bin ich Vorsitzende der Deutschen Selbstverwaltung im Komitat Komorn-Gran und eine der Vizevorsitzenden der LdU.

– Was war Ihre größte Motivation, diese Stelle am UMZ anzunehmen?

Das ist ein sehr komplexes Thema, einerseits hatte ich nach 24 Jahren das Gefühl, dass meine Arbeit stagnierte, und dass ich als Pädagogin nicht mehr viel Raum für Erneuerung hatte. So sehr ich Kinder und das Unterrichten auch liebe, hatte ich doch oft den Eindruck, dass ich etwas anderes, etwas mehr aus mir machen möchte, und gerade dann ergab sich diese Gelegenheit. Ich habe mich nicht völlig vom Bildungswesen und auch nicht von der deutschen Gemeinschaft getrennt, aber von nun an möchte ich diesen beiden Anliegen, die mir sehr wichtig sind, auf anderer Weise dienen. Ich denke, dass mein Wissen über den Schulalltag, meine Erfahrung in der deutschen Selbstverwaltung, aber auch meine hilfsbereite, positive Einstellung mir bei meiner Arbeit als Beraterin sehr helfen werden.

– Was werden Ihre Haupttätigkeitsbereiche im UMZ ein?

In erster Linie die fachliche und rechtliche Beratung bei der Ausarbeitung von institutionellen Dokumenten und die rechtliche Unterstützung der Einrichtungen. Ich werde für Institutionen zuständig sein, die von deutschen Nationalitätenselbstverwaltungen getragen werden und sich im nördlichen Teil des Landes befinden. Die offizielle Bezeichnung der Position lautet Compliance-Beraterin. Bislang gab es diesen Tätigkeitsbereich im UMZ nicht, sodass sich die eigentlichen Aufgaben erst noch entwickeln. Ich werde sicherlich eine unterstützende, beratende Rolle spielen, indem ich die Institutionen berate und sie dabei unterstütze, die Rechtsvorschriften und internen Regelungen einzuhalten, die entsprechenden Dokumente vorzubereiten und ein funktionierendes internes Kontrollsystem aufzubauen. Darüber hinaus werde ich für die Vorbereitung und fachliche Begleitung des Schuljahres zuständig sein, Kontakte zu den Institutionen pflegen, Gesetzesänderungen und Ausschreibungen verfolgen und die Institutionen informieren, Fachveranstaltungen, wie Fortbildungen, Workshops, Konferenzen, kulturelle Veranstaltungen organisieren, natürlich auch an diesen teilnehmen sowie Artikel und Studien verfassen und veröffentlichen. Ich habe mich besonders gefreut, dass mein Tätigkeitsbereich auch die Teilnahme als Jurorin bei Nationalitäten-Wettbewerben umfasst, denn auf dieser Weise kann ich auch mit den Kindern in Kontakt bleiben.
Ich bemühe mich um eine enge und gute Zusammenarbeit mit den Einrichtungen in meinem Bereich, insbesondere mit den Leitern. Mein Ziel ist, dafür zu sorgen, dass die strukturelle und fachliche Arbeit in den Institutionen legal, reibungslos, transparent und logisch wird, sodass der wichtigste Bereich, die Bildung, in einem entspannten Umfeld stattfinden kann. Ich glaube, dass dies im Interesse von Trägern, Bildungseinrichtungen, Pädagogen, Eltern und auch von Kindern ist.

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