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Wie viele andere Schulen im Land, schloss sich auch unsere Institution dem Wanderschlüssel-Projekt der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen (LdU) an. Im Rahmen des Programmes kam am 19. Oktober 2023 die Truhe mit dem Schlüssel in Woj/Baj an.
Der magische Schlüssel machte auch bei uns das Tor zur 300-jährigen Vergangenheit auf. Sowohl die Kinder als auch die Lehrer waren bereit, sich an die Kultur, Werte, Erbe und Traditionen der Ungarndeutschen zu erinnern. Die deutsche Arbeitsgemeinschaft unserer Schule veröffentlichte den Aufruf der LdU, und ermutigten die Kinder, die mit unserer Gemeinde zusammenhängenden Geschichten zu sammeln.
Gemeinsam mit den Kindern belebten wir die Kultur der Wojer Ungarndeutschen durch verschiedene handwerkliche Tätigkeiten. Die Kultur, die die Ansiedler aus ihrer ursprünglichen Heimat im Komitat Raab-Wieselburg-Ödenburg dann im Jahre 1745 in ihre neue Heimat in Woj in die Eszterházy-Herrschaft hatten mitgebracht, bewahrt und weitergegeben. Kleine Puppen wurden aus Papier, Maiskolben und Maisschalen gebastelt. Die Traditionen der Blaufärberei wurden wiederbelebt und Buchstaben in Frakturschrift wurden gestickt.
Die Zweitklässler nahmen an einem spielerischen, interaktiven Programm, geführt von Dr. Maria Major, der Vorsitzenden des Traditionspflegenden Vereins von Woj, teil. Die Kinder der fünften Klasse stellten die verschiedenen alten Berufe vor. Nachdem sie die alten Berufe gründlich kennengelernt hatten, fertigten sie Aushängeschilder und schöne Truhen mit authentischen Motiven an.
Die Sechstklässler machten eine Zeitreise in die Vergangenheit: In Tracht gekleidet, besuchten sie die ikonischen Gebäude und Denkmäler des Dorfes, um danach schöne, antik wirkende Bilder anzufertigen. Der siebte Jahrgang besuchte den Friedhof und das Gefallenendenkmal, um die alten Familiennamen des Dorfes zu sammeln. Sie stellten den Weg der Ulmer Schachtel auf großen Plakaten dar. Die Achtklässler bastelten Maketten von Kolonistenhäusern und der Wojer Kirche. Dazu erstellten sie einen Kirchenführer und eine PowerPoint-Präsentation über die Schulgeschichte. Die Mädchen backten Pogatschen.
Aus den angefertigten Produkten wurde eine Ausstellung in der Aula der Schule eröffnet.
Am 20. Oktober fand die Abschlussfeier des Projekts in der Turnhalle unserer Schule statt. Das Programm wurde durch die Anwesenheit der Vorsitzenden und der Mitglieder der Komitats- und Kommunalselbstverwaltung beehrt. An der Feier nahmen alle Kinder und Lehrer der Schule teil. Nach der Festrede trug Tímea Haász eine alte Geschichte in Wojer Mundart vor. Danach sangen und tanzten fast 260 Kinder, viele von ihnen in Wojer Volkstracht, in der Turnhalle, der Harmonikabegleitung von Dr. Maria Major.
Bei dem Anziehen der Mädchen und den Vorbereitungen erhielten wir viel Hilfe von Éva Baksa, der Vizevorsitzenden der Ungarndeutschen Selbstverwaltung von Woj. Nach der Produktion der Kinder legte der Direktor der Schule, Csaba Ruttner, unsere Dokumente in die Truhe, lobte die Initiative der LdU und schickte den Wanderschlüssel auf seinen Weg weiter.
Die in der Truhe gelegte Sammelmappe enthält Bilder aus der Vergangenheit und Gegenwart der Gemeinde und zwei wahre Geschichten aus Woj. Die eine beschreibt, wie Franz Koblencz in der neuen Heimat angekommen ist, die andere stellt das ereignisreiche Leben von Theresia Zách geb. Lunzer, einer der ältesten ungarndeutschen Bewohnerin der Siedlung vor, die für ihre aufopfernde Arbeit mit dem Preis Pro Cultura Minoritatum Hungariae ausgezeichnet worden ist.
Die Feier endete mit dem gemeinsamen Singen der Volkshymne der Ungarndeutschen.
Die Schulgemeinschaft

