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Die ungarndeutsche Fußballmannschaft nahm bereits zum fünften Mal an der Fußball-EM der autochthonen nationalen Minderheiten teil. Aus diesem Anlass wurde Emil Koch, Organisator der ungarndeutschen Mannschaft, gefragt.
– Was ist diese Veranstaltung genau, und warum ist es wichtig, immer wieder daran teilzunehmen?
– Die Europeada ist die Fußball-Europameisterschaft der autochtonen nationalen Minderheiten in Europa, welche von der Föderalistischen Union Europäischer Nationalitäten (FUEN) organisiert wird. An dem diesjährigen Turnier nehmen ca. 1000 Spieler aus ganz Europa teil. Da es ein Fußballturnier ist, steht natürlich dies im Vordergrund, aber die Teilnehmer können andere Minderheiten kennenlernen, Erfahrungen austauschen: Also wird es für alle ein Erlebnis fürs Leben. Dieses war das fünfte Turnier, und wir sind eine der wenigen Mannschaften, die von Anfang an dabei sind. Ich finde es sehr wichtig, dass die ungarndeutsche Mannschaft an einem so großen Event teilnimmt und zeigt, dass wir auch eine aktive Minderheit sind. Natürlich steht auch im Vordergrund, dass die Jugendlichen, die daran teilnehmen, auch andere Minderheiten kennenlernen und selber erleben, wie vielfältig Europa ist.
– Wo fand das Turnier dieses Jahr statt? Was konnte man dort außerhalb der Fußballspiele machen?
– Dieses Jahr fand die Europeada im deutsch-dänischen Grenzgebiet statt. Die Organisatoren waren die dänische Minderheit in Deutschland, die Sinti und Roma, die friesische Minderheit und die deutsche Minderheit in Dänemark. Neben der Eröffnungsfeier und dem Kulturtag hatten wir die Möglichkeit, uns im Grenzgebiet umzuschauen, vor und nach den Fußballspielen mit der jeweiligen gegnerischen Mannschaft zu sprechen.
– Wie setzte sich die Mannschaft zusammen? Woher kamen die Fußballer? Wie macht man eine Mannschaft aus Spielern von verschiedenen Regionen des Landes?
– Den Kern der Mannschaft bildeten die, die bereits an den vorherigen Turnieren (2016 und 2022) mitgespielt hatten. Dies war eine gute Basis, aber viele haben schon mit dem aktiven Fußball aufgehört oder waren verletzt, so mussten wir neue Spieler auch einbauen. Der Trainer Norbert Schweitzer und ein Spieler, Viktor Schneider, haben in den vergangenen vier-fünf Monaten ausgewählt, wer mitspielen sollte. Wir konnten leider nur ein Freundschaftsspiel spielen, aber schon in der Kabine konnte man spüren, dass wir mit dem Mannschaftsgeist keine Probleme haben werden. Die Spieler kamen hauptsächlich aus der Branau und der Region Nord.
– Mit welchem Ergebnis hat das Team abgeschnitten, wer hat die Europeada gewonnen?
– Wir sind wieder, wie auch in den vorherigen Jahren, in eine relativ starke Gruppe mit den Ungarn aus Rumänien, den Slowenen aus Italien und den späteren Sieger Friul gekommen. Im ersten Spiel lagen wir mit zwei Toren voran, aber leider konnten wir den Vorsprung nicht halten und haben 2:3 gegen eine konditionell stärkere Mannschaft verloren. Das zweite Spiel gegen die Slowenen aus Italien haben wir knapp mit 2:1 gewonnen und am dritten Tag kam die stärkste Mannschaft des Turniers, und wir haben es leider nicht geschafft, eine Überraschung zu bereiten. Auf den Platzierungsspielen kam nach einem Unentschieden ein 7:3 Sieg. Also am Ende hatten wir zwei Siege, zwei Niederlagen und ein Unentschieden.
– Was bringen die Teilnehmer vom Turnier mit sich nach Hause, und wie kann davon die ungarndeutsche Gemeinschaft profitieren?
– Ich denke, an sich hat es schon Prestige, dass die Ungarndeutschen an einem so niveauvollen Turnier teilnehmen und zeigen, dass sie präsent sind. Diese Tage bleiben für alle ein Erlebnis fürs Leben, und ich bin mir völlig sicher, dass die Spieler im Privatleben, egal ob sie im Süd- oder Nordungarn leben, den Kontakt halten werden.
Wir bedanken uns bei der ungarndeutschen Mannschaft für die Teilnahme, bei Emil für die Organisierung bzw. bei dem Bundesministerium des Innern und für Heimat (BMI) und der FUEN für die finanzielle Unterstützung.
Quelle: LdU

