Website-Icon Zentrum.hu

Zwei bekannte Persönlichkeiten des donauschwäbischen Lebens von uns gegangen

Maria Herein-Kőrös, stellvertretende Vorsitzende des St. Gerhards-Werks Ungarn, erinnert sich im folgenden Beitrag an Stefan P. Teppert und Msgr. Andreas Straub.

Stefan P. Teppert (Foto: kulturstiftung.org)

Im Februar erhielt der Vorstand des St. Gerhards Werk-Ungarn die Nachricht vom  plötzlichen Tod des engagierten donauschwäbischen Journalisten, Autors und Herausgebers Stefan P. Teppert, die uns schockierte. Auch in Ungarn konnte man seine ausgezeichneten Berichte in den ungarndeutschen Zeitungen lesen, insbesondere seine Schriften religiösen Inhalts und seine Artikel über die Gelöbniswallfahrten nach Altötting waren  bekannt.

Stefan P. Teppert ist im Jahre 1956 in Socorro, Entre Rios in Brasilien geboren, studierte Philosophie, Germanistik, Geschichte und Geographie in Freiburg, Wien und Tübingen. Der unermüdliche Erforscher der Geschichte und Kultur der Donauschwaben war ein freundlicher und bescheidener Mensch, mit dem es immer ein Erlebnis war, sich zu unterhalten. Jedes Jahr trafen wir uns in Altötting und nutzten die Möglichkeit, uns mit den Geschehnissen des vergangenen Jahres auseinanderzusetzen. Stefan P. Teppert vertrat auch die Donauschwaben in Brasilien und versuchte dabei, Bücher aus Brasilien zu popularisieren. Wir schenkten einander Werke, er schenkte mir Bücher aus Brasilien, ich schenkte ihm Bücher über die Ungarndeutschen. Die Gelöbniswallfahrt nach Altötting wird ohne ihn ärmer sein, er wird uns sehr fehlen.
Gott gebe ihm die ewige Ruhe!

Die nächste Trauernachricht kam kurz darauf: Msgr. Andreas Straub, erzbischöflicher geistlicher Rat, emeritierter Visitator für die Seelsorge der Donauschwaben und der Deutschen aus Südosteuropa verstarb am 9. März 2025 im Alter von 88 Jahren.

Msgr. Andreas Straub (Foto: gerhardus.ro)

Diejenigen ungarndeutschen Gläubigen, die an den Gelöbniswallfahrten in Altötting teilnahmen, kennen ihn wahrscheinlich gut, er war nämlich mehr als 30 Jahre lang aktiver Teilnehmer der Zeremonien. Aus der Allgemeinen Deutschen Zeitung für Rumänien erfährt man, dass Msgr. Andreas Straub am 3. August 1936 in Neuarad in Rumänien geboren wurde. Sein Leben widmete er dem priesterlichen Dienst und der Seelsorge. Er studierte Philosophie und Theologie am römisch-katholischen Theologischen Institut in Karlsburg/Alba Iulia und wurde im Jahre 1961 vom damaligen Bischof Áron Márton zum Priester geweiht. Seine erste heilige Messe feierte Andreas Straub am 10. Dezember 1961 in der Pfarrkirche seiner Heimatgemeinde Neuarad. 1981 entschied er sich in die Bundesrepublik Deutschland überzusiedeln. Als Pfarrer war er in der Erzdiözese Bamberg, in Lichtenfels, Neunkirchen am Brand, Münchberg und Sparneck tätig.

Als geistlicher Beirat im St. Gerhards Werk-Stuttgart trug er zum Erfolg der Gelöbniswallfahrten bei. 1999 wurde Andreas Straub zum Visitator für die Seelsorge der Donauschwaben und der Deutschen aus Südosteuropa ernannt. Im Jahre 2007 verlieh ihm Papst Benedikt XVI. die Würde eines Kaplans Seiner Heiligkeit, d.h. eines Monsignore. Bis ins hohe Alter blieb er seinen Landsleuten, seiner Heimat und seinen Mitmenschen eng verbunden.

Die Landsmannschaft der Banater Schwaben hat Pfarrer Andreas Straub für seinen unermüdlichen Einsatz mit der Verdienstmedaille in Gold und 2001 mit der Prinz-Eugen-Nadel geehrt.

Msgr. Andreas Straub feierte sein 50-jähriges Priesterjubiläum im Jahre 2011 und sein 55-jähriges im Jahre 2016 mit großer Würde. Er ist der Diözese Temeswar stets verbunden geblieben und hat Neuarad, Sanktanna, Temeswar und vor allem den berühmten Wallfahrtsort Maria Radna öfter besucht.

Eine ungarndeutsche Delegation mit Andreas Straub (rechts) zum Besuch beim Johann Pálfi (Aus dem Archiv von Maria Herein-Kőrös)

Er war mit den ungarndeutschen Delegationen immer sehr lieb, die Vorstandsmitglieder des St. Gerhards Werks-Ungarn verbrachten mit ihm beim Stiftskanoniker Johann Pálfi zwischen dem Eröffnungsgottesdienst und Vorabendgottesdienst angenehme Stunden bei Kaffee und Kuchen.

In meiner Erinnerung bleibt der Satz des gütigen Pfarrers, als ich ihn letztes Mal in der Stiftskirche fragte, ob er unsere Karte aus Ungarn erhalten habe: ”Ja, und ganzes Jahr hindurch habe ich für Sie gebetet”.

Möge Gott ihm seinen himmlischen Lohn schenken!

Die mobile Version verlassen