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„Ich konnte viel lernen und hatte Spaß…”

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Lena Schachameyer, eine Studentin aus Nürnberg, absolvierte kürzlich ihr dreiwöchiges Praktikum an der Bohler Grundschule. Im Folgenden berichtet Sie über ihre Erfahrungen:

Lena Schachameyer

Eigentlich war diese Reise nicht geplant. Mein anderer geplanter Auslandsaufenthalt fiel ins Wasser und dennoch hatte ich großes Interesse daran, mein Praktikum im Ausland zu absolvieren. Ungarn war mir als Option noch im Hinterkopf geblieben und dank der spontanen Anfrage durch das Praktikumsamt der Friedrich-Alexander-Universität, an der ich studiere, sowie der Zusage seitens Heroldsberg und der Bohler Allgemeinbildenden Schulea konnte ich dort eine sehr schöne Zeit erleben.

Meine Reise begann nach einer langen Zugfahrt in Budapest, wo ich den ersten Eindruck von Ungarn gewinnen konnte. Ich hatte aufgrund des kurzen Aufenthalts nicht viel Zeit in der Stadt, aber einen guten Ausblick vom Gellértberg am Abend habe ich mir nicht nehmen lassen. Am nächsten Tag ging es mit dem Zug nach Fünfkirchen/Pécs, wo mich Katalin Győri-Meiszter, Vorsitzende der Bohler Deutschen Selbstverwaltung, abholte und freundlich willkommen hieß. In Bohl/Bóly angekommen, ging es direkt zum Kolpinghaus, welches meine Unterkunft für die drei Wochen war. 

Am Montag wurde ich in der Schule empfangen. Die Direktorin führte mich durch die Schule und erzählte mir viel Interessantes. Ich bekam einen Stundenplan sowie viele Tipps und Hilfe für den Aufenthalt. Danach konnte ich in die erste Unterrichtsstunde schauen. 

Über die drei Wochen hinweg war ich in allen Klassenstufen und konnte einen sehr guten Einblick gewinnen. Über die Deutschstunden hinaus, sah ich mir auch den Kunstunterricht sowie Volkskunde- und Tanzstunden an. Die eingeübten Tänze der achten Klasse konnte ich mir sogar bei einem Auftritt im Erzsébet Vigadó ansehen. Ich konnte dadurch in die Kultur eintauchen, durch die Gespräche mit den SchülerInnen erfuhr ich Dinge über das Leben dort, wodurch man einen sehr authentischen Eindruck der Gegend und Menschen entwickeln konnte. Auch übte ich mit Siebt- und AchtklässlerInnen mündliche Dialoge für die DSD-Prüfung, eine Deutschprüfung auf dem Niveau A2 bis B1. Die Schule bietet auch das Malen mit Emaille-Farben an. Ich durfte in einem Kurs mitmachen, hatte viel Spaß dabei und konnte schöne Ergebnisse mit nach Hause nehmen.

Besonders spannend war für mich zudem die Geschichte dieser Gegend, die Geschichte der Ungarndeutschen. Mir war diese nicht bewusst und daher umso interessanter und beeindruckend, wie gut die Traditionen bewahrt worden sind. Durch Gespräche, den Volkskundeunterricht, durch im Dialekt von SchülerInnen vorgetragene Gedichte und auch das Heimatmuseum konnte ich in die Geschichte und Lebensweise der Ungarndeutschen eintauchen. 

Am Plattensee

Am Wochenende reiste ich mit Sophie, der Freiwilligen der Schule, nach Keszthely, an den Plattensee/Balaton. Trotz des nicht so guten Wetters konnten wir die Gegend besichtigen, durch schöne Weinhänge laufen und uns in einem Thermalbad entspannen. Unter der Woche nahm ich das ausgeliehene Fahrrad der Schule und fuhr in die umliegenden Dörfer von Bohl. Selbstverständlich spazierte ich auch durch die Stadt selbst und fuhr durch das Kellerdorf.

In den nächsten zwei Wochen wollte ich gerne mehr bei einer Klasse sein und da ich Grundschullehramt studiere, wollte ich in die Unterstufe. Also ging ich nun jeden Tag in die Deutschstunde der dritten Klasse. Die Lehrerin der Klasse involvierte mich von Beginn an: Ich konnte direkt Teile des Unterrichts übernehmen und eigene Ideen umsetzen. Ich konnte viel lernen und hatte Spaß in dieser Klasse zu sein. Anfangs hatte ich Bedenken, wie gut sie mich tatsächlich verstehen werden. Aber sie konnten mich, auch in meiner eigenen Unterrichtsstunde, die ich in der letzten Woche hielt, gut verstehen. So konnte ich auch wertvolle Erfahrungen im Unterrichten einer Fremdsprache sammeln. 

Neben Keszthely machten wir auch Ausflüge ins schöne Willand/Villány mit seinem Weinbau und Kellerhäusern. Auch ging es nach Fünfkirchen. Wunderschöne Innenstadt mit vielen Kulturstätten und wenn man den Berg hinauf lief, hatte man eine fantastische Sicht sowie eine angenehm ruhige und schöne Gegend, um entspannt wandern zu können. 

Nach einer unvergesslichen Zeit in Bohl nahm ich Abschied und ging für ein Wochenende noch einmal nach Budapest und schaute mir die typischen Sehenswürdigkeiten an. Am Sonntag trat ich meine Heimreise an.

Ich will mir hier noch einmal für die Möglichkeit des Praktikums bei Frau Mossner vom Praktikumsamt, bei Katalin Győri-Meiszter, bei Gerhard Püchner vom Partnerschaftverein Heroldsberg-Bóly, bei Ágnes Far-Czinner und den anderen Lehrkräften der Schule bedanken.

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