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Mit Worten bewahrtes Erbe

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Über 200 Schülerinnen und Schüler stellten ihr Können
beim Landesfinale des Ungarndeutschen Rezitationswettbewerbs
unter Beweis

Am 16. Mai fand das Landesfinale des 19. Ungarndeutschen Rezitationswettbewerbs am Budapester Campus der Apor-Vilmos-Hochschule statt. Nach den regionalen Vorentscheiden nahmen mehr als 200 Schüler aus 85 ungarndeutschen Grund- und Mittelschulen am Finale in Budapest teil. Während des Wettbewerbs traten insgesamt 215 Schüler der zwölf Jahrgänge vor die Jury, um ihre Sprach- und Präsentationskenntnisse zu messen, und zwar in insgesamt 6 Hochdeutsch- und 5 Mundartkategorien.

Das Ziel dieses Wettbewerbs ist neben der Talentförderung und der Traditionspflege, je Kategorie diejenigen Schüler zu finden, die deutsche Texte – Gedichte wie Prosa – am eindrucksvollsten vortragen können. Dies gilt sowohl für Hochdeutsch-Sprecher als auch für Sprecher der ungarndeutschen Mundarten.

Die Veranstaltung wurde von Ibolya Hock-Englender eröffnet. In ihrer Rede betonte die Vorsitzende der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen die Bedeutung der Pflege und Weitergabe der deutschen Sprache sowie der ungarndeutschen Dialekte. Gleichzeitig bedankte sie sich beim Publikum: „Ich möchte den Eltern, Großeltern, Familienmitgliedern und Lehrern für ihre Unterstützung danken: Sie spielen eine große Rolle auch bei der Bewahrung unserer sprachlichen Werte. “

Ibolya Hock-Englender

Nach der Eröffnung zogen die Schüler in die ihnen zugewiesenen Klassenzimmer, wo die Vorträge und Bewertungen begannen. Neben moderner deutschsprachiger Lyrik und Prosa waren auch in diesem Jahr Werke zahlreicher ungarndeutscher Schriftsteller und Dichter gefragt. Die Teilnehmenden der Mundart-Kategorien trugen typischerweise lustige oder lehrreiche, überlieferte Dorfgeschichten oder eigene, im Dialekt verfasste, vom Alltag inspirierte Texte vor und erschienen in der Regel in ihren schönen Volkstrachten.

Die Jurykommissionen – bestehend aus Pädagogen, Bildungsfachleuten, Journalisten und sonstigen Experten aus dem In- und Ausland – begutachten die Darbietungen je nach Richtigkeit der Phonetik und Intonation, nach der inhaltlichen Angemessenheit des rezitierten Textes und nach Kohärenz und Flüssigkeit des Vortrages.

„Wir haben sehr anspruchsvolle Texte gehört, die Schüler waren gut vorbereitet. Meiner Meinung nach war das Niveau höher als im letzten Jahr“, meinte Ute Lambrecht, Jurymitglied für die Kategorie Hochdeutsch für die 7-8. Klassen. „Es ist ein gutes Zeichen für den Wettbewerb, wenn bestimmte Dinge von Jahr zu Jahr besser werden. Auch ungarndeutsche Werke waren vertreten, zum Beispiel von Erika Áts, Valeria Koch, Josef Michaelis und Christina Arnold, was mir Freude gemacht hat. Ich habe das Gefühl, dass die dort Sitzenden und Zuhörenden sehr viel für die Zukunft gelernt haben. Sie waren alle gut – und einige waren eben besser.“

Für diejenigen, die den Wettbewerb bereits beendet hatten, hat die Gemeinschaft Junger Ungarndeutscher (GJU) und der Verein für Ungarndeutsche Kinder (VUK) eine Bastelecke eingerichtet, die den Kindern großen Spaß machte.

Nach den Präsentationen und der Mittagspause folgte der Höhepunkt des Tages: die Preisverleihung, wobei die drei Erstplatzierten jeder Kategorie mit wertvollen Buchpreisen und Büchergutscheinen belohnt wurden. Weiterhin durften die Gewinner jeder Kategorie ihre Produktionen auch vor dem breiten Publikum präsentieren.

„Ich hatte eine tolle Zeit und habe im Laufe der Jahre viele Freunde gefunden. Das ist nämlich bereits das achte Mal, dass ich an diesem Wettbewerb teilnehme“, so Léna Kovács, Gewinnerin der Kategorie Mundart in der Altersgruppe der 9.–12. Klassen. „Mein Hauptziel war es immer, den Landesentscheid zu gewinnen, was ich endlich geschafft habe. Bei der Vorbereitung hat mir meine Deutschlehrerin sehr geholfen – bei der Aussprache, bei der Wahl der Kleidung, wie ich meine Haare flechten soll und wie man das Gedicht oder die Prosa richtig vorträgt. Dieses Jahr habe ich einen Text aus Tarian vorgetragen, weil ich dort wohne. Es handelt sich um eine örtliche Geschichte, die angeblich wirklich passiert ist – quasi eine Klatschgeschichte. Das Besondere an dem Text ist, dass er das typische Verhalten der alten Frauen darstellt, und das macht die ganze Geschichte lustig und spannend.“ 

Der Ungarndeutsche Rezitationswettbewerb wurde von der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen über den Bethlen-Gábor-Fondsverwalter, das Goethe-Institut Budapest, der Katholischen Apor-Vilmos-Hochschule und das Ungarndeutsche Kultur- und Informationszentrum und Bibliothek gefördert.

Die Ergebnisse sind hier nachzulesen >>>

Weitere Bilder >>>
Fotos: Ludwig Grund/zentrum.hu

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