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Pfingstkorb-Umfahren in Haschad/Hásságy
In diesem Jahr hat sich unser Verein, der Lindenblumen Verein Haschad, zum Ziel gesetzt, die Tradition des Pfingstkorbs wiederzubeleben. Dem Programm ging eine mehrwöchige Recherche voraus. Archivbilder wurden gesammelt und analysiert, ältere Menschen befragt und nach Antworten auf weitere Fragen gesucht.
Am Abend des 7. Juni begann die Arbeit mit dem Abschneiden von Ästen im nahegelegenen Wald. Dann schlossen sich junge Leute zusammen und begannen unter der mündlichen Anleitung der ehemaligen Organisatoren mit dem Flechten des Pfingstkorbs. Die Schwierigkeit bestand darin, dass keiner von uns je in seinem Leben einen Weidenkorb geflochten hatte, geschweige denn aus dicken Bäumen und Ästen.
Beim Flechten des Korbes, der nach Aussage der Ältesten groß genug sein sollte, damit ein Mann bequem darinstehen konnte, war es schwierig, den Korb so zu fixieren, dass er später auf den Pferdewagen geladen werden kann. Wir waren beeindruckt von der sorgfältigen und beharrlichen Arbeit unserer Vorfahren, denn es hat uns wirklich viel Mühe gekostet. Wir schlossen den Tag erfolgreich und stolz ab. Der ca. 3 Meter hohe Pfingstkorb war fertig, dekoriert und die Omas haben auch gesagt, dass es passt.
Am nächsten Nachmittag begann das Programm mit dem Anziehen der Trachten der Teilnehmer. Jung und Alt kleideten sich gemeinsam und riefen die schönen Erinnerungen an alte Zeiten wach.
Der 8. Juni ist ein besonderer Tag im Leben von Haschad, denn damals an diesem Tag wurden die ehemaligen Einwohner vertrieben. Wir sind stolz auf unsere Zugehörigkeit, denn trotz der schwierigen Momente in der Geschichte haben unsere Vorfahren ihre Traditionen bewahrt, und es stets für wichtig gehalten, ihre schwäbische Identität von Kindheit an weiterzugeben. Es wohnen heutzutage auch andere Nationalitäten im Dorf, mit denen wir unsere Feste gemeinsam organisieren und alle stolz unsere Trachten anziehen.
Früher wurde die Kutsche beim Umzug von Pferden gezogen und die Pfingstburschen begleiteten den Umzug auf Pferden. Leider gibt es heute keine Pferde mehr in Haschad und aufgrund der großen Hitze konnten auch keine aus dem Nachbardorf Ahlaß/Olasz geholt werden. Die Besonderheit des Umzugs war daher, dass die Pfingstburschen anstelle von Pferden die Pferdekutsche mit dem Pfingstkorb zogen. Begleitet wurde der Umzug von der Bierkapelle. Unsere Feste sind immer familiär, das heißt, dass Groß und Klein immer mithelfen und gern dabei sind, das war dieses Jahr bei der Bierkapelle auch nicht anders.
Der Umzug begann bei den Mädchenhäusern. Ende April stellten die jungen Männer des Dorfes einen Maibaum auf, den sie als erstes umwarfen, indem sie zur Musik tanzten. Anschließend mussten die Mädchen erraten, wer im Korb sein könnte – wer die Pfingstkatze ist. Diese konnte auf lustige Fragen miauen, schnurren usw., was das Rätselraten noch lustiger machte.
Anschließend unterhielten die Familien der Mädchen die Teilnehmerinnen. Während der Umzug von Haus zu Haus zog, schlossen sich immer mehr Teilnehmerinnen an. Als wir zurück ins Kulturhaus kamen, zeigte sich die Pfingstkatze, und wer richtig geraten hatte, erhielt ein kleines Geschenk. Der schöne Nachmittag erfüllte die Teilnehmer mit positiven Emotionen, und die Kinder sammelten neue Erinnerungen, die ihnen helfen können, ihr Identitätsgefühl zu bewahren.
Anita Müller
Die Fotos stammen von den Mitgliedern des Vereins
Videozusammenstellung von Pannon Televízió übers Ereignis:

