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Die deutsche Sprache spielerisch üben, neue Erlebnisse sammeln, die zu schönen Erinnerungen werden, gemeinsam Spaß haben und alte Traditionen kennenlernen: All das war im Nationalitätencamp der Bohler Allgemeinbildenden Schule möglich.
In der ersten Juliwoche wurde in Bohl/Bóly ein buntes und erlebnisreiches Nationalitätencamp für Schülerinnen und Schüler mit Unterstützung des Gábor-Bethlen-Fondsverwalters, der Bohler Deutschen Selbstverwaltung sowie der Bohler Allgemeinbildenden Schule organisiert. Ziel des Camps war es, das Wissen über die ungarndeutsche Kultur zu vertiefen und die deutsche Sprache im Alltag spielerisch anzuwenden.
Unter liebevoller Betreuung und in familiärer Atmosphäre konnten die Kinder mit allen Sinnen, viel Freude und Neugier in die Welt ihrer Vorfahren eintauchen.
Während der Campwoche erlebten wir zahlreiche spannende und traditionsreiche Programme, die uns dem Brauchtum der Ungarndeutschen näherbrachten. Wir stellten Seife her, lernten deutsche Kinderreime und Volkslieder, tanzten, beteten, bastelten und spielten gemeinsam. In der gemütlichen Atmosphäre des örtlichen Heimatmuseums durften wir traditionelle Handarbeiten ausprobieren und erfuhren mehr über das Leben früherer Generationen.
Ein besonderer Ausflug führte uns nach Burjad/Borjád, wo wir eine alte Wassermühle besichtigten und einen Bauernhof erkundeten. Dort konnten wir das ländliche Leben vergangener Zeiten hautnah erleben. In Burjád ist auch das Nationalitätenzimmer sehr schön eingerichtet. Dort erfuhren wir viel Interessantes über die traditionelle Seifenherstellung. Ein weiteres Highlight war der Besuch bei der Tárnoky-Lebkuchenmanufaktur in Bohl. Dort erfuhren wir viel über die traditionelle Herstellung von Lebkuchen. Jeder durfte seine eigene Lebkuchenfigur gestalten: Mit Zuckerguss, Mustern und liebevollen Details entstanden kleine Kunstwerke, Puppen und Husaren.
Auch kulinarisch waren wir aktiv: Gemeinsam backten wir und probierten alte Köstlichkeiten. In einem kreativen Escape-Spiel im Heimatmuseum wurden wir zu Rätsellösern und konnten spielerisch mehr über die Geschichte und Bräuche der Ungarndeutschen lernen.
Ein ganz besonderer Tag war unser Ausflug nach Fünfkirchen/Pécs, wo wir das Lenau Haus besuchten. Mit der kleinen Binnelbahn fuhren wir durch die Stadt und sammelten viele schöne Eindrücke. Ein weiterer Programmpunkt war der Besuch im UV-Reich, einer faszinierenden Schwarzlicht-Erlebniswelt, die uns auf ganz neue Weise zum Staunen brachte.
Den krönenden Abschluss unseres Camps bildete ein Auftritt im örtlichen Altenheim, bei dem wir die während der Woche gelernten Sprüche, Tänze und Lieder mit großer Freude präsentierten. Es war ein bewegender Moment für uns ebenso wie für die Bewohnerinnen und Bewohner.
Unser Camp war eine wunderbare Gelegenheit, in die Welt unserer Vorfahren einzutauchen, die deutsche Sprache zu pflegen und Gemeinschaft zu erleben. Mit Liedern, Tänzen und vielen schönen Momenten im Herzen gingen wir nach Hause.
Bianka Faluhelyi

