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Eine Studienreise voller Eindrücke und Erkenntnisse in Klausenburg
2.-5. Oktober 2025
Eine Gruppe von 18 engagierten Fachleuten – vorwiegend Deutschlehrkräfte aus Grund- und Mittelschulen, Universitäten sowie Kindergartenpädagoginnen, bzw. Vertreter von Nationalitätenselbstverwaltungen (manche in Doppelrollen) – begab sich Anfang Oktober auf eine besondere Studienreise nach Cluj-Napoca/Klausenburg/Kolozsvár. Organisiert wurde die Reise vom Ungarndeutschen Pädagogischen und Methodischen Zentrum (UMZ) in Zusammenarbeit mit der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen (LdU).
Der Gastgeber war das Demokratische Forum der Deutschen in Rumänien, das Programm wurde von der Deutschlehrerin Andrea Szász mitgestaltet und koordiniert. Die Reise übertraf alle Erwartungen, sie war sowohl fachlich bereichernd als auch kulturell beeindruckend.
Schon der Empfang am Donnerstagnachmittag im renommierten Nationalkolleg „George Cosbuc“ war herzlich und vielversprechend. Die offene Atmosphäre und die spannenden Einblicke in das rumänische Bildungssystem sowie das pädagogische Konzept der Schule machten den Auftakt zu einer intensiven und bereichernden Reise. Ein Stadtrundgang mit Professor Dr. Wilfried Schreiber führte die Gruppe durch die historische Altstadt und offenbarte die kulturellen Schätze Klausenburgs.
Der Freitag stand ganz im Zeichen der Hospitationen: Besuche im Kindergarten, Schulen und an der Babeș–Bolyai-Universität zeigten eindrucksvoll, wie Deutsch als Fremdsprache in einer Region unterrichtet wird, in der die deutsche Minderheit nur noch wenige Mitglieder zählt. Besonders beeindruckend war das hohe Sprachniveau der Schüler – bereits in der 10. Klasse sprechen sie nahezu wie Muttersprachler. Die Theaterstunden und die selbst entwickelten Lehrbücher in deutscher Sprache stießen auf große Begeisterung.
Die Schule mit 1400 Schülern – von der Vorschule bis zum Abitur – präsentierte sich modern und gut ausgestattet. Am Nachmittag folgte ein bewegender Empfang an der Babeș–Bolyai-Universität durch Prorektor Dr. Christian Săcărea. Die Vorstellung der pädagogischen Ausbildung durch Dr. Brigitte Breckner und Dr. Kata Bartalis-Binder war fachlich motivierend und inspirierend.
Am Samstag führte ein Ausflug nach Rimetea/Eisenmarkt/Torockó und Coltești/Sankt Georgen/Torockószentgyörgy in die malerische Landschaft Siebenbürgens. Trotz des nebligen Wetters – man konnte den Seklerstein nur im Nebel bewundern – waren die traditionelle Architektur und die Gastfreundschaft der Einheimischen sehr beeindruckend. Der Nachmittag im Demokratischen Forum der Deutschen in Klausenburg bot tiefgehende Einblicke in die Situation der deutschen Minderheit in Rumänien – geprägt von starker Assimilation und dem Verlust der Sprache im Elternhaus.
In einer offenen Diskussionsrunde tauschten die Teilnehmer ihre Erfahrungen zur Lage der Minderheiten in Rumänien und Ungarn aus. Die wirtschaftliche Präsenz deutscher Firmen in Klausenburg fördert das Interesse an der deutschen Sprache – die Universität beherbergt eine gut besuchte deutsche Fakultät.
Der geplante Besuch des Botanischen Gartens am Sonntag fiel dem schlechten Wetter zum Opfer. Dennoch kehrten die Teilnehmer mit einem reichen Schatz an Eindrücken und Erkenntnissen zurück.
„Diese Tage in Klausenburg waren fachlich inspirierend, menschlich bereichernd und gemeinschaftsstärkend. Wir danken allen Beteiligten für ihre Gastfreundschaft, ihre Offenheit und ihre Herzlichkeit – es war einfach wunderbar!“ – so das Fazit einer Teilnehmerin.
Die Studienreise wurde vom Bundesministerium des Innern (BMI) gefördert.

