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Dr. Elisabeth Sándor-Szalay mit dem FUEN-Preis gewürdigt

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Dr. Elisabeth Sándor-Szalay wurde nach zwölf Jahren verdienstvoller Tätigkeit als Ombudsfrau für die Rechte nationaler Minderheiten in Ungarn mit dem diesjährigen FUEN-Preis ausgezeichnet. Auf dem 69. Kongress der Föderalistischen Union Europäischer Nationalitäten (FUEN) wurde die Preisträgerin mit stehender Ovation gefeiert. Olivia Schubert, stellvertretende Vorsitzende der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen und damals Vizepräsidentin der FUEN, hielt die Laudatio, die wir veröffentlichen.

Dr. Elisabeth Sándor-Szalay mit dem FUEN-Preis gewürdigt – Foto: FUEN

Engagiert, kompetent, vermittelnd, beharrlich, integrativ, menschlich – dies sind die Eigenschaften, die man mit dem Namen von Dr. Elisabeth Sándor-Szalay, Ombudsfrau für die Rechte nationaler Minderheiten in Ungarn, verbindet. Sie wurde im Oktober 2013 zur Ombudsfrau gewählt und nach 6 Jahren im Amt mit einstimmiger Unterstützung für eine weitere Amtsperiode wiedergewählt.

In meiner beruflichen Laufbahn habe ich bisher das Glück gehabt, mit zwei außerordentlichen Frauen zusammenarbeiten zu können, die ihr Amt aus innerer Überzeugung ausgeübt haben. Für mich sind sie Vorbilder in Sachen Minderheitenschutz und Minderheitenförderung. Die eine Dame ist Frau Renate Schnack und die andere Frau Elisabeth Sándor-Szalay. Umso größer ist meine Freude darüber, dass beide Damen mit dem FUEN-Preis für ihre langjährige Tätigkeit ausgezeichnet sind.

Was steckt denn hinter den von mir genannten Eigenschaften von Frau Sándor-Szalay?

Engagiert – Sie ist eine engagierte Verfechterin der Rechte nationaler Minderheiten, sie setzt sich mit großem persönlichem Engagement für Gleichberechtigung und gesellschaftlichen Dialog ein.

Kompetent – Sie ist eine Expertin mit fundierten juristischen und wissenschaftlichen Kenntnissen und großer internationaler Erfahrung. Als kompetente Juristin und anerkannte Wissenschaftlerin verbindet sie fachliche Tiefe mit praktischer Erfahrung im Menschenrechtsschutz.

Vermittelnd – Sie baut Brücken zwischen Minderheiten, Staaten und internationalen Institutionen. Durch ihre Ratschläge, ihre fachliche Unterstützung wächst die Zusammenarbeit dieser Akteure.

Beharrlich – Sie setzt Themen über Jahre hinweg konsequent auf die Agenda. Durch ihre beharrliche und kontinuierliche Präsenz hat sie viele Themen der Minderheitenpolitik im politischen Gespräch und in der öffentlichen Debatte gehalten.

Integrativ – Dabei bleibt sie stets integrativ, indem sie Vielfalt als gesellschaftlichen Reichtum versteht und aktiv zu gegenseitigem Verständnis und Zusammenhalt beiträgt.

Und nicht zuletzt: Menschlich – In ihrem ganzen Leben, so auch in den 12 Jahren ihrer Tätigkeit als Ombudsfrau, standen die Menschen an erster Stelle. Sie zeigte immer Respekt, behandelte die Partner auf Augenhöhe, hörte zu, wollte verstehen und hat stets tiefes Mitgefühl gezeigt.

Während dieser 12 Jahre hat man sie nicht so oft im Büro antreffen können, sondern vielmehr aktiv in den Regionen der Minderheiten. Man kann sagen, sie hat eine intensive „Feldarbeit“ betrieben. Zahlreiche Besuche bei Minderheiteneinrichtungen (Schulen, Kindergärten, Kulturvereinen, Zivilorganisationen) zeugten davon, dass sie aktiv am Alltag der Gemeinschaften teilnehmen und sich vor Ort ein Bild über die aktuelle Lage machen möchte. Durch öffentliche Stellungnahmen zu Grundthemen wie Bildung, Sprache, Identität, Selbstverwaltung, zu gesetzlichen Regelungen, aber auch zu konkreten Fällen wie Hassrede, Diskriminierung, Rechtsverletzung hat sie stets dafür gekämpft, die Rechte der Gemeinschaften zu schützen, ihnen ein Instrument in die Hand zu geben, durch das sie in ihrer Arbeit noch gestärkt werden können. Dabei wurde sie von einem Team engagierter Juristen unterstützt, die sich mit den Problemen und Anliegen der Minderheiten voll und ganz identifizierten.

Zugleich hat Frau Sándor-Szalay immer darauf geachtet, die Themen auch international zu vertreten. Sie wurde als Expertin in Gremien des Europarats und in den beratenden Ausschuss zum Rahmenübereinkommen berufen und auch wiedergewählt — was ein deutliches Zeichen dafür ist, dass ihre Expertise auch auf europäischer Ebene anerkannt wird.

Für uns Minderheiten war sie stets eine moralische und fachliche Unterstützung. Sie ist ein Vorbild dafür, wie man die Interessen der Minderheiten mit Kompetenz, Feingefühl, mit viel Neugierde und mit Verständnis vertreten kann.

Dafür möchten wir uns bei ihr auch mit diesem Preis bedanken und ihr für ihre weitere berufliche Tätigkeit alles Gute wünschen.

Erschienen in: Neue Zeitung, 45/2025

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