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Vom 27. bis 29. Oktober 2025 unternahm die Gemeinschaft Junger Ungarndeutscher (GJU) eine dreitägige Busreise durch Ungarn und die Slowakei, um alte Kontakte zu pflegen und neue Begegnungen zu erleben. Auf dem Programm standen Berkina/Berkenye, Sende/Szendehely, Waitzen/Vác, Kremnitz/Körmöcbánya, Blaufuss/Krahule und Schemnitz/Selmecbánya – Orte, die durch Geschichte, Kultur und deutsche Wurzeln miteinander verbunden sind.
In Berkina wurden wir herzlich von Veronika German, Réka Kucsera, Judit Schlenk-Árpás, der Vorsitzenden der Deutschen Nationalitätenselbstverwaltung von Berkina, sowie von Josef Schmidt, dem Leiter des Heimatmuseums, empfangen. Nach einem gemeinsamen Mittagessen erkundeten wir das Dorf: Wir besichtigten die Kirche, das Heimatmuseum und schließlich auch das ehemalige GJU-Haus, das viele Erinnerungen weckte. Im Kulturhaus erwarteten uns unsere Gastgeber mit Kaffee und Kuchen. Besonders erfreulich war, dass uns auch eine Gruppe junger Menschen begrüßte, die derzeit plant, einen neuen GJU-Freundeskreis in Berkina zu gründen. So kann Berkina künftig wieder Teil des aktiven GJU-Netzwerks werden.
Als besonderes Dankeschön an die Gastgeber überreichte Zsuzsanna Ritzl, Büroleiterin der GJU, Veronika German das Gästebuch des ehemaligen GJU-Hauses – ein Geschenk von großem symbolischem Wert, das viele Einträge und Erinnerungen aus den frühen Jahren der GJU bewahrt.
Nach einem kurzen Zwischenstopp in Sende und einem gemütlichen Abend in Waitzen, wo wir die stimmungsvolle Altstadt erkundeten, führte uns die Reise am nächsten Tag über die Grenze nach Kremnitz. Dort wurden wir herzlich von Hilda Steinhüblová, der Leiterin der Region Hauerland innerhalb des Karpatendeutschen Vereins, begrüßt. Sie begleitete uns auf einer spannenden Stadtführung, gemeinsam mit Viliam Neuschl, der uns viele interessante Geschichten über die Stadt und ihre Geschichte erzählte. Wir besichtigten die historische Münzprägestätte, das Stadtmuseum und zahlreiche beeindruckende Baudenkmäler.
Viliam Neuschl erklärte uns, dass Kremnitz im Mittelalter von deutschen Bergleuten gegründet wurde, die mit ihrem Fachwissen im Bergbau und in der Münzprägung das wirtschaftliche und kulturelle Leben der Stadt bereicherten. Auch nach dem Zweiten Weltkrieg kam es hier – anders als in vielen anderen Orten – nur zu wenigen Vertreibungen, da die Bedeutung des Bergbaus für die Region groß blieb. Diese Geschichte und die deutsche Prägung sind bis heute in Kremnitz spürbar.
Auf dem Weg nach Schemnitz machten wir einen kurzen Halt in Blaufuss, einem der wenigen Orte in der Slowakei, in denen auch der deutsche Ortsname offiziell am Ortseingang zu sehen ist. Dieses zweisprachige Schild ist ein sichtbares Zeichen der lebendigen deutschen Traditionen in der Region.
Am Abend erreichten wir Schemnitz, die wohl bekannteste ehemalige Bergbaustadt der Oberungarischen Bergregion. Auch hier spielten die deutschen Siedler eine entscheidende Rolle: Sie gründeten im 18. Jahrhundert die berühmte Königliche Bergakademie, die als älteste montanistische Hochschule der Welt gilt. Bei einem abendlichen Spaziergang durch die wunderschön beleuchtete Altstadt und einem Besuch in der bekannten ERB-Brauerei konnten wir die besondere Atmosphäre der Stadt genießen und den Tag gemütlich ausklingen lassen.
Nach einem gemeinsamen Frühstück am letzten Tag traten wir die Heimreise nach Ungarn an, erfüllt von vielen neuen Eindrücken, interessanten Gesprächen und dem schönen Gefühl, die GJU-Gemeinschaft wieder ein Stück näher zusammengebracht zu haben. An der Reise nahmen 17 GJU-Mitglieder aus ganz Ungarn teil. Alle waren sich einig, dass die Fahrt nicht nur interessante Einblicke bot, sondern auch eine hervorragende Gelegenheit war, neue Kontakte zu knüpfen und die Gemeinschaft zu stärken.
Tamás Radnai

