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Bunte Programme, neue Gesichter beim VUK-Familienwochenende

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Dieses Jahr wählten wir, also das Team des Vereins für Ungarndeutsche Kinder (VUK), einen neuen Ort für unser traditionelles Familienwochenende, wo uns das nette Personal des Fried Schlosshotels verwöhnte. Fünfzehn Familien aus dem ganzen Land waren in Simonsturm/Simontornya mit dabei, um an verschiedenen gemeinsamen und dem Alter nach getrennten Beschäftigungen teilzunehmen. Auf dem Programm standen ein Kennenlernabend, ein Erfahrungsaustausch über die alltäglichen Herausforderungen und Hilfestellung zur zweisprachigen Kindererziehung, Förder- und Sprachspiele, Bastelstunden, Familienwettbewerbe zum spielerischen Entdecken des Ungarndeutschtums, Gesellschaftsspiele, die unvergesslichen Werwolf-Runden und die großartige zweisprachige Vorstellung Zauberfisch vom Puppentheater Álomzug Társulás.

Das eine Ziel war, den neu dazugestoßenen und den bereits einander gut kennenden Familien anhand von reichhaltigen Beschäftigungen und Aktivitäten neue Bekanntschaften und Freundschaften möglich zu machen, andererseits ungarndeutsche Inhalte, Sprachpflege und die Wahrnehmung der gemeinsamen Wurzeln sowohl den Eltern als auch den Kindern bewusst zu machen. 

Nach dem Ende des Programms wurden zwei Familien über ihre diesjährigen Erfahrungen gefragt.

Die Familie Nagy-Papp war schon mehrmals Gast unserer Veranstaltung für Familien. Die Mutter, Tímea Nagy-Papp, wurde über ihre Motivation und Erfahrungen befragt:

-Ihr habt schon mehrmals am VUK-Familienwochenende teilgenommen, was führt euch zu dieser Veranstaltung?
-Wir waren schon dreimal dabei, es hat uns sehr gut gefallen, auch in den früheren Jahren. Ich habe über diese Möglichkeit zuerst von der Familie meines Mannes gehört. Die Besprechungen mit anderen Eltern über die zweisprachige Erziehung war sehr praxisorientiert. Es ist auch gut, solche Familien, wie wir, also „schwäbische“ (ungarndeutsche) Familien, die auch die Traditionen pflegen bzw. ihre Kinder zweisprachig erziehen, kennenzulernen und neue Bekanntschaften zu schließen. Hier können wir uns nicht nur erholen, sondern auch praktische Dinge lernen. 
Es ist auch für die Kinder interessant, weil es gute Programme gibt, bei denen sie Deutsch sprechen, Lieder lernen und ungarndeutsche Traditionen kennenlernen. Auch neue Kontakte können geknüpft werden. Die Beschäftigungen sprechen nicht nur die Kinder, sondern auch die Eltern an. Das finde ich sehr nützlich.

– Was für Änderungsvorschläge habt ihr? Was würdet ihr euch noch wünschen?
– Für unsere Familie, kann ich sagen, war alles gut so, wie es gestaltet wurde, das Wochenende hat uns sehr gefallen. Wir sind vollkommen zufrieden. Es gibt immer verschiedene Programme für die kleineren Kinder, wieder andere für die größeren und auch für die Eltern.

– Konntet ihr auch konkrete Tipps für Zuhause mitnehmen?
– Wir haben eine Liste bekommen, worauf ganz gute Ideen erwähnt wurden: diverse Spiele und etliche Aktivitäten, wobei die deutsche Sprache auf natürliche Weise benutzt werden kann. Diese Sammlung werden wir sicher verwenden.

– Inwieweit hat euch das VUK-Familienwochenende bei der zweisprachigen bzw. multikulturellen Erziehung unterstützt?
-Wir haben darin auf jeden Fall eine Bestärkung bekommen. Für mich gab es einen interessanten Moment. In unserer Familie mit drei Kindern ist es nämlich so, dass mein Mann für die zweite, also die deutsche Sprache verantwortlich ist. Er spricht besser Deutsch als ich, d. h. er spricht mit den Kindern deutsch und ich meistens ungarisch. Als unsere älteste Tochter noch klein war, hat mein Mann sehr viel gearbeitet, deshalb haben sie sehr wenig Zeit miteinander verbracht und so hat sie von der zweisprachigen Erziehung nicht besonders viel mitbekommen, nur die Kleineren. Sie sprechen wir auf Deutsch an, aber unsere Große auf Ungarisch. Am VUK-Familienwochenende haben wir dann gehört, dass es Familien gibt, die nicht von Anfang an, sondern erst später mit der zweisprachigen Erziehung begonnen haben. Ihrer war eine ähnliche Story wie unsere. Uns wurde bewusst, dass es auch jetzt noch hilfreich sein kann, mit unserer großen Tochter Deutsch zu sprechen und damit haben wir jetzt auch begonnen.”

– Jetzt also direkt nach dem VUK-Familienwochenende?
– Eigentlich ja.

– Dann war das eine Inspiration für euch.
– Ja, das war es. Eine Bestärkung, dass auch ein Spätanfang möglich ist.

– Das ist für den Verein ein großer Erfolg, dass das VUK-Familienwochenende so eine Auswirkung auf euer Familienleben hatte. Das freut uns sehr und nur so weiter! Vielen Dank für das Gespräch.

Die Familie Mellwig-Hentschel aus Baje/Baja kam mit ihrem jüngsten Sohn (15) zum ersten Mal zum VUK-Familienwochenende. Anne Hentschel beantwortete die ihr gestellten Fragen:

– Wie habt ihr euch für die Teilnahme am VUK-Familienwochenende entschieden?
– Wir haben eine Einladung von einer Bekannten bekommen und obwohl wir keine Ungarndeutsche sind, dafür aber neu in Ungarn, wollten wir die Möglichkeit nutzen, Land und Leute auch auf diese Art kennenzulernen.

– Was hat euch besonders gut gefallen oder angesprochen?
– Der Familienwettbewerb im Freien mit den einfachen und lustigen Spielen, die haben uns so viel Spaß gemacht. Ich fand die Gruppe fantastisch, es waren ganz tolle Menschen dabei. Ich fand auch die Flexibilität des Restaurants großartig und dass uns die Sehenswürdigkeiten vor Ort gezeigt wurden.

– Was habt ihr von den Ungarndeutschen wahrgenommen oder neu erfahren?
– Also für mich war die zweisprachige Erziehung neu, die Schwierigkeiten, die man da haben kann, das fand ich spannend. Es war auch beeindruckend, dass alle Teilnehmer fließend Deutsch und Ungarisch sprechen, also zwei schwierige Sprachen, die sich sehr voneinander unterscheiden.

– Was war euer Gesamteindruck?
– Ich fand es sehr eindrucksvoll, mit wie viel Liebe, Zeit und Gedanken dieses Wochenende gestaltet wurde, man hat das einfach am ganzen Programm gespürt. Die Veranstaltung war sehr einladend, willkommen heißend, einfach schön.

-Vielen Dank für die positive Rückmeldung. Es freut uns, dass ihr euch wohlgefühlt habt.

Für die Vorbereitung und Abwicklung verantwortlich waren die Vorstandsmitglieder des Vereins: Katalin Ruff, Gábor Werner, Bernadett Földi und Klarissza Kapitány, weiterhin die Jugendleiter Lilla Buják, Barbara Werner, Anna Lisa Sillmann und Büroleiterin Susanne Mescha. Das Programm wurde durch die großzügige Unterstützung des Bundesministeriums des Innern (BMI) gefördert.

euer VUK-Team

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