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Erlebnisbericht über das Volkskunde- und Chorcamp des DNG
im Komitat Bekesch
Jedes Jahr veranstaltet das Deutsche Nationalitätengymnasium Budapest sein traditionelles Volkskundecamp in einer anderen Region des Landes, wo auch Ungarndeutsche leben. Heuer fand es, zusammen mit dem Chorcamp, vom 6. bis 10. Oktober in Jula/Gyula im Komitat Bekesch statt. Wir hatten auch die großartige Möglichkeit, einen Einblick in das Leben der Banater Schwaben in Charlottenburg und Temeswar zu gewinnen.
Am Montagmorgen trafen wir uns am Ostbahnhof und fuhren mit dem Zug nach Jula. Unsere Unterkunft befand sich in der hübschen Altstadt. Ein paar Minuten später waren die Zimmer schon aufgeteilt und wir zogen ein. Gleich danach besuchten wir das älteste Wohnhaus der Stadt, das Marienhaus in Deutsch-Jula, anschließend nahmen wir in Gruppen an einer Stadtrallye teil. Alle Teams sollten ein Quiz zum Thema „Die Märtyrer von Arad” ausfüllen, die in der Stadt ihre Gefängniszeit verbracht hatten. Wir fotografierten uns vor ihren Gedenktafeln und recherchierten ihre Nationalität.
Am Dienstag machten wir einen interessanten Ausflug nach Elek, um den neuen ungarndeutschen Lehrpfad zu begehen, bzw. die Mitglieder der Deutschen Nationalitätenselbstverwaltung und des Vereins der Eleker Deutschen kennenzulernen.
den Eleker Lehrpfad vor
Im Leimen-Haus führten wir Interviews mit dem Vorsitzenden der deutschen Selbstverwaltung, László Wittmann, mit dem Regionalbüroleiter der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen, Georg Hoffmann, sowie mit Klára Mester, einer Pädagogin, die ursprünglich aus Elek stammt. Hiermit möchten wir auch unseren besten Dank für ihre nette Gastfreundschaft aussprechen, es war ein sehr angenehmer Tag für uns alle in der Bekescher Kleinstadt.
Am Mittwoch führte unser Weg nach Temeswar. Auf dem Weg dorthin besichtigten wir das einzigartige Runddorf Charlottenburg und hatten eine lehrreiche Begegnung mit dem letzten einheimischen Schwaben. Es war auch lustig, wie ein Mitschüler von uns, Lóránt Bokor, mithilfe seiner Drohne die besondere Dorfform von oben zeigte. Den Nachmittag verbrachten wir in dem märchenhaft schönen Temeswar, das nicht ohne Grund auch als „Das kleine Wien“ genannt wird. Im Adam-Müller-Guttenbrunn-Haus sangen wir vor dem berühmten Stefan-Jäger-Triptychon für unsere Gastgeber, und bevor wir nach Jula zurückfuhren, hatten wir noch eine kleine Freizeit, um das historische Zentrum Temeswars zu entdecken.
Am Donnerstag besuchten die Chormitglieder das Geburtshaus des deutschstämmigen Komponisten unserer Nationalhymne Franz Erkel sowie das rumänische Gymnasium „Nicolae Bălcescu“, um sich mit den Chormitgliedern der Schule zu treffen, von ihnen rumänische Volkslieder zu lernen bzw. ihnen einige ungarndeutsche Volksweisen beizubringen.
(Foto: Lóránt Bokor)
Währenddessen unternahmen die „Nicht-Chormitglieder“ eine Fahrradtour sowie eine Schifffahrt zum Kreisch-Zusammenfluss. Später nahm die ganze Gruppe an einem multikulturellen Abend bei der Landesselbstverwaltung der Rumänen teil, wo wir leckere rumänische Spezialitäten kosten durften und mit gleichaltrigen rumänischen Jugendlichen viel sangen und tanzten. Alle genossen den Abschlussabend sehr, auch deshalb luden wir unsere neuen rumänischen Freunde zu einem Gegenbesuch ein.
Am Freitag, auf der Rückfahrt nach Budapest, hatten wir noch ein Gespräch mit den Vertretern der slowakischen Nationalität im Slowakischen Haus von Tschabe/Békéscsaba. Sie erzählten uns vom früheren und aktuellen Leben ihrer Nationalität. Am Nachmittag trafen wir, mit vielen schönen Erinnerungen im Gepäck, mit dem Zug am Ostbahnhof ein.
Wir bedanken uns bei den Organisatoren des Camps, Frau Szép, Frau Győrfi und Herrn Surman-Majeczki, sowie bei allen Gastgebern und Teilnehmern für das einmalige Erlebnis! Unser bester Dank gilt auch dem Staatssekretariat für die Beziehungen zu den Kirchen und Nationalitäten im Ministerpräsidentenamt bzw. dem Bethlen-Gábor-Fondverwalter für die finanzielle Unterstützung des Camps.
Zsófia Eck, Vanda Sághi

