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Pirna erinnert an die Vertreibung der Ungarndeutschen vor 80 Jahren

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In Pirna in Sachsen wurde am 20. Januar im Rahmen einer feierlichen Gedenkfeier der Vertreibung der Ungarndeutschen vor 80 Jahren und der damit verbundenen Schicksalsschläge gedacht. An der Veranstaltung nahmen auch Dr. Tamás Sulyok, Staatspräsident Ungarns, sowie die Schüler des Valeria-Koch-Bildungszentrums aus Fünfkirchen teil, die mit einem bewegenden Programm an die Vergangenheit erinnerten.

1946 wurde mit der massenhaften Vertreibung der Ungarndeutschen begonnen. Es wurden ungefähr 170 000 Menschen in die amerikanische, 50 000 in die sowjetische Besatzungszone Deutschlands vertrieben. Ungefähr ebenso viele blieben in Ungarn zurück. Für die Mehrheit der nach Ostdeutschland ausgesiedelten Menschen war die Stadt Pirna die Endstation. Das Hauptaufnahmelager für sie war das Quarantänelager „Graue Kaserne“, wo sie nach der Zwangsumsiedlung ankamen und registriert wurden, bevor sie weiter verteilt wurden.

Die Gedenkveranstaltung fand im Evangelischen Schulzentrum Pirna statt, wo mit einer Kranzniederlegung und einem festlichen Erinnerungsprogramm der Opfer der Vertreibung gedacht wurden. Bei der Veranstaltung hielt Ungarns Staatspräsident Dr. Tamás Sulyok eine Rede.
Die Vertreibung der Ungarndeutschen sei eine beschämende, menschenfeindliche Tat gewesen. Nach dem blutigen Weltkrieg seien die Wunden nicht geheilt, sondern neue aufgerissen worden. Auf die bisherigen Leiden hätten neue gefolgt. Zu den Opfern des 20. Jahrhunderts in Ungarn würden auch die Deutschen zählen, die gezwungen wurden, ihre Heimat zu verlassen. Dies sei nicht nur für das deutsche Volk, sondern auch für das ungarische ein großer Verlust gewesen. Wir würden die Vertriebenen und ihre Nachkommen niemals vergessen, betonte das Staatsoberhaupt.
Die vollständige Rede können Sie hier lesen >>>

Sachsens Ministerpräsident, Michael Kretschmer, hob in seiner Rede folgendes hervor: „Tausende Ungarndeutsche haben nach dem Zweiten Weltkrieg in Sachsen ein neues Zuhause gefunden. Doch zurück blieben Erinnerungen an ihre Heimat, an Trennung und Verlust, über die sie lange schweigen mussten. Die Erfahrungen der Ungarndeutschen sind ein wichtiger Teil der sächsischen Nachkriegsgeschichte. Ich bin froh, dass diese in einem deutsch-ungarischen Jugendprojekt wachgehalten und an nachfolgende Generationen weitergegeben werden. Die Schicksale der Heimatvertriebenen mahnen uns, wie wertvoll das Zusammenleben in einem friedlichen und freien Europa ist.”

Besonders bewegende Momente schufen die Gymnasiasten des Valeria-Koch-Bildungszentrums, die mit ihrer Aufführung das Ungarndeutschtum vertreten haben. Mit Gedichten, Zeitzeugenerinnerungen, Liedern und visuellen Elementen erinnerten die Jugendlichen an das Schicksal der Vertriebenen und hinterließen damit einen tiefen emotionalen Eindruck bei den Anwesenden. Ihre Aufführung war nicht nur eine Ehre für die Vertriebenen, sondern auch ein Beweis dafür, dass sich die junge Generation für die Aufarbeitung und Weitergabe der Vergangenheit verantwortlich fühlt.

Während der Reise besichtigten die Schüler auch die Sehenswürdigkeiten von Dresden und besuchten die Ausstellung „Transferraum Heimat” in Knappenrode bei Hoyerswerda, die sich mit der Flucht, Vertreibung und Deporation der deutschen Bevölkerung aus Ostmitteleuropa beschäftigt.

LdU-Presse

Foto: Nikolai Schmidt, Valeria-Koch-Bildungszentrum

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