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Zeit für Austausch, Qualität und Inspiration

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Mit diesem Leitgedanken fanden Anfang 2026 drei regionale Fachtage der ungarndeutschen Bildungslandschaft statt – in Tschasartet/Császártöltés, Woj/Baj und Taks/Taksony. Die vom Ungarndeutschen Pädagogischen und Methodischen Zentrum (UMZ) in Trägerschaft der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen (LdU) organisierte Veranstaltungsreihe bot Fachkräften aller Ebenen – vom Kindergarten über Schule bis hin zu Leitung und Trägerschaft – einen vielseitigen Rahmen für Austausch, Orientierung und Inspiration.

Eröffnet wurden die Fachtage von Ibolya Hock‑Englender, der Vorsitzenden der LdU, die die Verantwortung und Bedeutung der ungarndeutschen Bildungsarbeit gerade im Kontext aktueller gesellschaftlicher Entwicklungen hervorhob. Gregor Gallai, Spitzenkandidat der LdU, knüpfte daran an, und sprach offen über Herausforderungen, Erwartungen und Zukunftsperspektiven der Trägerschaften. 

Gregor Gallai

Praxisorientierte Inhalte – drei Regionen, gemeinsame Ziele

Alle drei Fachtage folgten einem konsistenten Konzept: Fachlicher Inputs, lokalspezifische Praxisbeispiele, thematische Workshops sowie der bewusste Aufbau regionaler Netzwerke standen im Mittelpunkt. In den Sektionen zu Kindergarten, Schule und Trägerschaft/Leitung wurden Fragen der institutionellen Verwaltung, des Datenschutzes, der Personalorganisation und der Sprachförderung behandelt – stets mit Blick auf die Stärkung der ungarndeutschen Identität durch Sprachvermittlung, Kultur- und Traditionspflege, Dekoration der Bildungseinrichtungen, schwäbische Tänze sowohl im Kindergarten als auch in der Schule.

Tschasartet – Tradition als Lernraum

In Tschasartet stand die Begegnung mit regionalem Kulturerbe im Mittelpunkt. Die Präsentationen zeigten lebendige Beispiele dafür, wie Traditionen kindgerecht vermittelt werden können – etwa durch die Rezeptbuchwerkstatt, kreative handwerkliche Angebote und pädagogische Projekte, die die örtliche Geschichte erfahrbar machten. Die Teilnehmer erhielten Einblicke in vielfältige Unterrichtsformen, die kulturelle Identität stärken und Lernprozesse an lokale Gegebenheiten anknüpfen.

Woj – Austausch als Quelle neuer Ideen

Der Fachtag in Woj zeichnete sich durch besonders intensive Gespräche und kollegialen Austausch aus. Die Workshops boten praxisnahe Einblicke in Methoden, die leicht in den eigenen Alltag übertragbar sind. Die Erkundung lokaler Lernorte diente als Anregung dafür, wie authentische Umgebungen zur Sprach- und Identitätsförderung genutzt werden können. Viele Teilnehmer betonten, wie wertvoll es sei, durch persönliche Begegnungen neue Perspektiven und Lösungsansätze mitzunehmen.

Taks – Kultur erleben, Sprache spielerisch fördern

In Taks lag der Schwerpunkt darauf, wie kulturelles Erbe und moderne Sprachförderung miteinander verbunden werden können. Die Einheit zur schwäbischen Tracht – die „Takser Schatztruhe“ – brachte Kindern und Lehrkräften die regionale Volkskunde durch Geschichten, Bewegungsangebote und kreative Aufgaben näher. Ergänzend dazu zeigten Workshops, wie analoge Sprachspiele und selbst hergestellte Materialien die Sprachkompetenz und Kreativität fördern können. 

Die Rückmeldungen aus allen drei Orten vermitteln ein klares, äußerst positives Gesamtbild. Viele Teilnehmer hoben hervor, dass die Fachtage nicht nur fachliche Impulse, sondern auch emotionale Motivation boten:

„Die Vorträge waren inspirierend und geben neue Impulse für unseren Schulalltag.“

„Wir brauchen diesen kollegialen Austausch – er zeigt uns, dass wir mit unseren Herausforderungen nicht allein sind.“

Ein Blick nach vorn – Nachhaltige Wirkung für Träger, Kindergarten und Schule

Die drei regionalen Fachtage machten deutlich, wie vielfältig und zugleich zielgerichtet die ungarndeutsche Bildungsarbeit geworden ist. Die Veranstaltungen boten eine klare fachliche Orientierung: rechtliche und organisatorische Themen wurden verständlich und praxisnah vermittelt, sodass sie unmittelbar in den Einrichtungen umgesetzt werden konnten. Gleichzeitig präsentierten die Workshops eine Fülle methodischer Anregungen – von Sprachspielen über heimatkundliche Projekte bis hin zu lokalen Lernorten –, die den pädagogischen Alltag bereichern.

Besonders nachhaltig wirkte der kollegiale Austausch, der zahlreiche neue Kooperationen anstieß und das Bewusstsein stärkte, dass regionale Vernetzung ein zentraler Erfolgsfaktor qualitativer Bildungsarbeit ist. Ebenso wichtig war die kulturelle Dimension der Fachtage: Traditionen, Sprache und Werte der Ungarndeutschen wurden nicht nur thematisiert, sondern in gemeinsamen Erlebnissen sichtbar und spürbar gemacht. So entstanden Momente, die Identität stiften und langfristig in den Alltag der Einrichtungen hineinwirken.

Insgesamt legte die Veranstaltungsreihe ein stabiles Fundament für zukünftige Entwicklungen und bestärkte Pädagogen sowie Leitungsteams darin, ihren Bildungsauftrag engagiert und gemeinschaftlich weiterzutragen.

Oder, wie es eine Teilnehmerin treffend formulierte: „Ein Tag, der weiterträgt, verbindet und neue Wege öffnet.“

Wir bedanken uns beim Bundesministerium des Innern (BMI) für die Unterstützung des Projektes!

das UMZ-Team

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